Katharina Weingartner (* 1964) ist eine österreichische Regisseurin und Autorin. Sie ist Mitbegründerin des ersten deutschen Hip-Hop Sublabels "Rhythm Attack Productions" von Minor music und der ersten österreichischen Hip-Hop-Sendung „Tribe Vibes“ des Radiosenders FM4.[1]

Leben und WerkBearbeiten

Weingartner begann bereits während ihres Germanistikstudiums an der Universität Wien im Jahr 1989 bei der Radiosendung Musicbox des Senders Ö3 zu arbeiten. Parallel dazu schrieb sie über Hip-hop in der Musikzeitschrift Spex. Durch ihre Erfahrungen beim deutschen Hip-hop Label Rhythm Attack, das sie ein Jahr zuvor mitbegründete, brachte sie als eine der ersten DJs amerikanischen Hiphop ins österreichische Radio. Die von ihr mitbegründete Sendung „Tribe Vibes“ entstand zunächst als wöchentlicher 15-Minuten Beitrag als Teil der Musicbox, bevor sie nach Gründung des Senders FM4 1995 einen eigenen Sendeplatz auf dem neuentstandenen Jugendsender erhielt.[2] Bis heute ist die Sendung eine der wichtigsten Hip-Hop Sendungen Österreichs.[3]

Weingartner lebte 15 Jahre in New York und produzierte von dort aus zahlreiche Radiofeatures für den WDR und Ö1. Für ihr Feature „Prison Blues. Die US-Amerikanische Gefängnisindustrie“ gewann sie beim European Feature Awards und den UNDA-Radiopreis. Daraus entstand ihr erster Dokumentarfilm too soon for sorry (2001), der den Widerspruch zwischen der Idealisierung junger Schwarzer und Latinos durch die Unterhaltungsindustrie und ihrer Lebensrealität im US-amerikanischen Gefängnissystem aufzeigt.[4]

2005 gründete sie gemeinsam mit Markus Wailand die Wiener Filmproduktionsfirma pooldoks. Seitdem lebt sie in Wien und beschäftigt sich in ihren Film- und Radioproduktionen weiterhin mit Pop- und Gegenkulturen, Politik, Konsum und Musik. Einen Schwerpunkt nehmen dabei afro-amerikanische Kultur und Politik ein. Von 2014 bis 2019 befasste sie sich für ihren Dokumentarfilm Das Fieber intensiv mit dem Themenkomplex Malaria.[5]

FilmografieBearbeiten

  • 2001: too soon for sorry. Dokumentarfilm, Fischerfilm, D, A, USA. Regie/Drehbuch/Produktionsleitung
  • 2003: Knock Off. Die Rache am Logo. TV-Dokumentarfilm, Arte/BKA, Knock Off Productions, USA/D/A, Regie/Drehbuch
  • 2007: Sneaker Stories. Dokumentarfilm, pooldoks, A, Regie/Drehbuch/Produktion
  • 2007: Here To Stay. TV-Dokumentation, pooldoks, A, Produktion
  • 2010: Der Gruen Effekt. TV-Dokumentation, pooldoks A, Regie/Drehbuch (gemeinsam mit Anette Baldauf)
  • 2019: Das Fieber. Dokumentarfilm, pooldoks A/D/CH, Regie/Drehbuch

RadioproduktionenBearbeiten

  • 1997: Prison Blues. Die US-Amerikanische Gefängnisindustrie. DRS, ORF, NRK (European Feature Awards, UNDA Radiopreis)
  • 1999: The Hole. Basketball WDR, ORF, SWF
  • 2002: Theater Festival Inside Starbucks. Reverend Billy & The Church of Stop Shopping. Radioproduktion New York
  • 2002: 9/11 Stand Up! WDR
  • 2003: LAPD Blues. WDR
  • 2004: Die Rache am Logo. WDR Feature
  • 2008: Sneaker Stories. Radio Feature WDR/ORF

PublikationenBearbeiten

  • Hrsg. mit Anette Baldauf: Lips. Tits. Hits. Power? Popkultur und Feminismus, Folio Verlag, Wien/Meran 1998, ISBN 978-3-852-56077-9
  • 2000 Niggafied: Urbane Latino-Kultur als (popkulturelles) Projektionsfeld. Kurzfilmtage Oberhausen. In: Pop Unlimited? Turia&Kant, Wien 2001

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. FilmABC.at: Sneaker Stories, Brandmale der Markengesellschaft. Abgerufen am 4. Dezember 2019.
  2. "Wie der wöchentliche Gottesdienst": Interview mit Katharina Weingartner. In: The Message. 20. Februar 2011, abgerufen am 4. Dezember 2019 (deutsch).
  3. FM4 Tribe Vibes - fm4.ORF.at Radio. 2. Februar 2017, abgerufen am 4. Dezember 2019.
  4. Onlinefilm.org: Too Soon For Sorry, Katharina Weingartner. Abgerufen am 4. Dezember 2019.
  5. dok.at | Katharina Weingartner. Abgerufen am 4. Dezember 2019.