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Karl Theodor Robert Luther

deutscher Astronom, Entdecker zahlreicher Asteroiden

LebenBearbeiten

Er studierte seit 1841 in Breslau und Berlin Philosophie, Mathematik und Astronomie. Gleichzeitig arbeitete er an der Berliner Sternwarte und erhielt dort 1848 eine Anstellung. 1851 wechselte er als Direktor an die Sternwarte Düsseldorf.

Zwischen 1852 und 1890 gelang ihm dort die Entdeckung von insgesamt 24 Asteroiden. Damit überbot er den deutsch-französischen Astronomen Hermann Goldschmidt, der zwischen 1852 und 1861 14 Asteroiden gefunden hatte. Nach Luther brachten es der US-Amerikaner Christian Heinrich Friedrich Peters auf 48 (1861–1889) und der Österreicher Johann Palisa auf 123 Asteroiden (1874–1923).

Beim Zeichnen der akademischen Sternkarte hora O entdeckte Luther den veränderlichen Stern T Piscium im Sternbild Fische.

An der Universität Bonn wurde er 1855 zum Dr. phil. honoris causa ernannt und erhielt von der Pariser Académie des sciences siebenmal den Lalandeschen Preis für Astronomie. Seine Stadt Düsseldorf zeigte sich für den Prestigegewinn durch die Entdeckungen auch finanziell erkenntlich.

Auf der Pariser Gedenkmedaille des Jahres 1868, die anlässlich des hundertsten Asteroiden geprägt wurde, ist er neben Hermann Goldschmidt und John Russel Hind, zwei anderen Mehrfachentdeckern, abgebildet. Die Medaille wurde 1869 in der Pariser Münze im Auftrag Napoleons III. ausgeprägt[1]. Nach ihm wurde auch der Asteroid (1303) Luthera benannt. Außerdem wurde der Mondkrater Luther nach ihm benannt. Im Jahr 1882 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.

ZitatBearbeiten

„Neulich wollte ich hier auf die Sternwarte gehen mit einem Bekannten und gedachte plötzlich dabei jenes Sternguckers in Düsseldorf, welcher auch in den Kneipen dabei war und seither immer so kleine Planeten ausspürt, der Narr, ich glaube, Lutter hieß er; sonst hatte ich ihn gänzlich vergessen.“

Gottfried Keller an Ferdinand Freiligrath, Briefwechsel im Oktober 1855[2]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Joseph & Fellner Nr. 1354, Abbildung Tafel 57
  2. Zitiert nach: Beatrix Müller, Marianne Tilch (Hrsg.): Düsseldorf. Texte und Bilder aus vier Jahrhunderten. J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1991, ISBN 3-476-00784-7, S. 220