Katharine Mehrling

deutsche Schauspielerin, Musical-Darstellerin, Sängerin und Songschreiberin

Katharine Mehrling (* 1974 oder 1975[1][2] in Hanau[3]) ist eine deutsche Schauspielerin, Sängerin und Songschreiberin.

Katharine Mehrling (2018)

LebenBearbeiten

Katharine Mehrling wuchs in Ostheim (Nidderau) auf. Sie studierte Schauspiel und Musical Theatre am London Studio Centre und am Lee Strasberg Theatre Institute in New York. 1993 wurde sie während ihrer Ausbildung von Regisseur Michael Bogdanov als Chrissy für die Revivalproduktion des Musicals Hair im Old Vic Theatre engagiert.

Ihre Engagements umfassen zahlreiche weibliche Hauptrollen in Stücken wie Sugar Kane in Some Like It Hot, Polly in Die Dreigroschenoper, Eponine in Les Misérables, Eva Peron in Evita, Lucy in Jekyll & Hyde, Irma in Irma la Douce, Emma in Bleib noch bis zum Sonntag (Tribüne Berlin), Fanny Brice in Funny Girl, Lilli Vanessi/Katharina in Kiss Me, Kate (Bad Hersfelder Festspiele) und Sally Bowles in Cabaret in der Bar jeder Vernunft Berlin (Regie: Vincent Paterson).

2016 war sie die Premierenbesetzung in Andrew Lloyd Webbers Evita (Inszenierung: Vincent Paterson) im Ronacher in Wien. Internationales Aufsehen erregte ihre Verkörperung von Edith Piaf in drei verschiedenen Theaterinszenierungen.

Ihrer Liebe zum Jazz und dem französischen Chanson widmete sie sich in ihren Solo-Programmen und auf mehreren CDs: Hommages, Bonsoir Katharine, Piaf Au Bar, Mehrling Au Bar, Vive La Vie. Ihr erstes Album mit selbstgeschriebenen Liedern, Am Rande der Nacht (Musik: Rolf Kühn & Katharine Mehrling/Texte: Katharine Mehrling), wurde in den Berliner Hansa Studios produziert und 2011 bei Monopol Records veröffentlicht. Ende 2011 präsentierte der Hessische Rundfunk im großen Sendesaal Ein Abend mit Katharine Mehrling und der HR Big Band unter der Leitung von Jörg Achim Keller.

Vom 11. Februar bis 14. April 2012 stand sie mit ihrer Band, Tänzern, internationalen Artisten und Special Guest Rolf Kühn im Wintergarten mit ihrer Show Am Rande der Nacht[4] auf der Bühne. Dafür wurde ihr von der Stadt Bremerhaven der Lale Andersen Förderpreis verliehen.

In dem Film Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat hat Katharine Mehrling einen Auftritt als Sängerin im Offiziersclub, und sie ist mit dem Lied Für eine Nacht voller Seligkeit auf dem Soundtrack zu hören. Wolfgang Rademann ließ für sie eine Rolle schreiben für die Traumschiff-Folge „Mauritius“. In dem in Kapstadt gedrehten Sat1-Film Liebe auf den ersten Trick ist sie an der Seite von Dieter Hallervorden, Veronica Ferres und Steffen Groth zu sehen.

Beim Bundeswettbewerb Gesang, bei dem sie 1995 selbst den 2. Platz gewann, war sie 2011 Jury-Mitglied. 2013 war sie Jury-Präsidentin und moderierte die Preisträgergala im Friedrichstadtpalast.

Sie gab Konzerte mit der Big Band der Deutschen Oper in der Deutschen Oper Berlin, den Brandenburger Symphonikern, dem Philharmonischen Orchester Kiel, dem Philharmonischen Orchester Freiburgund mehrfach mit dem Filmorchester Babelsberg. Am 19. Dezember 2015 feierte sie an der Komischen Oper mit großem Orchester in zwei Konzerten den 100. Geburtstag von Edith Piaf, in Anwesenheit des Piaf-Komponisten Charles Dumont. Ihr Konzert mit der NDR RadiophilharmonieKatharine Mehrling singt Piaf (Dirigent: Enrique Ugarte) wurde 2017 im NDR Kultur Radio übertragen.

