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Karl Friedrich Euler

deutscher Theologe

LebenBearbeiten

Euler studierte evangelische Theologie und promovierte zu einem Thema im Fach Altes Testament. Schon in seiner Studienzeit näherte er sich der nationalsozialistischen Weltanschauung und trat in die SA ein. Im Jahre 1936 wurde er Dozent für Altes Testament und Orientalistik an der Universität Gießen. Er wurde Mitglied im Nationalsozialistischen Deutschen Dozentenbund und trat 1937 der NSDAP bei. Euler erklärte 1939 seine Mitarbeit im Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben. Im Jahre 1940 übernahm er wegen seiner Hebräisch-Sprachkenntnisse einen Dienst bei der Auslandsbriefprüfstelle in Berlin. Zur Erforschung der „Judenfrage“ im Generalgouvernement stellte er im Mai 1941 einen Reiseantrag dorthin. Nach seiner Entlassung aus dem akademischen Dienst 1946 war er zwischen 1949 und 1967 am Universitätsklinikum Gießen als Seelsorger tätig. Bis zum Ende seines Lebens war er aktives Mitglied im Oberhessischen Geschichtsverein, wo er Forschungen zur Architektur des Mittelalters vorlegte.

ÄußerungenBearbeiten

Seine antisemitischen Phobien werden an Erklärungen wie dieser aus dem Oktober 1942 deutlich: „Dort, von wo heute das Judentum auszieht, um sich die Welt untertan zu machen, dort ist seine Heimat. Nicht der alte Orient, die Heimat der Hebräer; nicht Palästina, die einstige Heimat der Israeliten und Judäer – die Heimat des Judentums ist das Ghetto“.[1]

SchriftenBearbeiten

  • Die Verkündigung vom leidenden Gottesknecht, W. Kohlhammer 1934
  • Todesdatum, Sterbeort und Grabstätte der Gräfin Clementia, in: MittOberhessGV NF 59, 1974, S. 167–179
  • Neue Studien zur Stiftung der Kirche auf dem Schiffenberg, in: MittOberhessGV NF 62, 1977, S. 41–56
  • Hartmann von Homberg, Propst auf dem Schiffenberg, in: MittOberhessGV NF 63, 1978, S. 17–19
  • Die politische Bedeutung der Weihe der Schiffenberger Kirche (1129), in: MittOberhessGV NF 64, 1979, S. 29–48
  • Ein unbeachteter Propst und ein unbeachtetes Siegel des Schiffenbergs, in: MittOberhessGV NF 68, 1983, S. 127–138
  • Das Haus auf dem Berge. Die Geschichte des Augustinerchorherrenstiftes Schiffenberg (1129–1323), Sonderbd. d. Oberhess. Geschichtsvereins, Gießen 1984
  • Der Giessener Hausberg: Aufsätze zur Vorgeschichte und Geschichte des Augustinerchorherrenstiftes Schiffenberg, Gießen 1985 ISBN 3-922272-14-2
  • Das Hospital zum "Hl. Geist und St. Elisabeth" zu Giessen, in: MittOberhessGV NF 73, 1988, S. 1–52
  • Die Geschichte des Giessener Aussätzigen-Hospitals, in: MittOberhessGV NF 73, 1988, S. 53–62

Als Ko-AutorBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt/Main 2003, S. 141.