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Vereinigte StaatenVereinigte Staaten  Kelly Miller Eishockeyspieler
Geburtsdatum 3. März 1963
Geburtsort Lansing, Michigan, USA
Größe 180 cm
Gewicht 90 kg
Position Linker Flügel
Schusshand Links
Draft
NHL Entry Draft 1982, 9. Runde, 183. Position
New York Rangers
Karrierestationen
1979–1981 Redford Royals
1981–1985 Michigan State University
1985–1987 New York Rangers
1987–1999 Washington Capitals
1999–2000 Grand Rapids Griffins

Kelly David Miller (* 3. März 1963 in Lansing, Michigan) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Eishockeyspieler und derzeitiger -trainer, der im Verlauf seiner aktiven Karriere zwischen 1981 und 2000 unter anderem 1176 Spiele für die New York Rangers und Washington Capitals in der National Hockey League auf der Position des linken Flügelstürmers bestritten hat. Darüber hinaus vertrat Miller sein Geburtsland auf internationaler Ebene mehrfach bei der Eishockey-Weltmeisterschaft sowie beim Canada Cup 1987.

KarriereBearbeiten

Nachdem Miller zwischen 1979 und 1981 erfolgreich bei den Redford Royals in der Great Lakes Junior Hockey League gespielt hatte und dort binnen zwei Jahren in 93 Einsätzen 158 Scorerpunkte erzielt hatte, trat er im Sommer 1981 als ältester von drei Söhnen in die Fußstapfen seines Vaters und begann ein vierjähriges Studium der Betriebswissenschaften an der Michigan State University. Parallel spielte er dazu für die Eishockeymannschaft der Universität in der Central Collegiate Hockey Association, die an den Spielbetrieb der National Collegiate Athletic Association angeschlossen war. Im Collegespielbetrieb konnte der Außenstürmer in seiner Rookiesaison 30 Punkte sammeln und gewann mit der Universität – wie in den folgenden drei Jahren auch – die Divisionsmeisterschaft der CCHA. In den folgenden Jahren steigerte er seine Punktausbeute von 35 und 49 schließlich auf 50 in seinem vierten und letzten Jahr, in der er die Mannschaft als Kapitän aufs Eis führte. Sein herausragendes letztes Collegejahr bescherten ihm schließlich die Wahl ins First All-Star Team der CCHA und ins Second All-American Team der Western Conference der NCAA. Zudem war er als einer der zehn Finalisten für die Auszeichnung mit dem Hobey Baker Memorial Award als bester Collegespieler der Saison nominiert.

Zum Ende der Saison 1984/85, als Miller sein Studium beendet hatte, wurde er von den New York Rangers aus der National Hockey League unter Vertrag genommen, die ihn bereits drei Jahre zuvor im NHL Entry Draft 1982 in der neunten Runde an 183. Stelle ausgewählt hatten, nachdem er im Vorjahresdraft unberücksichtigt geblieben war.[1] Im restlichen Verlauf des Spieljahres debütierte der Angreifer in der NHL für die Rangers und absolvierte fünf Spiele in der regulären Saison und weitere drei in den Playoffs. Zur folgenden Spielzeit schaffte der Flügelstürmer auf Anhieb den Sprung in den Stammkader der „Broadway Blueshirts“ und absolvierte 74 Spiele, in denen er auf 33 Punkte kam. Obgleich einer ähnlichen Quote in der ersten Hälfte der Saison 1986/87 wurde er am Neujahrstag 1987 gemeinsam mit Bob Crawford und Mike Ridley zum Ligakonkurrenten Washington Capitals transferiert. Im Gegenzug wechselten Bobby Carpenter und ein Zweitrunden-Wahlrecht im NHL Entry Draft 1989 nach New York.

Auch in der US-amerikanischen Landeshauptstadt, in der Miller insgesamt 13 Spielzeiten für die Capitals absolvierte, fand er nicht zu dem Offensivspiel, das in während seiner Junioren- und Collegezeit ausgezeichnet hatte. Lediglich einmal erreichte er die Marke von 20 Saisontoren, da er sich mehr und mehr zu einem defensiv orientierten Angriffsspieler entwickelte, der zumeist in einer Sturmreihe mit Mike Ridley und Michal Pivoňka aufgestellt wurde. Seine im Laufe der Jahre erworbenen Qualitäten in der Defensive bescherten ihm am Ende der Saison 1991/92 eine Finalnominierung für die Auszeichnung mit der Frank J. Selke Trophy für den besten Defensivstürmer der NHL. Auch die weiteren Jahre verliefen für Miller erfolgreich. So war er zwischen 1990 und 1994 sowie 1995 und 1997 einer der Assistenzkapitäne des Teams. Zeitweise war er Repräsentant des Franchises in der National Hockey League Players’ Association NHLPA[1] und erreichte mit der Mannschaft im Verlauf der Stanley-Cup-Playoffs 1998 das Finale um den Stanley Cup. Dort unterlag Washington den Detroit Red Wings.

Bereits im Anschluss an die Saison 1998/99 hatte Miller keinen neuen Vertrag bei den Washington Capitals erhalten und zum Saisonbeginn als Trainerassistent bei den Grand Rapids Griffins in der International Hockey League hospitiert. Dieses Engagement wurde im Verlauf der Spielzeit 1999/2000 zu einer Verpflichtung als spielender Assistenztrainer ausgeweitet, sodass er zum Abschluss seiner Karriere noch 28 Spiele bestritt. Zur Saison 2000/01 wurde er als Assistenztrainer von den Mighty Ducks of Anaheim aus der NHL verpflichtet, ehe er im Sommer 2001 den gleichen Posten im Franchise der New York Islanders annahm. Diesen Posten füllte er zwei Spieljahre bis zum Ende der Saison 2002/03 aus. Anschließend zog er sich bis 2011 aus dem Eishockeysport zurück. Seit 2011 ist er Assistenztrainer an seiner Alma Mater, der Michigan State University.

InternationalBearbeiten

Für sein Heimatland kam Miller sowohl im Junioren- als auch Seniorenbereich zum Einsatz. Der Stürmer lief beginnend mit der Junioren-Weltmeisterschaft 1981 bei drei aufeinander folgenden Junioren-Weltmeisterschaften für die U20-Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten auf. Nach jeweils sechsten Plätzen in den Jahren 1981 und 1982 führte der Stürmer das Team bei der Junioren-Weltmeisterschaft 1983 im sowjetischen Leningrad als Mannschaftskapitän zur Platzierung auf dem fünften Rang.

Sein Debüt für die US-amerikanische Herrenauswahl gab Miller bei der Weltmeisterschaft 1985 in der tschechoslowakischen Hauptstadt Prag. Mit fünf Scorerpunkten in zehn Turniereinsätzen hatte der damalige Collegespieler maßgeblichen Anteil am Erreichen des vierten Platzes der US-Amerikaner. Zudem empfahl sich der Stürmer für eine Nominierung für den Canada Cup 1987, wo er in fünf Einsätzen punktlos blieb und somit das Vorrundenaus der Vereinigten Staaten nicht verhindern konnte. Mit der Weltmeisterschaft 1989 in Schweden absolvierte Miller schließlich sein drittes internationales Turnier binnen vier Jahren. Nach mehrjähriger Pause im internationalen Spielbetrieb war die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 1999 in Norwegen zum Abschluss seiner Karriere sein letztes Weltmeisterschaftsturnier. Trotz der Teilnahme an insgesamt sechs Welttitelkämpfen gelang es Miller nicht eine Medaille zu gewinnen.

Erfolge und AuszeichnungenBearbeiten

  • 1982 CCHA-Meisterschaft mit der Michigan State University
  • 1983 CCHA-Meisterschaft mit der Michigan State University
  • 1984 CCHA-Meisterschaft mit der Michigan State University
  • 1984 CCHA First All-Academic Team[2]
  • 1985 CCHA-Meisterschaft mit der Michigan State University
  • 1985 CCHA First All-Star Team
  • 1985 CCHA First All-Academic Team[2]
  • 1985 NCAA West First All-American Team

KarrierestatistikBearbeiten

Reguläre Saison Play-offs
Saison Team Liga Sp T V Pkt SM Sp T V Pkt SM
1979/80 Redford Royals GLJHL 45 31 37 68 6
1980/81 Redford Royals GLJHL 48 39 51 90 8
1981/82 Michigan State University CCHA 40 11 19 30 21
1982/83 Michigan State University CCHA 36 16 19 35 12
1983/84 Michigan State University CCHA 46 28 21 49 12
1984/85 Michigan State University CCHA 43 27 23 50 21
1984/85 New York Rangers NHL 5 0 2 2 2 3 0 0 0 2
1985/86 New York Rangers NHL 74 13 20 33 52 16 3 4 7 4
1986/87 New York Rangers NHL 38 6 14 20 22
1986/87 Washington Capitals NHL 39 10 12 22 26 7 2 2 4 0
1987/88 Washington Capitals NHL 80 9 23 32 35 14 4 4 8 10
1988/89 Washington Capitals NHL 78 19 21 40 45 6 1 0 1 2
1989/90 Washington Capitals NHL 80 18 22 40 49 15 3 5 8 23
1990/91 Washington Capitals NHL 80 24 26 50 29 11 4 2 6 6
1991/92 Washington Capitals NHL 78 14 38 52 49 7 1 2 3 4
1992/93 Washington Capitals NHL 84 18 27 45 32 6 0 3 3 2
1993/94 Washington Capitals NHL 84 14 25 39 32 11 2 7 9 0
1994/95 Washington Capitals NHL 48 10 13 23 6 7 0 3 3 4
1995/96 Washington Capitals NHL 74 7 13 20 30 6 0 1 1 4
1996/97 Washington Capitals NHL 77 10 14 24 33
1997/98 Washington Capitals NHL 76 7 7 14 41 10 0 1 1 4
1998/99 Washington Capitals NHL 62 2 5 7 29
1999/00 Grand Rapids Griffins IHL 26 4 4 8 8 7 0 1 1 2
GLJHL gesamt 93 70 88 158 14
NCAA gesamt 165 82 82 164 66
NHL gesamt 1057 181 182 463 512 119 20 34 54 65

InternationalBearbeiten

Vertrat die USA bei:

Jahr Team Veranstaltung Resultat Sp T V Pkt SM
1981 USA Jun.-WM 6. Platz 5 0 0 0 0
1982 USA Jun.-WM 6. Platz 7 2 4 6 0
1983 USA Jun.-WM 5. Platz 7 0 1 1 0
1985 USA WM 4. Platz 10 2 3 5 2
1987 USA Canada Cup 5. Platz 5 0 0 0 0
1989 USA WM 6. Platz 9 2 4 6 2
1999 USA WM 6. Platz 6 0 1 1 2
Junioren gesamt 19 2 5 7 0
Herren gesamt 30 4 8 12 6

(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation)

FamilieBearbeiten

Miller entstammt einer tief im Eishockeysport verwurzelten Familie. Bereits sein Vater und sein Onkel waren für das Eishockeyteam der Michigan State University aktiv. Neben ihm fanden auch seine beiden jüngeren Brüder Kevin und Kip den Weg über das Universitätsteam in die National Hockey League und später auch in die US-amerikanische Nationalmannschaft, mit der Kevin sogar eine Olympia-Teilnahme verzeichnete.

Auch die beiden Cousins Ryan Miller und Drew Miller fanden über die Michigan State University für mehrere Jahre Anstellungen bei verschiedenen NHL-Franchises. Ryan Miller, das erfolgreichste Mitglied der Großfamilie, gewann als Torwart des US-Teams bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver die Silbermedaille und wurde zudem als wertvollster Spieler des Turniers ausgezeichnet.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Joe Pelletier: Washington Capitals Legends: Kelly Miller. 13. Februar 2008, abgerufen am 10. September 2017 (englisch).
  2. a b Kelly Miller Bio - Michigan State Official Athletic Site. Michigan State University, abgerufen am 10. September 2017 (englisch).