Karl Wüstenhagen

deutscher Schauspieler, Regisseur und Intendant
Grab von Karl Wüstenhagen am Ober Sankt Veiter Friedhof in Wien

Karl Wüstenhagen (* 16. August 1893 in Köln; † 12. Juli 1950 in Hamburg) war ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Intendant.

LebenBearbeiten

Wüstenhagen wirkte als Schauspieler und Regisseur bei zahlreichen Filmproduktionen mit. Er war ein überzeugter Nationalsozialist und gehörte Alfred Rosenbergs völkisch gesinntem antisemitischem Kampfbund für deutsche Kultur und der NSDAP an.[1]

Von 1932 bis 1945 war Wüstenhagen Intendant des Deutschen Schauspielhauses Hamburg und wurde zum Hamburger Staatsrat ernannt.[1] In seine Ära fällt die Verstaatlichung 1934. Werke von kommunistischen oder jüdischen Autoren wurden gemäß dem nationalsozialistischen Verbot nicht mehr aufgeführt. Während Wüstenhagens Intendanz konnte er auch Jürgen Fehling für drei Inszenierungen gewinnen.

Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die Auswahl der Stücke weiter eingeschränkt, indem Stücke aus „Feindländern“ nicht mehr aufgeführt werden durften.[2]

Im Januar 1941 gastierte Wüstenhagen mit dem Ensemble des Hamburger Schauspielhauses im besetzten Norwegen.[1] Während des Krieges wurde das Schauspielhaus zwar durch Bomben beschädigt, aber nicht zerstört. Nach der verordneten Schließung des Hauses im September 1944 wurde darin eine Rüstungswerkstatt eingerichtet.[2] 1945 wurde das Schauspielhaus an der Kirchenallee von den britischen Besatzungsmacht als Garrison Theatre beschlagnahmt. Wüstenhagen verlor endgültig seinen Posten als Intendant und wurde zunächst kommissarisch durch Rudolf Külus ersetzt.

Wüstenhagen war seit 1936 mit der Schauspielerin Emmy Percy-Wüstenhagen verheiratet.

FilmografieBearbeiten

  • 1921: Die arme Margret
  • 1921: Der Verfluchte
  • 1923: Martin Luther (auch Regie)
  • 1923: Das Wirtshaus im Spessart
  • 1924: Helena
  • 1938: Ballade

HörspieleBearbeiten

TheaterBearbeiten

RegieBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 676.
  2. a b Geschichte des Hamburger Schauspielhauses.