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Kesselschlacht von Halbe

Schlacht des Zweiten Weltkriegs
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Kesselschlacht von Halbe
Beim CI. Armeekorps – Schloss Harnekop, 3. März: 1945 Hitler und Busse bei der letzten Frontbesprechung
Beim CI. ArmeekorpsSchloss Harnekop, 3. März: 1945 Hitler und Busse bei der letzten Frontbesprechung
Datum 25. bis 28. April 1945
Ort Märkisch Buchholz und Umland
Ausgang Sieg der Sowjetunion
Konfliktparteien

Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion

Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich

Befehlshaber

Iwan Stepanowitsch Konew

Theodor Busse

Truppenstärke
280.000 80.000[1]
Verluste

ca. 20.000 Tote

ca. 30.000 Soldaten
10.000 Zivilisten (geschätzt)
viele Zwangsarbeiter

Die Kesselschlacht von Halbe bezeichnet die Einkesselung deutscher Truppen und folgende Kämpfe mit der Roten Armee gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im Gebiet der Ortschaft Halbe, 60 km südlich von Berlin. Ihr folgte die Schlacht um Berlin. Bei Halbe ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auch im 21. Jahrhundert noch mit der Bergung sterblicher Überreste beschäftigt.[2]

VerlaufBearbeiten

Nach dem Zusammenbruch der 9. Armee (zu diesem Zeitpunkt bestehend aus dem CI. Armeekorps, V. SS-Freiwilligen-Gebirgskorps und XI. SS-Panzerkorps) unter dem Oberbefehl von General der Infanterie Theodor Busse im Raum Frankfurt (Oder) und bei Cottbus wurden die kaum noch kampffähigen Reste in einem kleinen Waldgebiet zwischen Märkisch Buchholz und Halbe, südöstlich von Berlin, durch Truppen der Roten Armee eingeschlossen. Entscheidend für die Schließung des Kessels waren Befehle aus dem Führerhauptquartier, die einen rechtzeitigen Rückzug nicht erlaubten. Dies ermöglichte es der sowjetischen Armee unter Marschall Iwan Konew, den Kessel zu schließen.

Die letzten gepanzerten deutschen Truppen brachen auf Befehl Busses, der zuvor ein Kapitulationsangebot abgelehnt hatte,[3][4] unter großen Verlusten zwischen dem 25. und 28. April 1945 aus dem Kessel aus.

In der Schlacht von Halbe standen sich gegenüber:

  • Rote Armee mit 45 Schützendivisionen, 13 Panzer-/mechanisierte Brigaden (etwa 700 Panzer), eine Artilleriedivision (300 Geschütze/Werfer). Darunter waren die 3. und 4. Panzerarmee der 1. Ukrainischen Front der Roten Armee.
  • Wehrmacht und Waffen-SS mit 11 Infanteriedivisionen, 2 motorisierten Divisionen, einer Panzerdivision.

Die deutsche Ausbruchsgruppierung führten am 28. April 1945 die Panzergrenadier-Division „Kurmark“ und die schwere SS-Panzer-Abteilung 502 an, unterstützt von Artillerie und Granatwerfern. Der nördliche Stoßkeil, der die Abschirmung des Ausbruchs nach Norden zur Aufgabe hatte, wurde dabei von der Panzer-Abteilung der Panzergrenadier-Division „Kurmark“ sowie Resten der SS-Panzeraufklärungs-Abteilung 10 gebildet. Der südliche Stoßkeil wurde dabei von der schweren SS-Panzer-Abteilung 502 mit einer Werfer-Batterie, einer Schützenpanzerwagen-Kompanie und dem Grenadier-Regiment der Panzergrenadier-Division „Kurmark“ gebildet. Diesen Einheiten folgten der Divisionsstab der „Kurmark“, der Stab des XI. SS-Panzerkorps, der Stab 9. Armee und Einheiten des V. SS-Gebirgskorps sowie des V. Armeekorps. Die Nachhut der deutschen Ausbruchsgruppierung bildeten Korpseinheiten des XI. SS-Panzerkorps und Reste der Panzerjagd-Abteilung 32.

Verluste und FolgenBearbeiten

 
Zerstörte deutsche Fahrzeuge nahe dem Spreewald

Während der Kesselschlacht von Halbe starben 30.000 deutsche Soldaten, dazu geschätzte 10.000 deutsche Zivilisten sowie viele sowjetische Zwangsarbeiter. Die Verluste der Roten Armee betrugen 20.000 Tote. Die sowjetischen Toten sind überwiegend auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof in Baruth/Mark bestattet, die deutschen Toten überwiegend auf dem Waldfriedhof Halbe. Auf dem Waldfriedhof Halbe wurden etwa 22.000 Kriegstote (20.000 Soldaten sowie 2.000 Zivilisten, die zusammen in dem großen Dreieck Königs WusterhausenBeeskowLübben in der zweiten Aprilhälfte 1945 zu Tode kamen) begraben.

Etwa 25.000 deutsche Soldaten und etwa 5.000 Zivilpersonen gelangten am 29. April 1945 bei Beelitz (Elsholz) südlich von Potsdam zur deutschen 12. Armee unter dem Oberbefehl von General der Panzertruppe Walther Wenck. Die 12. Armee bestand zu diesem Zeitpunkt einerseits aus Hitlerjungen und Männern des Reichsarbeitsdienstes, andererseits aus fronterfahrenen Soldaten und schweren Waffen, welche aus den Ausbildungsstätten der Wehrmacht herangezogen wurden. Unter den Soldaten der 12. Armee war damals auch der spätere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, der in seinen Memoiren berichtet, dass die ersten Soldaten der deutschen 9. Armee, die ihm entgegenkamen, Stabsoffiziere mit umgehängten Maschinenpistolen waren. Wenck führte die 12. Armee sowie die aus dem Kessel von Halbe entkommenen Soldaten über die Reste der zerstörten Elbbrücke in Tangermünde, ehe sie sich in westliche Gefangenschaft begaben.

Etwa 120.000 deutsche Soldaten gerieten nach der Kesselschlacht von Halbe in sowjetische Gefangenschaft. Der Kommandeur des V. SS-Freiwilligen-Gebirgskorps, SS-Obergruppenführer Friedrich Jeckeln, geriet ebenfalls in sowjetische Gefangenschaft, während der Kommandeur des XI. SS-Panzerkorps, SS-Obergruppenführer Matthias Kleinheisterkamp, am 2. Mai 1945 bei Halbe Selbstmord beging.[5]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Welt online vom 24. April 2015: Im Kessel von Halbe starb Hitlers letzte Hoffnung
  2. https://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/c/video-325900.html
  3. welt.de/geschichte: Im Kessel von Halbe starb Hitlers letzte Hoffnung, 24. April 2015, abgerufen am 7. Oktober 2017
  4. Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: Die Wahrheit über den Kessel von Halbe, abgerufen am 7. Oktober 2017.
  5. Andreas Schulz, Günter Wegmann, Die Generale der Waffen-SS und der Polizei 1939–1945, Band 2 (Hachtel – Kutschera), Bissendorf 2006, ISBN 978-3-7648-2592-8.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten