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Kirch-Göns liegt im hessischen Wetteraukreis und ist der nördlichste Stadtteil der Stadt Butzbach mit etwa 1400 Einwohnern.

Kirch-Göns
Stadt Butzbach
Wappen von Kirch-Göns
Koordinaten: 50° 28′ 15″ N, 8° 39′ 11″ O
Höhe: 231 m ü. NHN
Fläche: 6,42 km²[1]
Einwohner: 1433 (31. Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 223 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 35510
Vorwahl: 06033
Luftaufnahme 2007
Luftbild von Kirch-Göns im Spätsommer, aus Südwesten

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Vermutlich 1015 schenkte Kaiser Heinrich II. dem Kloster Michelsberg zu Bamberg zahlreiche königliche Höfe, so auch einen Teil des Reichsgutes in Kirch-Göns. Das Bestehen eines Ortes mit dem Namen Kirchunnesse ist für die Zeit ab 1145/53 urkundlich belegt. Im Jahr 1541 wurde mit dem ersten evangelischen Pfarrer Ebert die Reformation eingeführt. Seit 1787 gehörte Kirch-Göns zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt.

GebietsreformBearbeiten

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Kirch-Göns, am 1. August 1972 kraft Landesgesetz mit weiteren Gemeinden, in die Stadt Butzbach eingegliedert.[3][4] Für Kirch-Göns wurde wie für die übrigen Stadtteile ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.[5]

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Kirch-Göns lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][6]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

  • 1961: 991 evangelische (= 77,12 %), 273 katholische (= 21,25 %) Einwohner
Kirch-Göns: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2015
Jahr  Einwohner
1834
  
513
1840
  
582
1846
  
604
1852
  
608
1858
  
581
1864
  
638
1871
  
613
1875
  
616
1885
  
639
1895
  
632
1905
  
665
1910
  
699
1925
  
786
1939
  
849
1946
  
1.360
1950
  
1.404
1956
  
1.330
1961
  
1.285
1967
  
1.368
1970
  
1.335
1980
  
?
1990
  
?
2008
  
1.418
2010
  
1.430
2015
  
1.443
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][2]; nach 1970: Stadt Butzbach

PolitikBearbeiten

Ortsvorsteher ist Stefan Euler von der CDU.[7]

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 8. September 1969 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „In Rot über zwei gekreuzten goldenen Schwertern ein silberner Kirchturm mit goldener Tür und romanischem Doppelfenster, bekrönt von einem rechtsgewendeten Hahn über einem rhombisch gefassten Turmkreuz.“[8]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Bekannt war der Ortsteil vor allem unter den in Deutschland stationierten US-amerikanischen Soldaten, da sich hier die große Ayers-Kaserne mit bis zu 6500 Soldaten befand, die 1997 geschlossen wurde. Im Jahre 2003 wurde das 104 Hektar große Gelände von einer international tätigen Spedition aus dem benachbarten Niederkleen übernommen. Das Gelände erhielt den Namen Magna Park und entwickelte sich zu einem Logistikpark mit Niederlassungen von u. a. UPS, Bosch und LIDL.

Verkehr:

In Kirch-Göns halten Regionalbahnen der Main-Weser-Bahn (Frankfurt-Gießen-Kassel). Die Bundesstraße 3 führt als Ortsumgehung am Ort vorbei und geht beim vier Kilometer entfernten Lang-Göns nahtlos in die beginnende Bundesautobahn 485 über.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kirch-Göns – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Kirch-Göns, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 17. April 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Einwohnerzahlen der einzelnen Stadtteile. In: Internetauftritt. Stadt Butzbach, archiviert vom Original; abgerufen am 22. Mai 2018. (archivierte Zahlen)
  3. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Büdingen und Friedberg (GVBl. II 330-19) vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 230, § 1 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 361.
  5. Hauptsatzung. (PDF; 103 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Butzbach, abgerufen im Februar 2019.
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Ortsbeiräte Stand Juni 2016
  8. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Kirch-Göns, Landkreis Friedberg vom 8. September 1969. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1969 Nr. 39, S. 1643, Punkt 1358 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,7 MB]).