Im September 2018 gab sie ihr New-York-Konzert-Debüt in Joe’s Pub im Public Theatre.

Im Mai 2019 veröffentlichte sie ihre Single Straßen von Berlin, aufgenommen mit dem Filmorchester Babelsberg (Text: Katharine Mehrling/Musik: Paul Hankinson & Katharine Mehrling) bei Traumton Records. Das Video wurde in Berlin mit Jannik Schümann, Tilmar Kuhn und Dagmar Biener gedreht (Regie: Katharine Mehrling/Produktion: Titus Hoffmann).

Für ihre Rolle der Fanny Brice in Funny Girl (Bad Hersfelder Festspiele) wurde sie 2019 mit dem Großen Hersfeldpreis der Kritiker-Jury ausgezeichnet. Während der Abschluss-Gala Finale Furiose am 1. September 2019 wurde ihr außerdem der Zuschauerpreis 2019 überreicht.

Seit ihrer Zusammenarbeit an Paul Abrahams JazzOperette Ball im Savoy verbindet Katharine Mehrling und Barrie Kosky eine künstlerische Freundschaft. Mit ihrem Abend Lonely House (Premiere: Dezember 2019) widmeten sie sich dem gemeinsam bewunderten Komponisten Kurt Weill und präsentierten zu zweit französische und amerikanische Lieder und Songs aus Weills Exil in Paris und New York.

Mit dem Theaterpreis „Goldener Vorhang“ wurde Katharine Mehrling zum 6. Mal als beliebteste Schauspielerin Berlins ausgezeichnet, unter anderem für ihr Programm Vive la vie in der Bar jeder Vernunft.[5] Die Verleihung fand am 19. Januar 2020 auf der Bühne der Komischen Oper im Anschluss ihres Kurt-Weill-Konzertes „Lonely House“ mit Barrie Kosky statt.

AuszeichnungenBearbeiten

DiskografieBearbeiten

  • Hair. The 1993 Original London Cast Recording. EMI-Electrola, 1993
  • Rainer Bielfeldt: Conni – Ich mach so gern Musik. Universal Music, 2004
  • Hommages. 2008
  • Am Rande der Nacht. 2011

FernsehfilmeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Axel Schock: Ich hab halt nicht mit Dieter Bohlen geschlafen. In: Berliner Zeitung, 6. Januar 2006, abgerufen: 6. Mai 2014
  2. Barbara Jänichen: Katharine Mehrling übersteht schwere Krankheit. In: Die Welt, 30. April 2006, abgerufen: 18. September 2011
  3. Bernd Wegner: London – New York – Berlin. Katharine Mehrling, die „Piaf von Berlin“, lebt jetzt seit zehn Jahren an der Spree. In: BVG plus _07/08 (2010). S. 28–29 (PDF; 7,1 MB)
  4. Gunda Bartels: Die Freaks sind los. 26. Juli 2014, abgerufen am 4. September 2019.
  5. Peter Zander: Katharine Mehrling hat „die beste Stimme der Welt“. 20. Januar 2020, abgerufen am 18. August 2020 (deutsch).
  6. Bundeswettbewerb Gesang: Alle Preisträger Musical/Chanson (Memento vom 25. Februar 2016 im Internet Archive)
  7. Gitte Haenning erhält den Lale Andersen Preis - Förderpreis für Katharine Mehrling. Pressemitteilung der Stadt Bremerhaven vom 17. August 2012, abgerufen am 29. September 2012
  8. https://www.hersfelder-zeitung.de/bad-hersfeld/hersfelder-festepiele-2019-preise-gehen-katharine-mehrling-guenter-zr-12842772.html abgerufen am 25. August 2019
  9. Peter Zander: Katharine Mehrling hat „die beste Stimme der Welt“. 20. Januar 2020, abgerufen am 18. August 2020 (deutsch).