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Kaufland

Unternehmen in Neckarsulm
Kaufland Stiftung & Co. KG

Logo
Rechtsform Stiftung & Co. KG
Gründung 1968
Sitz Neckarsulm, Deutschland
Leitung

Patrick Kaudewitz (Vorstandsvorsitzender)

Mitarbeiterzahl

148.000[1]

Umsatz 21,6 Mrd. Euro (2016/17)[2]
Branche Lebensmitteleinzelhandel
Website www.kaufland.de

Kaufland in Frankfurt (Oder)
Kaufland in Tomaszow Mazowiecki, Polen

Kaufland ist eine Lebensmittel-Einzelhandelskette der Schwarz Beteiligungs GmbH mit Sitz in Neckarsulm und Bestandteil der Schwarz-Gruppe, zu der auch der Lebensmittel-Discounter Lidl gehört. Weitere Zentralstandorte sind in Heilbronn (Kaufland International) sowie Weinsberg (Kaufland Informationssysteme).[3]

Derzeit unterhält der Konzern über 1200 Märkte, davon über 650 in Deutschland. Weitere Filialen betreibt Kaufland in den mittel- und osteuropäischen Ländern Tschechien, Polen, Kroatien, Bulgarien, der Slowakei und in Rumänien. Des Weiteren möchte Kaufland laut eigenen Angaben nach Moldawien sowie Australien expandieren.[4] Die Geschäfte verfügen jeweils über eine Fläche zwischen 2.200 und 15.000 m². Einige Filialen nutzen die in vielen Bundesländern ausgeweiteten Ladenöffnungszeiten und sind deshalb von montags bis samstags von 6 bis 22 Uhr bzw. 24 Uhr und einige bis 2 Uhr nachts geöffnet.

Zu den verschiedenen Kaufland-Tochtergesellschaften gehören die Schwarz-Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG, die im Besitz der SB-Warenhäuser ist, und die Kaufland-Warenhandelsgesellschaft mbH als Betreiber der SB-Märkte.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Logo bis November 2016
 
Beteiligungen innerhalb der Schwarz-Gruppe
 
Kaufland in Prešov, Slowakei
 
Kaufland Europakarte
 
Kaufland in Zagreb, Kroatien
 
Kaufland in Hamburg
 
Buddy Bär im Kaufland, Karl-Liebknecht-Straße 7–13, in Berlin-Mitte

Die Anfänge von Kaufland reichen bis in das Jahr 1930 zurück. Zu diesem Zeitpunkt trat Josef Schwarz als persönlich haftender Gesellschafter (Komplementär) in die Südfrüchte Großhandlung Lidl & Co. in Heilbronn ein. Die Firma wurde in Lidl & Schwarz KG umbenannt und zügig zu einem Großhandel für den gesamten Lebensmittelhandel ausgebaut.[5] Nachdem das Unternehmen im Zweiten Weltkrieg 1944 zerstört worden war, gelang der Wiederaufbau innerhalb von zehn Jahren. Die Firma erhielt 1954 in Heilbronn erneut ein eigenes Domizil und trat im selben Jahr in die „A&O Handelskette“ (heute: Markant) ein. Mit der Handels- und Fruchthof Heilbronn GmbH wurde in Nordwürttemberg 1960 das erste Lager eröffnet. 1964 weitete die Firma ihr Angebot aus und richtete die erste Fleischabteilung ein. 1968 wurde in Backnang der erste Verbrauchermarkt unter dem Namen Handelshof eröffnet, 1977 am selben Ort das erste SB-Warenhaus unter demselben Namen.

Nachdem Josef Schwarz 1977 im Alter von 74 Jahren verstorben war, übernahm dessen Sohn Dieter Schwarz die Leitung des Unternehmens. 1984 eröffnete in Neckarsulm – seit 1972 Sitz der Unternehmenszentrale – das erste SB-Warenhaus unter dem Namen Kaufland.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands expandierte die Lebensmittel-Kette in die neuen Bundesländer und eröffnete dort zahlreiche Märkte. Das erste ostdeutsche Kaufland-Warenhaus wurde 1990 in Meißen eingerichtet. 1994 wurde in Zwickau der erste „Kaufmarkt SB Warenhaus“ eröffnet. 1998 wurde in Kladno in Tschechien die erste Kaufland-Filiale im Ausland eröffnet. In den Folgejahren konnte die Firma in der Slowakei (seit 2000), Kroatien (2001), Polen (2001), Rumänien (2005) und in Bulgarien (2006) Fuß fassen. 2006 und 2007 folgten weitere Filialeröffnungen in Deutschland, außerdem übernahm Kaufland Filialen von Konkurrenzunternehmen. Im Februar 2009 hatte Kaufland nach eigenen Angaben über 73.000 Mitarbeiter.[6]

Im Dezember 2009 verkaufte die Karl Lupus GmbH & Co. KG ihre bisherigen zwölf Warenhäuser der famila Handels-Betriebe GmbH & Co. KG Rhein-Neckar und den Cash-&-Carry-Markt Lupus Food Service mit 1400 Mitarbeitern an Kaufland; die effektive Übernahme erfolgte im Februar 2010.[7] Im Januar 2010 hat Kaufland vier SB-Warenhäuser von Schlecker (Schleckerland) in Ehingen, Geislingen an der Steige, Göppingen und Schwäbisch Gmünd übernommen, umgebaut und auf das Kaufland-Konzept umgestellt.[8][9] Im April 2010 wurde die Umstellung der Kaufmarkt-Filialen in Kaufland vollzogen.

Im November 2010 führte die Kaufland-Gruppe für ihre Mitarbeiter einen Mindestlohn von 8,50 Euro ein. Seit dem 1. März 2011 gilt dieser Mindestlohn auch für alle Mitarbeiter von externen Dienstleistern, die bei Kaufland auf Basis eines Werkvertrags oder im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung tätig sind. Ab 1. März 2012 wurde der Mindestlohn auf 9,00 Euro angehoben.

Ende März 2011 wurden die bisherigen Ratio-Märkte in Osnabrück und Stadthagen übernommen. Im Oktober 2011 wurden alle Handelshof-Märkte im Großraum Heilbronn in Kaufland umbenannt. Einhergehend mit dem Namenswechsel waren Umbau und Sortimentserweiterungen. Die komplette Umstellung aller bundesdeutschen Handelshof-Filialen wurde bis Ende 2011 abgeschlossen.

Am 1. März 2013 wurde im Gewerbegebiet an der A 38 bei Heiligenstadt in Thüringen ein neues Fleischwerk für 90 Millionen Euro eingeweiht. Rund 600 Mitarbeiter verarbeiten dort Fleisch zu 250 Artikeln, die in die deutschen Kaufland-Filialen geliefert werden.[10][11]

Seit Oktober 2015 ist Patrick Kaudewitz neuer Vorstandschef und führte - wie von ihm angekündigt - grundlegende Innovationen im Ein- und Verkauf durch.[12]

SortimentBearbeiten

Kaufland vertreibt neben Herstellermarken auch zahlreiche Handelsmarken.

  • Bäckereien: Seit 1994 unterhält Kaufland eigene Bäckereien. Das in Dessau, Leipzig und Chemnitz gestartete Projekt soll das Angebot von verpackten Backwaren in den Regalen ergänzen.
  • Cultura Vini: Mit „Cultura Vini“ (bedeutet übersetzt „Kultur des Weines“) bietet Kaufland seit 2009 ein eigenes Weinsortiment an.
  • K-Bio: Seit 2009 bietet Kaufland über 100 Produkte der Eigenmarke „K-Bio“ mit Bio-Siegel an, die der EG-Öko-Verordnung entsprechen.
  • K-Classic: Im Oktober 2003 führte Kaufland in seinen Warenhäusern die Discountmarke „K-Classic“ ein. Die Einführung dieser Marke soll Kunden langfristig an das Unternehmen binden, da eine Art Corporate Identity geschaffen wird. Des Weiteren erleichtert dieses Vorgehen die interne Auflistung aller Artikel durch kürzere EAN-Codes und einheitliche Verpackungsmaße. Auf diese Weise kann das Unternehmen die Platzierung seiner Produkte optimieren.
  • K-free: Seit August 2018 bietet Kaufland glutenfreie und laktosefreie Produkte an.
  • K-Classic WellYou: Seit 2008 bietet Kaufland unter der Marke „K-Classic WellYou“ eine eigene Produktschiene mit Produkten für gesundheitsbewusste Ernährung an, die zudem keine Konservierungsstoffe, Süßstoffe und den Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat enthalten.
  • K-Classic CONCEPT+: Ende 2009 ergänzte Kaufland sein Sortiment um frei verkäufliche Arzneimittel mit eigenem Logo.
  • K-Classic Mobil: K-Classic Mobil ist eine von Telefónica Germany angebotene Eigenmarke für Kaufland-Kunden.[13]
  • K-Purland: K-Purland (1985–2011 unter dem Namen Purland) ist die eigene Fleischmarke der Kaufland-Gruppe. Ein unternehmenseigenes Fleischwerk in Möckmühl beschäftigt rund 600 Mitarbeiter.[14] Ein weiteres Fleischwerk besteht in Osterfeld und in Heilbronn produziert Kaufland mit rund 500 Mitarbeitern Wurst und Kasseler.[15][16] Ein weiteres Fleischwerk in Heiligenstadt beschäftigt seit 2013 weitere 400 Mitarbeiter.[17] Der Fleisch- und Wurstverkauf in den Warenhäusern gliedert sich in SB-Fleisch- und Wurstregale und in Fleisch- und Wurst-Bedienungstheken (zum größten Teil reine Wurst-Bedienungstheken).
  • Kaufland Reisen: Seit Ende 2010 werden in Kooperation mit den Touristikunternehmen BigXtra Touristik GmbH (München), FTS Fly & Travel Service GmbH (Essen), Hermes Touristik GmbH & Co. KG (Hamburg) und Mediplus Reisen GmbH (Bonn) auch Pauschalreisen, Flugreisen und Kreuzfahrten angeboten.

WerbungBearbeiten

Mit dem TIP-Werbeverlag, der seinen Sitz im angrenzenden Heilbronn hat, unterhält Kaufland einen eigenen Werbeverlag, der die Broschüren TOP aktuell und TIP der Woche herausgibt. Dort wird über aktuelle Angebote und Produkte regionaler Anbieter informiert. Das kostenlose Werbeblatt finanziert sich durch Anzeigen und Einleger. Nach eigenen Angaben werden 400 verschiedene Regionalausgaben in einer Auflage von 17,8 Millionen Exemplaren herausgegeben. Am Abend des 29. September 2013 wurde im Rahmen der neu gestarteten Fernseh-Werbekampagne erstmals Werbung von Kaufland im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.

Im September 2014 teilte der TIP-Werbeverlag mit, dass er die Zustellung durch eigene Mitarbeiter beendet und ab 1. November 2014 vollständig an Fremdfirmen vergibt, wie es bereits bisher für 40 % der Auflage der Fall ist.[18] Rund 55.000 Mitarbeiter, meist Minijobber, verlieren dadurch nach Angaben des Verlags ihre Anstellung und müssen sich neu bei den externen Zustell-Dienstleistern bewerben. Die Gewerkschaft ver.di kritisierte dies als „die wahrscheinlich größte Massenentlassung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“.[19]

Ende 2016 wurde die TIP der Woche in Kaufland umbenannt.[20]

LogistikBearbeiten

Kaufland betreibt in Deutschland sieben Logistikzentren mit insgesamt 2700 Mitarbeitern:

KritikBearbeiten

In der Neuausgabe des Standardwerkes Schwarzbuch Markenfirmen vom September 2014 wurde zum ersten Mal auch Kaufland aufgeführt. Die Autoren warfen dem Konzern miserable Arbeitsbedingungen in der Lieferkette und bei den heimischen Mitarbeitern vor.[22]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Unsere Standorte – hier sind wir zu Hause bei karriere.kaufland.de (abgerufen am 18. April 2018)
  2. https://handel-nrw.verdi.de/einzelhandel/konzern-und-unternehmensdaten/++co++c407d03e-2667-11e6-8181-52540066e5a9
  3. Unsere Bürostandorte. Abgerufen am 24. April 2017.
  4. Expansion in Australien: Down Under freut sich auf Kaufland. (handelsblatt.com [abgerufen am 24. April 2017]).
  5. Chronik. Abgerufen am 7. März 2018.
  6. a b Kaufland investiert in Logistiknetz (Memento vom 19. Dezember 2009 im Internet Archive). kaufland.de, Februar 2009
  7. http://www.pz-news.de/Home/Nachrichten/Kaufland-uebernimmt-LupusFamila-mit-1400-Mitarbeitern-_arid,163596_puid,1_pageid,7.html
  8. Schleckerland macht zu In: Schwäbische Zeitung vom 25. November 2009
  9. Neu-Ulmer Schleckerland öffnet wieder. In: Schwäbische Zeitung vom 4. Januar 2010
  10. Pünktlich am 1. März startet im Kaufland-Fleischwerk in Heiligenstadt die Produktion. Thüringische Landeszeitung, abgerufen am 12. Mai 2014
  11. Kaufland-Fleischbetrieb in Heiligenstadt startet Produktion, abgerufen am 12. Mai 2014
  12. Manfred Stockburger: Zeitenwende bei Kaufland. Neckarsulm Wie Vorstandschef Kaudewitz den Lebensmittelhändler wieder attraktiv machen möchte. In: Heilbronner Stimme. 15. Mai 2016 (bei stimme.de [abgerufen am 15. Mai 2016]).
  13. vgl. Impressum von K-Classic Mobil
  14. Heiko Fritze: Kaufland investiert 38 Millionen Euro. In: Heilbronner Stimme. 24. Dezember 2008, S. 35 (bei stimme.de [abgerufen am 27. Dezember 2008]).
  15. Wir über uns: Die FRISCHE-Metzgerei von K-Purland (Memento vom 12. Mai 2016 im Internet Archive) bei kaufland.de (abgerufen am 26. November 2012)
  16. Manfred Stockburger: Leiharbeiter: Vorreiter Kaufland. In: Heilbronner Stimme. 20. November 2010, S. 35 (bei stimme.de [abgerufen am 27. April 2011]).
  17. Bernd Jentsch: Fleischfabrik schafft mindestens 400 Jobs im Eichsfeld, thueringer-allgemeine.de, 18. Dezember 2009, abgerufen am 27. April 2011
  18. [1]
  19. Kaufland entlässt 55.000 Minijobber
  20. Kaufland.de: Prospekte
  21. http://www.kaufland.de/Home/02_Sortiment/K-Purland/index.jsp (Memento vom 14. Oktober 2016 im Internet Archive)
  22. http://markenfirmen.com/links/lidl-kaufland/

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kaufland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien