Kirchfarrnbach ist ein Ortsteil des Marktes Wilhermsdorf im mittelfränkischen Landkreis Fürth.

Kirchfarrnbach
Koordinaten: 49° 26′ 43″ N, 10° 44′ 10″ O
Höhe: 373 m ü. NHN
Einwohner: 323 (Jan. 2018)[1]
Postleitzahl: 91452
Vorwahl: 09102
St. Peter und Paul
Pfarrhof

GeographieBearbeiten

Im Pfarrdorf vereinigen sich der Untere Krebener Graben und das Hardbächlein zum Kirchfarrnbach, der bei Keidenzell mit dem Dürrnfarrnbach zum Farrnbach zusammenfließt. Das Hardbächlein wie auch der Kirchfarrnbach speisen eine Kette von Weihern. Nordwestlich des Ortes grenzt das Weinbergfeld an, im Süden erhebt sich der Miesberg, im Nordosten liegen die Friedrichsberger Spitalhölzer.[2]

GeschichteBearbeiten

Gegründet wurde der Ort wohl in der zweiten Welle der Fränkischen Landnahme (730 bis 800).[3] 1169 wurde der Ort als „Varbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom Gewässernamen ab, dessen Bestimmungswort entweder Farn oder Farren ist und auf eine dementsprechende Eigenheit des Baches verweist.[4] Der Ort hatte spätestens seit dem 13. Jahrhundert eine eigene Kirche. Das Kirchenpatronat übte ursprünglich Bischof von Würzburg aus. Am 10. März 1278 ging dieses wie das der Nachbarkirchen an das Kloster Heilsbronn über.[5] 1402 wurde der Ort erstmals als „Kirchenvarnbach“ erwähnt.[4] Mit Annahme der Reformation im Jahr 1528 durch den Pfarrer Friedrich Kerer bei der Visitation in Ansbach gilt Kirchfarrnbach als eine der ältesten evangelischen Gemeinden Frankens. Als erster evangelischer Pfarrer der Gemeinde gilt jedoch der ehemalige Franziskanermönch Erhard Fuchs, der von 1533 bis 1599 Kerers Nachfolger war.[6]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Kirchfarrnbach mit Oberndorf eine Gemeinde. In Kirchfarrnbach gab es 16 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Stadtvogteiamt Langenzenn aus. Über die bayreuthischen Untertanen übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach im begrenzten Umfang aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Neuhof inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: ein Anwesen dem Kastenamt Neuhof, sechs Anwesen dem Kastenamt Cadolzburg, fünf Anwesen der Pfarrei Kirchfarrnbach, zwei Anwesen der Deutschordenskommende Nürnberg, ein Anwesen dem Nürnberger Eigenherren von Gugel. Ein Anwesen war freieigen.[7]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kirchfarrnbach 1808 dem Steuerdistrikt Unterschlauersbach zugeordnet. Im selben Jahr wurde die Ruralgemeinde Kirchfarrnbach gegründet, zu der Dürrnfarrnbach gehörte. Die Gemeinde unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Cadolzburg.[8] Ab 1862 wurde Kirchfarrnbach vom Bezirksamt Fürth verwaltet (1938 in Landkreis Fürth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Cadolzburg, seit 1880 liegt sie beim Amtsgericht Cadolzburg. Die Finanzverwaltung wurde 1880 vom Rentamt Fürth (1920 in Finanzamt Fürth umbenannt) übernommen. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 7,454 km².[9]

Mit der Gebietsreform in Bayern wurde Kirchfarrnbach am 1. Januar 1978 nach Wilhermsdorf eingegliedert.

BaudenkmälerBearbeiten

  • Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Peter und Paul
  • Haus A 29: Dazugehörige Scheune
  • Haus B 1: Pfarrhof

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Wilhermsdorf#Kirchfarrnbach

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Kirchfarrnbach

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 229 254 284 292 291 315 318 305 317 313 288 307 296 298 299 297 310 304 296 459 424 402 320 314
Häuser[10] 34 47 55 55 59 64 61 67
Quelle [11] [12] [13] [13] [14] [13] [15] [13] [13] [16] [13] [13] [17] [13] [13] [13] [18] [13] [13] [13] [19] [13] [9] [20]

Ort Kirchfarrnbach

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002018
Einwohner 133 165 202 236 235 209 228 310 245 244 276 323
Häuser[10] 21 31 40 43 50 47 53 72
Quelle [11] [12] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [9] [20] [21] [1]

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend evangelisch-lutherisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Peter und Paul (Kirchfarrnbach) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach St. Michael (Wilhermsdorf).

VerkehrBearbeiten

Die Kreisstraße FÜ 9 führt nach Kreben, die Kreisstraße AN 26/FÜ 11 führt nach Dürrnfarrnbach bzw. nach Seubersdorf. Die FÜ 18 führt nach Oberreichenbach.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b www.markt-wilhermsdorf.de
  2. Kirchfarrnbach im BayernAtlas
  3. Kirchfarrnbach auf der Website markt-wilhermsdorf.de
  4. a b W. Wiessner, S. 33f.
  5. G. Muck, Bd. 2, S. 332.
  6. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a. d. Aisch 1950, OCLC 42823280; Neuauflage anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828–1978. Ebenda 1978, ISBN 3-87707-013-2, S. 195.
  7. H. H. Hofmann, S. 130.
  8. H. H. Hofmann, S. 230; Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 28 (Digitalisat).
  9. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 781 (Digitalisat).
  10. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  11. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 47 (Digitalisat). Für die Gemeinde Kirchfarrnbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Dürrnfarrnbach (S. 20).
  12. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 67 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 262 Einwohner.
  13. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 172, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  14. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1030, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  15. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1196, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  16. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1126 (Digitalisat).
  17. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1194 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1232 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1062 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 174 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 337 (Digitalisat).