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Kleinenmarpe ist ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf im Lipper Bergland und seit 1970 eine von 19 Ortschaften der Stadt Blomberg im Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen. Kleinenmarpe liegt etwa acht km westlich des Blomberger Stadtzentrums. In Kleinenmarpe leben auf 3,44 km² Fläche rund 140 Einwohner,[1] das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 41 Einwohnern/km². Ortsvorsteher ist seit 2011 Gustav Nullmeier (Stand: September 2018), ein Neffe des langjährigen Amtsinhabers Günter Nullmeier.[2]

Kleinenmarpe
Stadt Blomberg
Koordinaten: 51° 58′ 10″ N, 8° 59′ 44″ O
Höhe: 144 m
Fläche: 3,44 km²
Einwohner: 140 (Sep. 2018)
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 32825
Vorwahl: 05236
Karte
Lage von Kleinenmarpe in Blomberg
Alte Schule in Kleinenmarpe

In Kleinenmarpe gibt es noch einen landwirtschaftlicher Vollerwerbsbetrieb sowie mehrere Nebenerwerbsbetriebe. Zur Infrastruktur gehören u. a. ein Viehhandel, ein Maschinenbaubetrieb, ein Dorfgemeinschaftsraum in der Alten Schule und ein Altersheim. An Vereinen und Gruppen gibt es den Heimatverein, eine Volkstanzgruppe, eine Jagdgenossenschaft und gemeinsam mit dem benachbarten Dalborn einen Seniorenclub.[1]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Kleinenmarpe wurde erstmals im Jahr 1108 urkundlich erwähnt und feierte aufgrund dessen 1996 sein 888-jährige Bestehen. Der ehemalige Ortsvorsteher Willi Lesemann erstellte aus alten Aufzeichnungen und eigenen Nachforschungen eine Dorfchronik; Dieser ist zu entnehmen, dass das älteste heute bestehende Gebäude der 1518 errichtete Schreinhof ist. Noch älter ist die Glocke aus der ehemaligen Kapelle, die heute im Turm der Alten Schule hängt und aus dem Jahr 1393 stammt.

Im April 1589 wurden die Kleinenmärperin Catharina Hilker und zwei Frauen aus Donop Opfer der Hexenverfolgung. Sie wurden in Blomberg angeklagt, zum Tode verurteilt und auf dem Scheiterhaufen hingerichtet.[3]

1968 wurde die Schule geschlossen, die Grundschüler werden heute im benachbarten Großenmarpe unterrichtet. Das ehemalige Schulgebäude wurde 2000 von der Dorfgemeinschaft in Eigenleistung zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut.[1]

Am 1. Januar 1970 wurde Kleinenmarpe in die Stadt Blomberg eingegliedert.[4]

LiteraturBearbeiten

Karl Meyer: Der Meyerhof in Kleinenmarpe. Geschichte und Bewohner, Kleinenmarpe 1925 (Abschrift von Anne Bentkamp, März 2004, als PDF online)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Blomberger Ortschaft Kleinenmarpe
  2. Günter Nullmeier gibt Amt an den Neffen ab. In: LZ.de. 5. Februar 2011, abgerufen am 7. September 2018.
  3. Uwe Beissner: Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse. In: Blomberg-Voices.de. 11. März 2015, abgerufen am 7. September 2018.
  4. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 104.