Karl Karst

deutscher Theater-, Film- und Fernsehwissenschaftler

Karl Karst, auch Karl H. Karst (* 24. Oktober 1956 in Köln) ist ein deutscher Schriftsteller und Honorarprofessor an der Universität Siegen. Er war von 1999 bis 2019 Programmchef des Kulturradios WDR 3 und ist seit 2019 Sprecher des Deutschen Medienrates im Deutschen Kulturrat.  

LebenBearbeiten

Karl Karst studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an der Universität zu Köln und schrieb bis Mitte der 80er Jahre für das Feuilleton der FAZ, den Kölner Stadt-Anzeiger und epd-Medien sowie für die Kulturprogramme der ARD. 1985 erhielt er seine erste Redakteursstelle in der Hörspielabteilung des Bayerischen Rundfunks.

Von 1999 bis 2019 war er (erster) Programmchef der Kulturwelle WDR 3. In dieser Funktion schuf er im Jahr 2000 die „WDR 3 Kulturpartnerschaften“, die heute von nahezu allen Kulturradios der ARD praktiziert werden. Zu seinen langfristigen Programmprojekten gehört das „Kulturpolitische Forum WDR 3“, das seit 2003 öffentliche kulturpolitische Debatten veranstaltet und sie in ganzstündigen Sendungen linear sowie als Podcast ausstrahlt und dauerhaft zur Verfügung stellt.

Seit 1991 unterrichtet er an den Universitäten Köln, Essen, Leipzig und Siegen zu Themen des Hörens, des Rundfunks und der Medienkunst. 2001 wurde er zum Honorarprofessor für Medienwissenschaft der Universität Siegen ernannt.

Karst ist Gründer des Projektkreises SCHULE DES HÖRENS (1996), des Bundesverbands INITIATIVE HÖREN(2003) und der Stiftung Hören (2011). Er ist der Initiator der medienpädagogischen Projekte AUDITORIX[1] und OLLI OHWURM[2] mit den in Deutschland bekanntesten Hörerziehungs-Figuren für Kindergärten und Grundschulen.

Aktuell vertritt er als Kulturbeauftragter des Intendanten den WDR und die ARD im Deutschen Kulturrat (seit 2016), im Deutschen Musikrat (seit 2019) und in der Europäischen Rundfunkunion (EBU).  Seit 2019 ist er Sprecher des Deutschen Medienrates.[3]

Berufliche FunktionenBearbeiten

  • Seit 2019 Sprecher des Deutschen Medienrates im Deutschen Kulturrat
  • Seit 2019 Mitglied des Bundesfachausschusses Medien im Deutschen Musikrat
  • 2017–2020 WDR-Koordinator der crossmedialen Kulturjubiläen Böll-100 (2017), Offenbach-200 (2019) und Beethoven-250 (2020)
  • Seit 2016 Vertreter der ARD im Deutschen Kulturrat
  • Seit 2016 Kulturbeauftragter des Intendanten im WDR
  • 2008–2011 Stellvertretender Vorsitzender der Euroradio Culture Group der Europäischen Rundfunkunion (EBU)
  • 2012–2015 Vorsitzender der Euroradio Culture Group der Europäischen Rundfunkunion (EBU)
  • Seit 2008 Mitglied der Euroradio Culture Group der Europäischen Rundfunkunion (EBU)
  • 2001–2002 Mitglied der Musikkommission des Landes NRW zur Evaluation der Studiengänge der Kunst- und Musikhochschulen des Landes
  • 2000–2001 Mitglied der Expertenrunde „Lärm“ des Bundesministeriums  für Gesundheit
  • 1999–2019 Programmchef und Programmbereichsleiter WDR 3
  • 1994–1997 Lehrbeauftragter am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Leipzig
  • 1990–2001 Gründungs-Lehrbeauftragter des Studiengangs „Medien-Planung, -Entwicklung und -Beratung“ an der Universität GH Siegen
  • 1990–1998 Autor und Herausgeber für den Suhrkamp-Verlag und den Insel-Verlag.
  • 1988–1991 Leiter der Hörspielabteilung des Süddeutschen Rundfunks
  • 1985–1988 Hörspielredakteur des Bayerischen Rundfunks
  • 1981–1999 Autor und Regisseur für BR, HR, SWR und WDR
  • 1981–1990 Mitarbeiter im Feuilleton der Frankfurt Allgemeinen Zeitung (F.A.Z)
  • 1980–1985 Mitarbeiter bei epd/Kirche und Rundfunk (epd-medien)
  • 1980–1985 Mitarbeiter im Feuilleton des Kölner Stadt-Anzeiger

