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Kleinsiedlung

Wohngebäude mit Nutzgarten und landwirtschaftlichen Nebenerwerbsstellen
Kleinsiedlung Am Rosengarten in Halle (1937)
Grundriss eines Kleinsiedlungsgebäudes mit Stall (1951)

Als Kleinsiedlung wird im deutschen Recht ein Wohngebäude mit Nutzgarten und landwirtschaftlichen Nebenerwerbsstellen bezeichnet.

GeschichteBearbeiten

Angesichts der Wohnungsnot kam man schon in der Weimarer Republik auf den Gedanken Kleinsiedlungen einzurichten. Sie waren auch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.[1] Für die Nationalsozialisten wurde das Eigenheim zu einem Kernziel der Politik. Besonders propagiert wurde die Kleinsiedlung für den Arbeiter, bestehend aus Heimstätten oder Kleinsiedlerstellen.[2] Im Deutschen Reich 1933 bis 1945 entstanden 100.000 Kleinsiedlungen.[3] In Randgebieten von Städten gelegen, überstanden viele den Luftkrieg. Allein in Berlin sind drei in Spandau, Zehlendorf und Reinickendorf erhalten.[4] Ein aufschlußreiches Beispiel – auch für die „Verschönerung“ – ist Surheide (Bremerhaven).

In der Baunutzungsverordnung (BauNVO) in sogenannten Kleinsiedlungsgebieten geregelt und städtebaulich gefasst. Kleinsiedlungen sind in der Regel im Rahmen einer Organisierten Gruppenselbsthilfe entstanden und entstammen dem Selbstversorgungsgedanken für die Bevölkerung.

Kleinsiedlungen sind heutzutage im Sinne des flächensparenden Bauens nicht mehr ganz zeitgemäß – viele der mit teilweise sehr großen Grundstücken ausgestatteten Kleinsiedlungen werden baulich nachverdichtet. Kleinsiedlungen sind häufig in Siedlergemeinschaften unter dem Dach des Deutschen Siedlerbundes organisiert und pflegen ein mehr oder minder ausgeprägtes soziales Gemeinschaftsleben. Kleinsiedlungen sind frühe Formen von Sozialen oder Gruppen-Wohnprojekten.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten