Kepi i Gjuhëzës

Kap an der Küste Albaniens

Das Kepi i Gjuhëzës (in alten Quellen auch Kap Glossa, italienisch Capo Linguetta) ist ein felsiges Kap, das die Nordwestspitze der Halbinsel Karaburun und damit den westlichsten Punkt des Festlands von Albanien bildet.

Leuchtturm Kep i Gjuhëzës
Das Kap mit dem Leuchtturm
Das Kap mit dem Leuchtturm
Lage: Nordwestliches Ende der Karaburun-Halbinsel
Geographische Lage: 40° 25′ 19,3″ N, 19° 17′ 29,4″ O
Höhe Turmbasis: 43 m ü. A.
Feuerträgerhöhe: 8 m
Feuerhöhe: 58 m
Kepi i Gjuhëzës (Albanien)
Kennung: Blz. W 6 s
Nenntragweite weiß: 11 sm (20,4 km)
Funktion: Orientierungsfeuer
Internationale Ordnungsnummer: E3732.5

Das Kap bildet den östlichen Punkt der Straße von Otranto, die das Adriatisches Meer vom Ionisches Meer trennt. Bis nach Apulien im Süden Italiens sind es rund 71 Kilometer.

“The most striking object on the west coast is Cape Glossa or Linguetta, on the Strait of Otranto. North of this cape the coast is low and sandy […] South of Linguetta the shores are rocky and indented […]”

„Der auffälligste Punkt an der Westküste ist Kap Glossa oder Lunguetta an der Straße von Otranto. Nördlich vom Kap ist die Küste flach und sandig […] Südlich von Linguetta ist das Ufer felsig und zerklüftet […]“

William Lawson: Manual of Modern Geography[1]
Die Karaburun-Halbinsel von Norden mit Landzunge und Kap rechts
Karte der Bucht von Vlora mit dem Kap an der Nordwestspitze von Karaburun (rechts vom „Ad“)

Das Kap bildet eine vorgelagerte, breite Landzunge, die 1,2 Kilometer ins Meer ragt und nur 30 – 40 m ü. A. hoch ist. Die Karaburun-Halbinsel fällt aufgrund einer tektonischen Verwerfung östlich der Landzunge steil über 600 Meter ab (Maja e Hilqes: 732 m ü. A.) – steil abfallende Hänge prägen auch die Küste nördlich und insbesondere südlich der Landzunge, die flach ins Meer ragt und kaum 30 – überragt.[2][3][4]

Von dieser sanft ins Meer hinausraugenden Form soll der Name Zunge/Zünglein (albanisch gjuhëza, italienisch linguetta, griechisch Γλώσσα glossa) abstammen.[2]

Die Landzunge ist fast vegetationslos, von karstigem Kalkstein geprägt. Keine zwei Kilometer nordöstlich befindet sich in der Steilküste die große Haxhi-Ali-Höhle. Die von der Landseite kaum zugängliche, abgeschiedene Küste rund um das Kap ist Teil des Marinen Nationalparks Karaburun-Sazan.

Auf der Landzunge stehen mehrere alte militärische Gebäude und unzählige Bunker. Am Kap wurde ein einfacher Leuchtturm errichtet: Der Metallmast auf einer Betonplatte ist rund acht Meter hoch und weist die Durchfahrt durch die Straße von Otranto.[5]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. William Lawson: Manual of Modern Geography: Physical, Political, and Commercial. William Collins, Sons, 1879, S. 200 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. a b Mevlan Kabo: Fjalor enciklopedik shqiptar. Hrsg.: Akademia e Shkencave e RPSSH. Tirana 1985, Kepi i Gjuhëzës, S. 465.
  3. Akademia e Shkencave e RPSSH (Hrsg.): Gjeografia fizike e Shqipërisë. Band 2. Tirana 1990, S. 412.
  4. Offizielle Karte 1:50'000 des militärischen kartographischen Amtes Albaniens, Blatt K-34-123-D Vlora, 2. Auflage, Tirana 1982.
  5. Russ Rowlett: Lighthouses of Albania. In: The Lighthouse Directory (ibiblio). 25. August 2020, abgerufen am 2. August 2021 (englisch).

Koordinaten: 40° 25′ 18,9″ N, 19° 17′ 19″ O