Ehrenamtliches EngagementBearbeiten

InitiativenBearbeiten

  • 1979 Gründer der „Kölner Autorenwerkstatt“ Universität Köln
  • 1980 Gründer und Herausgeber „Das Heft. Zeitschrift für Kulturarbeiten“
  • 1996 Gründer des Projektkreises „Schule des Hörens e.V.“
  • 1998 Initiator der Klangkunst-Reihe „Hear.ing Kölner Stadtgarten“
  • 1999 Initiator des Projekts „Olli Ohrwurm. Schule des Hörens für Kinder“
  • 2000 Gründer des Netzwerks „WDR 3 Kulturpartnerschaften“
  • 2001 Initiator der „Initiative Stiftung Hören“
  • 2002 Gründer „Deutscher Klangkunst-Preis“
  • 2003 Initiator der Reihe „Kulturpolitisches Forum WDR 3“
  • 2003 Gründer des Netzwerks „Initiative Hören e.V.“
  • 2004 Initiator der „Soundart“-Ausstellungen
  • 2004 Initiator des Projekts „Auditorix-Qualitätssiegels für Kinderhörbücher“
  • 2006 Initiator des Projekts „Hören mit Qualität“ für die Grundschule
  • 2006 Initiator des Projekts „Radio 108,8“ mit der BZgA
  • 2011 Gründer der „Stiftung Hören“
  • 2013 Initiator der European Soundart Association und des „European Soundart Award“
  • 2017 Initiator des Projektkreises „Zukunft Studio für elektronische Musik des WDR e.V.“ 2017[4]

Hörspiele, Features und andere HörfunkproduktionenBearbeiten

Features, Essays, Collagen, Kommentare, Gespräche, Porträts, Berichte:

  • 1983: Bericht: Hamburger Hörspieltage 1983. Ein Erfahrungsbericht (Autor) – Regie: Nicht angegeben (NDR)
  • 1984: Feature: Pioniere der Radiokunst (6. Folge: Geräusch dich – oder ich freß dich. Ernst Hardt, die Hörbühne und das Hörspiel) (Autor) – Regie: Nicht angegeben (SWF)
  • 1985: Essay: Hörspiel – Kultur – Wege von der Kritik zur Dramaturgie (Autor) – Regie: Arturo Möller (SWF)
  • 1986: Radio-Porträt: Der Rundfunkmann Ernst Schnabel (Autor und Regie) (BR)
  • 1986: Radioporträt: Der Rundfunkpionier Karlaugust Düppengießer (Autor und Regie) (BR)
  • 1987: Eco, Eco, Eco – das Echo des Romans Der Name der Rose – Eine Spurencollage mit zeitgenössischen Stimmen u. mittelalterlicher Musik (Autor und Regie) (BR)
  • 1987: Labyrinthe. Essay über die Hörspielarbeit von Christian Linder (Autor, Regie und Sprecher) (BR)
  • 1987: Elmar Tophoven: Essay über Nathalie Sarraute. Bilder und Worte (Regie) (BR)
  • 1987: Feature: Seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt. Günter Eich und die subversive Kraft des Traumes (Autor und Regie) (SWF/BR)
  • 1987: Der Traum als Wirklichkeit. Einführung in Günter Eichs Hörspielwerk anläßlich der Radio-Revue 1987/88 in Bayern 2 (Kommentar und Regie) (BR)
  • 1988: Collage: 25 Jahre WDR-3-Hörspielstudio (1963–1988) (Autor und Regie) (WDR)
  • 1988: Essay: Stimmen, Szenen, Dokumente. Unser Jahrhundert im Radio. Radiodrama – Hörspiel – Soundpoetry (Autor und Regie) (BR)
  • 1989: Gespräch zwischen Karl Karst und Reinhard Baumgart (Gesprächsleiter) (SDR)
  • 1991: Feature: Alles, was geschieht, geht dich an. Eine Werkstatt zum 40. Jahrestag der Ursendung von Günter Eichs Hörspiel Träume (Autor und Regie) (NDR/SFB)
  • 1991: Porträt: Mein Arm ist schon Antenne. Karlaugust Düppengießer und der Rundfunk der Frühzeit (Autor und Regie) (SFB)
  • 1992: Feature: Frank Olbert: Studio Akustische Kunst: Im Hörbuch der Welt blättern. Die akustischen Reisen Hansjörg Schmitthenners (Interviewer) – Regie: Hein Bruehl (WDR)
  • 1992: Feature: Nur keine Spuren hinterlassen. Günter Eich – vergänglich. Radioporträt (Autor und Regie) (WDR)
  • 1993: Bericht: Die Prager Funde. Hörspiele des Reichsrundfunks. Ein Beitrag zur 70jährigen Geschichte des Rundfunks in Deutschland (Autor, Regie und Sprecher) (SFB)
  • 1993: Bericht: Radio Museum: Rebellion in der Goldstadt – Hörspiel von Günter Eich aus dem Jahre 1940 (Rahmensendung) (Autor und Regie) (NDR/SFB)
  • 1993: Essay: Anti-Körper im System. Von der Bedeutung der radiophonen Kunst (Autor und Regie) (DS Kultur/HR)

Hörspiele:

  • 1985: Edgar Hilsenrath: Witwe Zibulskys Traum (Bearbeitung (Wort)) – Regie: Ernst Wendt (Kurzhörspiel – BR/SWF)
  • 1986: George Tabori: Insomnia (Regieassistenz) – Regie: George Tabori (Hörspiel – BR/RIAS)
  • 1987: Walter Serner: Ball verkehrt oder Großer Schwof in Serners Tanzpalais. Hörspiel für die reifere Jugend in diversen Modetänzen nach Walter Serners Geschichten (Redaktion) – Bearbeitung und Regie: Heinz von Cramer (Hörspielbearbeitung – BR)
  • 1987: Liebstöckls Paare (Autor) – Regie: Manfred Mixner (Original-HörspielORF/SFB)
  • 1990: 40 Jahre ARD: Das Hör-Spiel-Spiel (Autor und Regie) (Hörspiel – HR/RIAS)
  • 1992: Günter Eich: Gespräch der Schweine/John und Mildred und andere Szenen aus dem Nachlaß (Regie und Sprecher) (Original-Hörspiel – NDR/SR DRS)
  • 1994: Shakespeares Geselle. Hörspiel über den Schriftsteller Hans Rothe (Autor und Regie) (Original-Hörspiel – SFB/Deutschlandradio)
  • 1996: Edgar Hilsenrath: Jossel Wassermanns Heimkehr (Bearbeitung (Wort)) – Regie: Götz Fritsch (Hörspielbearbeitung – Deutschlandradio/ORF)
  • 1997: Schule des Hörens: Das Ohr (2 Teile) Ein Radio-Puzzle (Autor und Regie) (Original-Hörspiel – HR/RB)
  • 1998: Edgar Hilsenrath: Ruben Jablonski (Bearbeitung (Wort)) – Regie: Rainer Clute (Hörspielbearbeitung – Deutschlandradio)

Auszeichnungen (auch stellvertretend für WDR3)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Auditorix - Hören mit Qualität: Kinderstartseite. Abgerufen am 14. Januar 2021.
  2. Startseite. Abgerufen am 14. Januar 2021 (deutsch).
  3. Deutscher Medienrat. Abgerufen am 14. Januar 2021 (deutsch).
  4. KulturPort De Kultur-Magazin Hamburg: Neue Zukunft für das "Studio für elektronische Musik des WDR". 24. Juli 2017, abgerufen am 17. November 2020 (deutsch).
  5. Leo-Kestenberg-Medaille „BMU“, abgerufen am 21. Oktober 2019
  6. GEMA-Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte: Radiokulturpreis ehrt in diesem Jahr WDR 3 und radioeins. Abgerufen am 17. November 2020.
  7. Verband deutscher Musikschulen e.V: Goldene Stimmgabel des VdM für Karl Karst - Aus dem VdM. Abgerufen am 17. November 2020.
  8. Landesmusikrat NRW e.V.: Landesmusikrat NRW verleiht Silberne Stimmgabel an Karl Karst [1]