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Karl August Fink

deutscher Theologe und Historiker

LebenBearbeiten

Karl August Fink studierte katholische Theologie und mittelalterliche Geschichte an den Universitäten Freiburg im Breisgau und der Münster. 1928 empfing er in Freiburg die Priesterweihe. Fink war zunächst in der Seelsorge tätig. 1929 wurde er bei Emil Göller (1874–1933) mit einer Arbeit über die Stellung des Konstanzer Bistums zum Päpstlichen Stuhl im Zeitalter des avignonesischen Exils zum Dr. theol. promoviert. Anschließend war er bis 1936 Assistent bei Paul Fridolin Kehr am Preußischen Historischen Institut. Dort bearbeitete er für das Repertorium Germanicum das Pontifikat Martins V. 1935 habilitierte er sich in Freiburg mit einer Schrift über Martin V. und Aragon. Von 1932 bis 1935 war Karl August Fink zudem Vizerektor des Priesterkollegs am Campo Santo Teutonico. In dieser Zeit schloss er Freundschaft mit Hubert Jedin.

1937 wurde er zum außerordentlichen Professor für Kirchengeschichte an der staatlichen Akademie in Braunsberg in Ostpreußen ernannt. Ab 1940 hatte er eine Lehrstuhlvertretung für die Professur für Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie an der Universität Tübingen inne. Nach Kriegsende wurde er dort zum Ordinarius ernannt. Eines seiner Forschungsinteressen war das Konzil von Konstanz. 1969 wurde er emeritiert.

Sein Bruder war der Philosoph Eugen Fink.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Die Stellung des Konstanzer Bistums zum Päpstlichen Stuhl im Zeitalter des avignonesischen Exils. Herder, Freiburg 1931.
  • Martin V. und Aragon. Ebering, Berlin 1938.
  • Das vatikanische Archiv: Einführung in die Bestände und ihre Erforschung. Regenberg, Rom 1943; 2. vermehrte Auflage 1951.
  • Die weltgeschichtliche Bedeutung des Konstanzer Konzils. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. Kanonistische Abteilung. 1965, S. 1–23.
  • Reform der Kurie? Eine alte, nie gelöste Frage. In: Kontexte. ISSN 0454-3386, 1966, S. 98–105.
  • Papsttum und Kirche im abendländischen Mittelalter. Beck, München 1981, ISBN 3-406-08135-5.
  • Chiesa e papato nel medioevo. Il Mulino, Bologna 1987, ISBN 88-15-01481-0.

LiteraturBearbeiten

  • Rudolf Reinhardt: Karl August Fink zum Gedenken. In: Theologische Quartalschrift. 163, 1983, S. 81–85.
  • Remigius Bäumer: Karl August Fink †. In: Freiburger Diözesan-Archiv. 104, 1984, S. 327–330.
  • Rudolf Reinhardt: Fink, Karl August. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 14, Bautz, Herzberg 1998, ISBN 3-88309-073-5, Sp. 990–994.
  • Dominik Burkard: Revisionistische oder kritische Kirchengeschichtsschreibung? Der Tübinger Theologe Karl August Fink (1904–1983). In: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte. 32, 2013, S. 173–210.
  • Dominik Burkard: Der andere Katholizismus. Kommentare zum kirchlichen Zeitgeschehen der 1950er und 1960er Jahre im Briefwechsel zwischen Hans Barion und Karl August Fink. In: Dominik Burkard/Nicole Priesching (Hrsg.): Katholiken im langen 19. Jahrhundert. Akteure – Kulturen – Mentalitäten. Otto Weiß zum 80. Geburtstag, Regensburg 2014, ISBN 978-3-7917-2616-8, S. 349–449.
  • Dominik Burkard: "... ein ebenso rabiater Kirchenmann wie Nationalist ..."? Der Kirchenhistoriker Karl August Fink (1904–1983) und Rom. In: Michael Matheus, Stefan Heid (Hrsg.): Orte der Zuflucht und personeller Netzwerke Orte der Zuflucht und personeller Netzwerke. Der "Campo Santo Teutonico" und der Vatikan 1933–1955. Herder, Freiburg 2015, ISBN 978-3-451-30930-4, S. 457–559.
  • Dominik Burkard: „ … trete beiseite und laß sie vorbeiziehen, die Oberaffen und ihr Gefolge …“ (1943). Aus dem Briefwechsel des Kirchenhistorikers Karl August Fink mit dem Wehrer Stadtpfarrer Stephan Wildemann. In: Freiburger Diözesan-Archiv. 136, 2016, S115–206.

WeblinksBearbeiten