Klaus Englert

deutscher Rechtsanwalt und Rechtswissenschaftler

Klaus Englert (* 1. April 1949 in Schrobenhausen) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler.

LebenBearbeiten

Klaus Englert studierte nach dem Abitur 1968 und der Bundeswehrzeit (Gebirgsjäger Mittenwald, 1968 bis 1970, Offizier d.R.) von 1970 bis 1974 sieben Semester Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie 1972 an der TU München Bilanzwesen. Von 1974 bis 1977 wirkte er neben dem Referendariat als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Verwaltungsrecht mit Albrecht Randelzhofer an der LMU München, 1977 erfolgte die Zulassung als Rechtsanwalt, 1978 wurde er an der LMU München mit einer Dissertation zum Transplantationsrecht zum Dr. iur. promoviert. 1989 wurde er Fachanwalt für Arbeitsrecht, 1999 Mediator, 2002 Honorarprofessor und 2005 Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht.

Von 2009 bis 2011 bekleidete er das Amt des Präsidenten des Instituts für Deutsches und Internationales Baurecht an der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach der Umstrukturierung des Instituts, das ab 2011 als „Institut für Deutsches und Internationales Baurecht der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin“ in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Baurecht e.V. bis Ende 2016 geführt wurde, gehörte Englert dem Vorstand an und war zugleich Vorsitzender des Instituts-Beirats sowie des Institutsfördervereins.

Klaus Englert ist seit 2018 verwitwet und hat drei Kinder.

WirkenBearbeiten

Seit 2002 ist Englert Honorarprofessor für Baurecht an der Fakultät für das Bauingenieurwesen an der HDU Hochschule Deggendorf, die im Jahr 2012 zur THD Technische Hochschule Deggendorf erhoben wurde. Er war außerdem über 20 Jahre Dozent am Haus der Technik e.V., einer Außenstelle der RWTH Aachen und ist seit 2002 Direktor der Akademie für Baumanagement an der Hochschule Deggendorf.

Als Anwalt und Wissenschaftler befasst er sich vor allem mit Fragen des Bau- und Architektenrechts und insbesondere des Tiefbaurechts und des Rechtes der VOB, aber auch als Mitkommentator des BGB-Kommentars von Prütting/Weinreich/Wegen (PWW) mit dem Zivilrecht. Er ist federführender Mitherausgeber des Beck’schen VOB-Kommentars zur VOB/C und veröffentlichte bislang zahlreiche Bücher zum privaten Baurecht und dem von ihm so bezeichneten Bauarbeitsrecht sowie viele Aufsätze. Englert ist Mitherausgeber der Neuen Zeitschrift für Baurecht (NZBau) und arbeitet bei den Fachzeitschriften Baurecht (BauR) und bis 2014 auch Immobilien- und Baurecht (IBR) sowie bis Ende 2018 als Fachbeirat beim "UBB Unternehmerbrief" des Verlages Ernst & Sohn, Berlin, mit.

Er gehört dem DIN-Normenausschuss für die DIN EN 1997-2 und DIN 4020 für geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke sowie dem Arbeitsausschuss des Deutschen Vergabe- und Vertragsausschuss für Bauleistungen (DVA) für die Erarbeitung der VOB/C-Normen 18301 (Bohrarbeiten), 18302 (Spezialtiefbauarbeiten für den Ausbau von Bohrungen), 18305 (Wasserhaltungsarbeiten) und 18327 (neu) (Brunnenbau- und Geothermiearbeiten) ebenso wie den Arbeitskreisen AK 2.11 der Deutschen Gesellschaft für Geotechnik (DGGT-Anforderungen an Sachkunde und Erfahrung zur verantwortlichen Erstellung von geotechnischen Berichten und Fachplanungen im Sinne der DIN EN 1992-2) sowie dem AK "Verschleiß und Verklebung im Tunnel- und Rohrleitungsbau sowie bei Bohrarbeiten" an. Zudem ist er als Mediator, Schlichter, Adjudikator sowie Schiedsrichter und Schiedsgutachter tätig und als solcher seit 2011 der Leiter des Arbeitskreises "Außergerichtliche Streitlösung in Bausachen" der Deutschen Gesellschaft für Baurecht e.V.

Er gründete im Jahre 2001 das Centrum für Deutsches und Internationales Baugrund- und Tiefbaurecht e.V. (CBTR) und war dessen erster Präsident. Er amtierte bis 10/2020 als stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Baurecht e.V. und ist wissenschaftlicher Beirat der STUVA Studiengesellschaft für Verkehrsbauten und Tunnel e. V. sowie des CBTR. Im Jahre 2008 wurde er in die permanente Schiedsgerichtskommission der Deutschen Gesellschaft für Baurecht e.V. und des Deutschen Beton- und Bautechnikvereins e.V. berufen.

Zudem ist er Vorstandsvorsitzender der geschichtswissenschaftlichen Maximiliana-Kocher-M.A.-Stiftung an der Katholischen Universität Eichstätt/Bayern und war von 1989 bis Juni 2011 Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Schrobenhausen e.G. (Aufsichtsrat seit 1983).

