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Karl Ernst Adolf von Hoff

deutscher Naturforscher und Geologe

Karl Ernst Adolf von Hoff (* 1. November 1771 in Gotha; † 24. Mai 1837 ebenda) war ein deutscher Naturforscher und Geologe.

LebenBearbeiten

Von Hoff wurde als Sohn eines Legationsrates in Gotha geboren, wo er auch von 1785 bis 1788 das Gymnasium besuchte. Sein Bruder war Heinrich Ernst von Hoff, Generalpostdirektionsrat und Kartograf.

Bis 1790 studierte er Jura, Physik und Naturgeschichte an der Universität Jena und 1790 und 1791 in Göttingen, wo er Johann Friedrich Blumenbach kennen lernte. Ab 1791 stand von Hoff im diplomatischen Dienst Herzog Ernsts II. von Gotha-Altenburg. Im diplomatischen Dienst entstand in zwei Teilen das Deutschlandbuch, das dem Staatsrecht wie der Geographie verpflichtet ist. Es zeigt anschaulich und detailgetreu die Veränderungen der Staaten in Mitteleuropa in der Zeit Napoleon Bonapartes und ist zugleich ein Beitrag zur Säkularisierung der Geographie. 1798 wurde er Mitglied der Mineralogischen Sozietät in Jena und verfasste 1801 das "Magazin für die gesamte Mineralogie und Geologie".

1808 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt.[1]

1813 wurde er Geheimer Assistenzrat, er leitete als Hofbeamter in Kooperation mit Johann Wolfgang von Goethe von 1817 bis 1820 die Reorganisation der Universität Jena. Nach dem Tod des ohne Nachkommen verstorbenen letzten Herzogs von Sachsen-Gotha-Altenburg, Friedrich IV., leitete von Hoff die komplizierten Erbschaftsregulierungen und verhinderte dabei die Verstreuung der reichen wissenschaftlichen Sammlungen und Kunstsammlungen in Gotha auf Schloss Friedenstein, deren Leitung er 1832 übernahm. 1826 wurde er zum auswärtigen Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt.[2] Ab 1829 bis 1837 leitete er als Geheimer Rat das Oberkonsistorialpräsidium in Gotha. Im Jahr 1836 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt.[3]

Seine umfangreiche mineralogische Sammlung schenkte von Hoff im Jahre 1818 dem Naturhistorischen Kabinett in Gotha.

Von Hoffs "Geschichte der durch Überlieferung nachgewiesenen natürlichen Veränderungen der Erdoberfläche" (5 Bände, Gotha 1822–1841) begründete das Aktualitätsprinzip in Abkehr von der Katastrophentheorie (Kataklysmentheorie) und machte den Weg frei für die Wissenschaftlichkeit der Geologie. Als weiterer unabhängiger Urheber des Aktualitätsprinzips gilt James Hutton in Schottland. Charles Lyell, der verbreitet als Entwickler des Aktualismus angesehen wird und der ihm allgemein zur Anerkennung verhalf, fand diesen unabhängig von Hoff, erkannte später aber die Priorität von Hoffs an.

SonstigesBearbeiten

Karl Ernst Adolf von Hoff fand seine letzte Ruhestätte auf dem auch Alter Gottesacker genannten Gothaer Friedhof I. Bei der 1904 erfolgten Beräumung des Friedhofs wurde auch sein Grab eingeebnet.

Die Stadt Gotha ehrte ihren Bürger mit der Benennung einer Straße im Westen des Stadtgebietes.

Schriften und WerkeBearbeiten

  • Das Teutsche Reich vor der französischen Revolution und nach dem Frieden von Luneville. 2 Teile, Perthes, Gotha 1801 und 1805.
  • Geschichte der durch Überlieferung nachgewiesenen natürlichen Veränderungen der Erdoberfläche. 5 Bände, Perthes, Gotha 1822, 1824 und 1834; posthum 1840 und 1841.
  • Teutschland nach seiner natürlichen Beschaffenheit und seinen früheren und jetzigen politischen Verhältnissen. Nebst einer kleinen Übersichtskarte von Teutschland. Perthes, Gotha 1838. Das Buch erschien posthum, ein Jahr nach dem Tode von Karl Ernst Adolf von Hoff, zwei Jahre nach dem Tod von Adolf Stieler, der die Karte gezeichnet hatte.[4]
  • Annalen meines Lebens. Die Tagebücher des Gothaer Geologen und Staatsbeamten Karl Ernst Adolf von Hoff; 1771–1837. Weimarer Verlagsgesellschaft 2012, ISBN 3-941830-21-X.

LiteraturBearbeiten

  • Rudolf Möller: Hoff, Karl von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9, Duncker & Humblot, Berlin 1972, ISBN 3-428-00190-7, S. 386 f. (Digitalisat).
  • F. Ratzel: Karl Ernst Adolf von Hoff, – in: Allg. Deutsche Biogr., Bd. 9. Leipzig: 1880, S. 564–565.
  • Otto Reich: Karl Ernst Adolf von Hoff, der Bahnbrecher moderner Geologie, Leipzig: 1905, 144 S.
  • Franz Köhler: Gothaer Wege in Geographie und Kartographie. Gotha: 1987, 416 S.
  • Thomas Martens, Wolfgang Zimmermann: Biographisches Nachwort in: K. E. A. von Hoff, C. W. Jacobs: Der Thüringer Wald – besonders für Reisende geschildert. (= Klassische Reisen). Teilweiser Nachdruck der Ausgabe von 1807 und 1812. Brockhaus, Leipzig 1987, 248 S.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mitgliedseintrag von Karl von Hoff bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 6. Februar 2016.
  2. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 116.
  3. Mitgliedseintrag von Karl Ernst Adolph von Hoff bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 6. Februar 2016.
  4. Teutschland nach seiner natürlichen Beschaffenheit .... Perthes, Gotha 1838, Vorwort, S. V–VI.