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Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen

Völkerrechtlicher Vertrag

Das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (englisch United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) ist ein internationales Umweltabkommen mit dem Ziel, eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems zu verhindern und die globale Erwärmung zu verlangsamen sowie ihre Folgen zu mildern (Artikel 2). Gleichzeitig umfasst diese Bezeichnung auch das Sekretariat, das die Umsetzung der Konvention begleitet und seinen Sitz in Bonn hat. Die wichtigste Verpflichtung der Konvention ist, dass alle Vertragspartner regelmäßige Berichte zu veröffentlichen haben, in denen Fakten zur aktuellen Treibhausgas­emission und Trends enthalten sein müssen.

Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen

Titel (engl.): United Nations Framework Convention on Climate Change
Datum: 9. Mai 1992
Inkrafttreten: 21. März 1994, gem. Art. 23
Fundstelle: UN Treaty Collection
Vol II; Kap. 27; 7
Fundstelle (deutsch): CH: SR 0.814.01
FL: LR-Nr 0.814.01
Vertragstyp: International
Rechtsmaterie: Umwelt
Unterzeichnung: 165 (4. Jan. 19), Inkrafttreten
DE: 21. März 1994
FL: 20. Sept. 1994
Ö: 29. Mai 1994
CH: 21. März 1994 2017
EU: 21. März 1994
USA: 21. März 1994
Ratifikation: 197 (4. Jan. 19)
Ratifikationsstand

Depositar ist der Generalsekretär der Vereinten Nationen
Bitte beachte den Hinweis zur geltenden Vertragsfassung.


UNFCCC

Logo der Organisation
 
 
Sitz der Organe Bonn, DeutschlandDeutschland Deutschland
Gründung

9. Mai 1992, New York City,
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten

unfccc.int
Mitglieder der UNFCCC
  • Mitglied
  • Mitglied (Annex I)
  • Mitglied (Annex I und II)
  • Beobachterstatus
  • Deutsche Sonderbriefmarke 1995

    Die Klimarahmenkonvention wurde am 9. Mai 1992 in New York City verabschiedet und im selben Jahr auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro von 154 Staaten[1] unterschrieben. Sie trat zwei Jahre darauf, am 21. März 1994, in Kraft. Am 12. August 1996 zog das Sekretariat der Klimarahmenkonvention nach Bonn ins Haus Carstanjen um, seit Herbst 2013 ist es dort und im Bonner UN-Campus beheimatet.

    Die Pflichten und Rechte der Vertragsländer richten sich danach, ob und in welchem der Anhänge der Konvention sie aufgeführt sind:[2]

    • Annex I: Annex-I-Länder sind im Wesentlichen die damals entwickelten Staaten (OECD-Staaten) sowie die ehemals sozialistischen Staaten in Osteuropa („Länder im Übergang zur Marktwirtschaft“). Annex I-Länder haben sich zur Begrenzung von Treibhausgasemissionen und zum Schutz von Kohlenstoffsenken verpflichtet mit dem Ziel, Klimaänderungen zu begrenzen.[3]
      • Annex I und II: Zu diesen Staaten gehören nur die OECD-Staaten des Annex I. Die Länder im Übergang zur Marktwirtschaft zählen nicht dazu. Annex-II-Staaten haben sich zu besonderen Unterstützungsleistungen für Entwicklungsländer verpflichtet. Sie übernehmen die Kosten für das Berichtswesen und sollen den Zugang der Entwicklungsländer zu umweltverträglichen Technologien fördern.[4]
    • Nicht-Annex I: Hierzu zählen alle übrigen Staaten. Dies sind vor allem die Länder, die damals als Entwicklungsländer galten. Einige Gruppen besonders verwundbarer Länder werden in der Konvention besonders berücksichtigt, zum Beispiel die am wenigsten entwickelten Länder, kleine Inselländer oder dürregefährdete Länder.[5]

    Die 197 Vertragsstaaten[6] der Konvention treffen sich jährlich zu Konferenzen, den UN-Klimakonferenzen (auch „Weltklimagipfel“), auf denen um konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz gerungen wird. Die bekanntesten Konferenzen fanden 2015 (COP21, Paris), 2009 (COP15, Kopenhagen) und 1997 (COP 3, Kyoto) statt.

    Die Konferenz von Kyoto beschloss das Kyoto-Protokoll, das Industriestaaten zu quantitativen Treibhausgas-Minderungszielen verpflichtete und den Internationalen Emissionshandel sowie die projektbasierten Flexibilisierungsmechanismen Joint Implementation (JI) und den Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (CDM) einführte. Die Kopenhagener Konferenz sollte zu einem Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll führen. Erreicht wurde jedoch lediglich die formale Kenntnisnahme des Copenhagen Accord, einer nicht rechtsverbindlichen Absichtserklärung zum Klimaschutz. Die Pariser Konferenz endete mit dem Beschluss des Pariser Übereinkommens, durch das erstmals alle Staaten verpflichtet werden, Minderungsziele zu definieren, umzusetzen und die Fortschritte einer Überprüfung zu stellen. Alle fünf Jahre sollen die Ziele mit dem Stand der Wissenschaft verglichen und angepasst werden.

    Generalsekretäre des SekretariatsBearbeiten

    Siehe auchBearbeiten

    WeblinksBearbeiten

    EinzelnachweiseBearbeiten

    1. Status der Ratifizierungen
    2. Parties & Observers. UNFCCC, abgerufen am 12. Januar 2018.
    3. Klimarahmenkonvention, Artikel 4, Absatz 2.
    4. Klimarahmenkonvention, Artikel 4, Absätze 3, 4 und 5.
    5. Klimarahmenkonvention, Artikel 4, Absätze 8 und 9, sowie Artikel 12, Absatz 5.
    6. Status der Ratifizierungen