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Kematen in Tirol
Wappen Österreichkarte
Wappen von Kematen in Tirol
Kematen in Tirol (Österreich)
Kematen in Tirol
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 6,99 km²
Koordinaten: 47° 15′ N, 11° 16′ OKoordinaten: 47° 15′ 15″ N, 11° 16′ 20″ O
Höhe: 610 m ü. A.
Einwohner: 2.963 (1. Jän. 2019)
Postleitzahl: 6175
Vorwahl: 05232
Gemeindekennziffer: 7 03 20
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfplatz 1
6175 Kematen in Tirol
Website: www.kematenintirol.at
Politik
Bürgermeister: Rudolf Häusler
Gemeinderat: (2016)
(15 Mitglieder)
9
4
1
1
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Kematen in Tirol im Bezirk Innsbruck-Land
AbsamAldransAmpassAxamsBaumkirchenBirgitzEllbögenFlaurlingFritzensFulpmesGnadenwaldGötzensGries am BrennerGries im SellrainGrinzensGschnitzHall in TirolHattingInzingKematenInnsbruckKolsassKolsassbergLansLeutaschMatrei am BrennerMiedersMilsMühlbachlMuttersNattersNavisNeustift im StubaitalOberhofen im InntalObernberg am BrennerOberperfussPatschPettnauPfaffenhofenPfonsPolling in TirolRanggenReith bei SeefeldRinnRumSt. Sigmund im SellrainScharnitzSchmirnSchönberg im StubaitalSeefeldSellrainSistransSteinach am BrennerTelfes im StubaiTelfsThaurTrinsTulfesUnterperfussValsVölsVoldersWattenbergWattensWildermiemingZirlTirolLage der Gemeinde Kematen in Tirol im Bezirk Innsbruck-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Kematen von Westen
Kematen von Westen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Kematen, hinten Martinswand in Zirl

Kematen in Tirol ist eine Gemeinde mit 2963 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Innsbruck-Land in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Innsbruck.

GeografieBearbeiten

Kematen liegt im Inntal, an der Mündung der Melach (aus dem Sellraintal) in den Inn. Das Gemeindegebiet liegt hauptsächlich auf dem Schwemmkegel der Melach südlich des Inns. Inn und Melach bilden die nördliche und westliche Gemeindegrenze. Hier liegt die geografische (weniger die kulturelle) Grenze zwischen Oberinntal und Unterinntal.

Im östlich des Hauptortes etwas abseits gelegenen Ortsteil Afling ist der alte Baubestand fast vollständig erhalten.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Afling (111)
  • Kematen in Tirol (2852)

Die Gemeinde besteht aus der einzigen Katastralgemeinde Kematen.

NachbargemeindenBearbeiten

GeschichteBearbeiten

 
Ansitz Burghof, erstmals 1242 als „castrum Chemenaten“ erwähnt

Der Ortsname Kematen geht wahrscheinlich auf lat. „Caminata“ zurück, was „geheiztes Gemach“ bedeutet. Erstmals urkundlich wird der Ort um 1143 als „Kemenatin“ in Aufzeichnungen des von den Grafen von Dießen-Andechs begründeten Stifts Dießen genannt.[2] Auch das Stift Wilten war in Kematen begütert.

Einer scherzhaften Deutung nach soll der Ortsname Kematen von einem Ausspruch Maximilian I. stammen, als er sich in der nahe gelegenen Martinswand verstiegen hatte, und auf Rettung hoffte: Wenn sie decht nur kematen (= kommen würden).

In Kematen ist, mit Ausnahme des Kellergewölbes des alten Widums, kein Gebäude älter als 300 Jahre, da 1703 die aus Innsbruck vertriebenen Bayern im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges (siehe auch Bayrischer Rummel) das Gebiet um Kematen und Zirl plünderten und brandschatzten.

In der NS-Zeit wurden bis zu 2.000 Zwangsarbeiter in Kematen beschäftigt, meistens für Messerschmitt GmbH unter SA- und NS-Mitglied Walter Waizer, der 1947 wegen Hochverrat verurteilt wurde.[3]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 


PolitikBearbeiten

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 28. Feber 2016 statt.[4] Dabei wurde Rudolf Häusler zum zweiten Mal zum Bürgermeister gewählt.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Auf von Rot und Silber gespaltenem Schild ein Paar Widderhörner in verwechselten Farben.“

Es wurde 1971 von der Tiroler Landesregierung Kematen als Gemeindewappen verliehen und ist ursprünglich das Wappen des Geschlechtes Liebenberg, das früher hier ansässig waren.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die Pfarrkirche stammt im Kern aus dem 13.–14. Jahrhundert, wurde um 1750 barockisiert und erhielt 1872 eine neue Ausstattung.
  • Frei stehende Kornkästen, die im 14. Jahrhundert zur Aufbewahrung des Zehent errichtet wurden, sind noch vorhanden.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Bahnhof Kematen
 
Großbäckerei Ruetz in Kematen

Kematen hat Anschluss an die Inntal Autobahn mit der Ausfahrt Zirl-Ost und an die Arlbergbahn mit einem Bahnhof.

Im Bahnhof verkehren S-Bahn-Züge. Kematen ist u. a. über die Linie   /   der S-Bahn Tirol an die Landeshauptstadt angebunden.

Wirtschaftlich bedeutend ist neben verschiedenen Gewerbebetrieben, die vorwiegend in Bahnhofsnähe angesiedelt sind, eine Großbäckerei (Bäcker Ruetz). Ferner siedelt hier noch der Kosmetikproduzent TUNAP Cosmetics (früher: Kemacos Full Filling Service), der sich als universeller Auftragshersteller von Private-Label-Produkten versteht.

In Kematen befindet sich eine Höhere Lehranstalt für Hauswirtschaft und Landwirtschaft.

Kematen fungiert auch als Wohnvorort der östlich gelegenen Landeshauptstadt Innsbruck.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kematen in Tirol – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Kematen, in der Datenbank Geschichte Tirol des Vereines „fontes historiae – Quellen der Geschichte“

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 28, Nr. 406.
  3. Kematen Forced Labour Camp (Messerschmitt Tunnels) / Frank Falla Archive
  4. [1] tirol Unser Land