Englert wurde 1984 für die CSU erstmals Stadtrat von Schrobenhausen. In der Zeit von 1990 bis 2002 wirkte er als Kulturreferent, von 1996 bis 2002 auch als 2. Bürgermeister seiner Heimatstadt. Von 2002 bis 2008 gehörte er dem Kreistag im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen an. Vom 1. Mai 2008 bis 30. April 2014 war er als Schul- und Musikschulreferent sowie als stellvertretender Vorsitzender des Mittelschul-Verbandes im Rahmen seiner Stadtratstätigkeit aktiv. Seit 1. Mai 2014 bekleidete er als Stadtrat das Amt des Schul- und Kulturreferenten sowie weiterhin des Stellvertreters im Mittelschulverband bis 4/2020.[1] Im Juli 2017 übernahm er auch den Vorsitz der Volkshochschule Schrobenhausen e.V. Seit Juli 2018 war Englert auch Assistant Governor des Distrikts 1841 von Rotary International bis 6/2020.

MuseumsgründerBearbeiten

Im Jahre 1984 initiierte und begründete Englert das Deutsche Spargelmuseum (Eröffnung 1985) in seiner Heimatstadt Schrobenhausen, das im Jahr 1991 als Europäisches Spargelmuseum weltweit bekannt und 1993 als eine der besten Spezialsammlungen Europas von der Kommission des Europarates in Portugal vorgestellt wurde. Im Sommer 2006 erhielt das Museum zudem die Auszeichnung von Bundespräsident Horst Köhler als einer der ersten „Orte im Land der Ideen“ im Rahmen der Fußball-WM 2006. Weitere Auszeichnungen folgten.

Daneben war Englert der Motor für die Schaffung des „Museums im Pflegschloss“ von Schrobenhausen, in dem z. T. internationale Kunstausstellungen – z. B. mit Werken von Silvio Mattioli (2003), Pablo Picasso im Frühjahr 2008, Friedensreich Hundertwasser (2009), Leonardo da Vinci (2010), Marc Chagall (2011), Kurt Sauer (KUSA) (2012) oder James Rizzi (2015), aber auch andere überregional herausragende Ausstellungen (2019/2020: Bayern und Meer von Nikolaus Graf von und zu Sandizell) präsentiert werden.

AuszeichnungenBearbeiten

  • 1987: Paul-Harris-Fellow von Rotary International für kulturelles und soziales Engagement
  • 2002: Kommunale Verdiensturkunde des Bayer. Innenministeriums
  • 2003: Ehrenmitglied des Rotary Clubs Dielsdorf / Schweiz
  • 2003: 1. Saphir zum Paul-Harris-Fellow
  • 2003: Silberne Bürgermedaille der Stadt Schrobenhausen für hervorragende Verdienste um die Stadt
  • 2008: Silberne Ehrennadel des Bayerischen Genossenschaftsverbandes für 25-jährige Aufsichtsratstätigkeit
  • 2009: Goldene Bürgermedaille der Stadt Schrobenhausen für außerordentliche Verdienste um die Stadt
  • 2009: Bundesverdienstkreuz am Bande
  • 2011: Tiefbaurechtspreis des Centrums für Deutsches und Internationales Baugrund- und Tiefbaurecht e.V. (CBTR)
  • 2014: Verleihung der Festschrift Geheimnisse des Baugrunds (Verlag C.H.Beck)
  • 2016: Kommunale Verdienstmedaille des Freistaates Bayern

VeröffentlichungenBearbeiten

Wissenschaftliche Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • Englert, Bauer, Grauvogl (Hrsg.): Rechtsfragen zum Baugrund. 2. Auflage. Werner, 1991.
  • Englert, Grauvogl, Maurer (Hrsg.): Handbuch des Baugrund und Tiefbaurechts. 5. Auflage. Werner Verlag, 2016.
  • Englert, Franke, Grieger: Streitlösung ohne Gericht. Werner, 2007.
  • Englert, Katzenbach, Motzke (Hrsg.): Beck’scher VOB-Kommentar, Teil C. 4. Auflage, C.H. Beck und Beute, München, Berlin 2020.
  • Englert, Motzke, Wirth (Hrsg.): Baukommentar – BGB, VOB, Baustoffhandel, Baudeliktsrecht, Bauversicherungsrecht, Baustrafrecht. 2. Auflage. Werner, 2009.
  • Boley, Englert, et al.: Baurecht-Taschenbuch. Sonderbauverfahren Tiefbau. Technische Erläuterungen – Rechtliche Lösungen, 1. Aufl., Verlag Ernst & Sohn, Berlin, 2011.

Sonstige VeröffentlichungenBearbeiten

Englert veröffentlichte neben seinen wissenschaftlichen Werken zahlreiche andere Bücher, u. a. als Mitherausgeber der Schrobenhausener Kunstreihe (Franz von Lenbach; Josef Kaspar Sattler; Johann Baptist Hofner; Norbert Richter-Scropinhusen; Schrobenhausener Kulturschätze) und der Bildbände Asparagus – Vom Zauber des Spargels (1993) sowie Spargel – Geschichte, Anbau, Rezepte mit Hans-Peter Wodarz.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Donaukurier:Noch etwas in Schwung bringen 8. Oktober 2014