Karl von Brühl-Renard

Karl Andreas Friedrich Wilhelm Moritz Vincenz Graf von Brühl-Renard (* 22. Januar 1853 in Dresden; † 31. Dezember 1923 in Groß-Strehlitz (Schlesien)) war ein deutscher Philanthrop und Politiker. 1889 war er Mitbegründer der Epileptischen Anstalten Kleinwachau und im gleichen Jahr Stifter des Mädchenheimes Tobiasmühle Radeberg. Von 1901 bis 1918 war er Mitglied des sächsischen Landtages.

LebenBearbeiten

Karl von Brühl-Renard leitete ab 1887 das erste deutsche Kindererholungsheim, das Bethlehemstift im Berghaus des Augustusbades, das 1875 von Hugo Woldemar Hickmann gemeinsam mit Dresdner Ärzten und der Inneren Mission gegründet worden war. Im Jahr 1900 kaufte von Brühl das Landhaus des Radeberger Fabrikanten Rumpelt mit dem dazugehörigen Park und ließ ein Kinderhaus errichten, das 1925 den Namen „Graf-Brühl-Haus“ erhielt und bis 1945 in Betrieb war.[1]

1889 bis 1923 war er Vorsitzender des Vorstands der Epileptischen-Anstalt Kleinwachau, welche auf Initiative der Inneren Mission Sachsens gegründet wurde. Er war dort verantwortlich für die Aufnahme und Entlassung der Pfleglinge, die Anstellung des Pflegepersonals und die Überwachung des gesamten Betriebs.

In der Zeit von 1901 bis 1918 war er Mitglied der Ersten Kammer der Ständeversammlung des Königreichs Sachsen, dem sächsischen Landtag.[2]

Von Brühl-Renard erbte das Wasserschloss Seifersdorf, das sein Großvater Carl von Brühl im Jahr 1818 mit Hilfe des berühmten preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel im neugotischen Stil umbauen ließ.[3]

FamilieBearbeiten

Verheiratet war von Brühl-Renard in erster Ehe mit Auguste Elisabeth Margarete von Krosigk (1848–1905, Seifersdorf) und in zweiter Ehe mit Agnes Gräfin von Brühl († 1952). Er war der letzte Graf von Seifersdorf bei Radeberg

Er war der Sohn von Johann George Wilhelm Karl Gebhard von Brühl (* 27. April 1818; † 27. November 1858) und Ludmilla Gabriele Maria von Renard (* 28. August 1830; † 16. Januar 1894). Diese begründeten die Familienlinie Brühl-Renard. Sein Großvater war Carl von Brühl, der Intendant der Königlichen Theater zu Berlin von 1815 bis 1828. Seine Urgroßmutter war Christina von Brühl, geborene Schleyerweber. Sie gilt als Begründerin des Seifersdorfer Tales bei Dresden. Sein Ururgroßvater war Heinrich Graf von Brühl, sächsischer Premierminister.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Klaus Menzel: Berghaus wurde Bethlehemstift. Das erste Kindererholungsheim Deutschlands steht in Liegau-Augustusbad. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 12. November 2007, heimatverein-liegau-augustusbad.de (PDF; 2,2 MB).
  2. SLUB Dresden: Historische Protokolle des Sächsischen Landtags: Details. Abgerufen am 27. Oktober 2018.
  3. Seifersdorf. Abgerufen am 19. Dezember 2018.