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Kleinlüder ist ein Ortsteil der Gemeinde Großenlüder im osthessischen Landkreis Fulda.

Kleinlüder
Gemeinde Großenlüder
Koordinaten: 50° 32′ 55″ N, 9° 30′ 58″ O
Höhe: 264 m ü. NHN
Fläche: 11,21 km²[1]
Einwohner: 1012 (31. Dez. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36137
Vorwahlen: 06648, 06650
Die markante Katholische Kirche St. Johannes der Täufer ist das Wahrzeichen von Kleinlüder
Die markante Katholische Kirche St. Johannes der Täufer ist das Wahrzeichen von Kleinlüder

GeographieBearbeiten

Kleinlüder liegt im Westen des Landkreises Fulda im malerischen Talkessel der Lüder, eines Nebengewässers der Fulda, an den östlichen Ausläufern des Vogelsberges. Südwestlich grenzt es an Hainzell einem Ortsteil der Gemeinde Hosenfeld. Die Kreisstadt Fulda liegt zehn Kilometer nordöstlich deren Stadtteil Oberrode an die Gemarkung Kleinlüder angrenzt.

Kleinlüder liegt etwa 6 km südlich an der Einmündung der Kalten Lüder in die Lüder. Am westlichen Ortrand treffen sich die Landesstraßen L 3139 und L 3141.

GeschichteBearbeiten

 
Lage von Clein Lijder und S. Cruz. (Kleinheiligkreuz) auf der Karte des Hochstifts Fulda von 1574

Erstmals urkundlich wurde Kleinlüder nachweislich im Jahre 953 erwähnt. In einer Schenkungsurkunde der gemeinschaftlichen Besitzer Helmot, Gazbot und Waltbrat wird es gemeinsam mit Großenlüder genannt. „Clein-Lüder“ wird urkundlich auf einer Landkarte aus 1574 erwähnt. Das älteste Bauwerk in Kleinlüder ist der Wehrturm der Pfarrkirche aus dem 13. Jahrhundert.

Im Jahre 1962 erfolgte die Umgemeindung der Wohnplätze Kleinheiligkreuz, Hessenmühle und Schlagberg aus der Gemeinde Giesel in die Gemeinde Kleinlüder.

Seit der Gebietsreform in Hessen, die am 31. Dezember 1971 in Kraft trat, gehört der einst selbstständige Ort zur Gemeinde Großenlüder.[3]

Die Verwaltungsbezirke zu denen die ehemalige Gemeinde gehörten waren:[1][4]

  • bis 1787: Fürstabtei Fulda, Gericht Lüder (Domkapitel zu Fulda)
  • 1803–1806: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Amt Großenlüder
  • 1806–1810: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Fulda (Militärverwaltung)
  • 1810–1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Großenlüder
  • ab 1816: Deutscher Bund, Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Großenlüder
  • ab 1821: Deutscher Bund, Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Landkreis Fulda
  • ab 1848: Deutscher Bund, Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda
  • ab 1851: Deutscher Bund, Kurfürstentum Hessen, Landkreis Fulda
  • ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
  • ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
  • ab 1945: amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
  • ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Bundesland Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda

ReligionsgeschichteBearbeiten

Bereits 1656 wird eine Kapelle zu Ehren Johannes des Täufers die an den Wehrturm in unbekannter Größe angebaut wurde, erwähnt. Das Innere des Wehrturms (des heutigen Kirchturms) wurde als Altarraum genutzt.

1840 wurde Kleinlüder von der Pfarrei Großenlüder abgetrennt und der Pfarrei Blankenau zugeordnet. Die neue Pfarrkirche wurde an Stelle des alten Gotteshauses nach zweijähriger Bauzeit von Bischof Joseph Damian Schmitt am Mittwoch, 8. Mai 1912 geweiht.

Zu Kleinlüder gehört seit 1962 die 1348 erstmals urkundlich erwähnte Wallfahrtskirche Kleinheiligkreuz.

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1812: 72 Feuerstellen, 482 Seelen
Kleinlüder: Einwohnerzahlen von 1812 bis 1970
Jahr  Einwohner
1812
  
482
1834
  
604
1840
  
597
1846
  
623
1852
  
619
1858
  
652
1864
  
668
1871
  
633
1875
  
610
1885
  
592
1895
  
578
1905
  
615
1910
  
636
1925
  
628
1939
  
674
1946
  
939
1950
  
905
1956
  
847
1961
  
848
1967
  
894
1970
  
881
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1885: keine evangelischen, 592 katholische (= 100,00 %) Einwohner
• 1961: 22 evangelische (= 2,59 %), 819 katholische (= 96,58 %) Einwohner

ReligionenBearbeiten

Die katholische Pfarrgemeinde ist dem Dekanat „Flieden / Großenlüder“ im Bistum Fulda zugeordnet.

Siehe auch

PolitikBearbeiten

Ortsvorsteher ist Thilo Mathes(Stand November 2016).[5]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

KirchenBearbeiten

FreizeitBearbeiten

Sonstige EinrichtungenBearbeiten

Natur und LandschaftBearbeiten

 
Das Naturdenkmal auf der Zunnert

Oberhalb von Kleindüder an der Landesstraße L 3139 im Bereich der Flurlage auf der Zunnert befindet sich ein Naturdenkmal: 2 Linden mit einem Hochkreuz von 1766.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Kleinlüder, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Bevölkerungsstatistik des Landkreises Fulda, abgerufen im September 2015.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 394.
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Ortsteil Kleinlüder. Gemeinde Großenlüder, abgerufen am 20. November 2016.
  6. Klein-Heilig-Kreuz – Ein Wallfahrtskapelle der besonderen Art. Archiviert vom Original am 15. Dezember 2013; abgerufen am 20. November 2016.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kleinlüder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien