Kandern

Stadt in Deutschland (Baden)

Kandern (alemannisch Chander oder auch Chandre) ist eine Kleinstadt im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kandern
Kandern
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kandern hervorgehoben

Koordinaten: 47° 43′ N, 7° 40′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Lörrach
Höhe: 352 m ü. NHN
Fläche: 62,27 km2
Einwohner: 8273 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner je km2
Postleitzahl: 79400
Vorwahl: 07626
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 3 36 045
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Waldeckstraße 39
79400 Kandern
Website: www.kandern.de
Bürgermeisterin: Simone Penner (parteilos)
Lage der Stadt Kandern im Landkreis Lörrach
FrankreichSchweizLandkreis WaldshutLandkreis Breisgau-HochschwarzwaldFreiburg im BreisgauAiternBad BellingenBinzenBöllenEfringen-KirchenEfringen-KirchenEimeldingenFischingen (Baden)FröhndGrenzach-WyhlenZell im WiesentalHäg-EhrsbergHasel (Baden)Hausen im WiesentalInzlingenKandernKleines WiesentalLörrachMalsburg-MarzellMaulburgRheinfelden (Baden)RümmingenRümmingenSchallbachSchliengenSchönau im SchwarzwaldSchönau im SchwarzwaldSchönau im SchwarzwaldSchönau im SchwarzwaldSchönau im SchwarzwaldSchönau im SchwarzwaldSchönenberg (Schwarzwald)SchopfheimSchwörstadtSteinen (Baden)TodtnauTunauUtzenfeldWeil am RheinWembachWembachWembachWieden (Schwarzwald)WittlingenWittlingenZell im WiesentalZell im WiesentalZell im WiesentalKarte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Kandern liegt im Südwesten Deutschlands, am Fuße des Schwarzwaldes. Nördlich von Kandern stellt der Blauen (auch Hochblauen) das Ende des Kandertals dar, hier liegt auch die Quelle der Kander. Unweit der Quelle führt der Lipplepass ins Kleine Wiesental nach Tegernau.

Durch Kandern führt der Westweg, ein Wanderweg von Pforzheim nach Basel.

NachbargemeindenBearbeiten

Im Uhrzeigersinn (von Norden beginnend): Malsburg-Marzell, Steinen, Lörrach, Wittlingen, Rümmingen, Schallbach, Efringen-Kirchen, Bad Bellingen und Schliengen.

StadtgliederungBearbeiten

 
Kandern eingebettet im Kandertal, hinten im Hintergrund der Hochblauen
 
Die Sausenburg aus nordwestlicher Richtung

Die Stadt Kandern besteht aus den sieben Stadtteilen Feuerbach, Holzen, Kandern, Riedlingen, Sitzenkirch, Tannenkirch und Wollbach mit der Stadt Kandern und 26 weiteren Dörfern, Höfen und Häusern. Die Stadtteile sind räumlich identisch mit den früheren Gemeinden gleichen Namens, ihre offizielle Benennung erfolgt durch vorangestellten Namen der Stadt und durch Bindestrich verbunden der Name des jeweiligen Stadtteils. Die Stadtteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung und mit Ausnahme des Stadtteils Kandern Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender.[2]

Im Stadtteil Kandern liegen die abgegangenen Burgen Feste Burg, Burgberg und Sausenburg sowie die Wüstung Minderkandern. Im Stadtteil Sitzenkirch liegt die Wüstung Adilboldshofen. Im Stadtteil Tannenkirch liegen die in Tannenkirch aufgegangene Ortschaft Uttnach und die Wüstungen Fronhausen, Niederinningen und Oberinningen. Im Stadtteil Wollbach liegen die Wüstungen Gryfebwiler, Kriegshus, das möglicherweise eine Vorgängersiedlung von Egisholz ist, und Rüttihof.[3] (→ Ringwall Am brennten Buck)

GeologieBearbeiten

(Kandern, Feuerbach, Holzen, Riedlingen, Sitzenkirch, Tannenkirch, Wollbach)

Das Gemeindegebiet der Stadt Kandern umfasst unterschiedliche Naturräume. Im Nordosten greift es auf den südwestlichsten Teil des Grundgebirgsschwarzwaldes über. Südlich davon schließt sich das Rotliegend-Buntsandsteintafelland der Weitenauer Schwarzwaldvorberge an. Im Westen, nördlich einer Linie Hammerstein-Holzen-Tannenkirch befindet man sich in einem Jurabergland, südlich der genannten Linie im Markgräfler Tertiär-Lösshügelland[4].

Zwei Verwerfungen sind für die Geologie des Gemeindegebietes von größerer Bedeutung. Das ist einmal die von Badenweiler über Sehringen und Sitzenkirch her ziehende Schwarzwaldrandverwerfung, zum andern die von Osten her auf Kandern zielende Schwarzwaldsüdrandverwerfung. Sie treffen nahe der Einmündung der Waldeckstraße in die Hauptstraße aufeinander. Diese beiden Störungen grenzen die Südwestecke des Schwarzwaldes von dessen Vorbergzone ab.

Im Schwarzwald-Gebiet der Kanderner Gemarkung sind zwei unterschiedlichen Granite vertreten: der Schlächtenhaus-Granit, ein Zweiglimmergranit und der Malsburggranit, ein mittel- bis grobkörniger Biotitgranit (Steinbrüche im oberen Kandertal und bei Tegernau). Es handelt sich um freigelegte Plutone der Karbonzeit.(Die neueste Karte des LGRB scheidet den Blauengranit nicht mehr aus.)

Westlich der Nord-Süd-streichenden Schwarzwaldrandverwerfung liegt ein hauptsächlich aus Gesteinen des Mitteljura (Dogger) aufgebautes Bergland. Gaishalde, Hohfohren, Schorner und Schornerbuck, auch die Rüttenen über Feuerbach sind aus den Doggerkalken des bis zu 100 m mächtigen Hauptrogensteins aufgebaut, die im alten Steinbruch am Riedlinger Schnittenberg zu sehen sind. Die Doggertafel ist an zahlreichen Verwerfungen zerbrochen und durch Täler und Tälchen zergliedert. Auch der Untergrund des im Osten unmittelbar an den Schwarzwaldgranit grenzenden Geländes vom Heißbühl bis Sitzenkirch besteht hauptsächlich aus Mitteljuraschichten[5].

Diese Vorberge des Schwarzwaldes sind Schollen des Deckgebirges, das einst auch das Gebiet des Schwarzwaldes bedeckte, dort aber weitgehend von der Abtragung abgeräumt wurde. Bei der Rheingrabenbildung (Eozän-Oligozän) sanken diese Juraschollen nicht ganz in die Tiefe des Grabens ab, sondern verharrten in einer gewissen Höhenlage, sodass sie sich heute um die 250 m und mehr über die Rheinebene erheben. In ihrer Tieflage waren sie von den erosiven Kräften besser geschützt als die Sedimente über dem seit der Tertiärzeit (Pliozän) aufsteigenden Schwarzwald.

Südlich der Schwarzwaldsüdrandverwerfung bezieht das Gemeindegebiet neben dem höchsten Teil des Munzenbergs (702 m) auch den Gugelhut und den Günglert mit ein. Auch hier, im Weitenauer Bergland, sind wir im Bereich der Schwarzwaldvorberge. Es stehen aber hier viel ältere Schichten an – Buntsandstein und das schon im Erdaltertum entstandene Rotliegende. Da diese Vorbergschollen höher lagerten als die Juraschollen unserer Gemarkung, hat hier die Abtragung nicht nur die Juradecke, sondern auch Keuper und Muschelkalk bereits entfernt. Die Munzenberg-Buntsandsteintafel steigt leicht zum Schwarzwald hin an. Ihre nach N gerichtete Stufenstirn ist eine markante Landmarke. Die den Sockel der Tafel bildenden Rotliegenschichten der Weitenau-Formation treten auf der Kanderner Gemarkung südlich der Schwarzwaldsüdrandverwerfung vom Juchskopf über den Roten Rain bis zur Scheideck und zum Platzhof in Erscheinung. Es handelt sich um rotbraune feldspatreiche Sandsteine und Tone.

Südlich Kandern findet die Schwarzwaldrandverwerfung eine Fortsetzung in der Rheintalflexur[6]. Hier sind die Schollen des Markgräfler Tertiärhügellandes gegen die der Schopfheimer Bucht (Weitenauer Vorberge und Dinkelberg) nicht durch eine Verwerfung abgesetzt, sondern durch eine Abbiegezone, bei der die Schichten nach Westen in die Tiefe abtauchen. (zu sehen im Muschelkalksteinbruch östlich Nebenau!) Es spielen aber auch in der Flexurzone Verwerfungen eine Rolle.

Westlich der Rheintalflexur setzt sich das Jurabergland noch weiter nach Süden bis zur Linie Hammerstein-Holzen-Tannenkirch fort. Hier sind es aber die Kalke und Mergel des Oberjura (Oxford/Malm), die dominierend den Untergrund bilden. Es sind dies die (frisch gebrochen) hellen Gesteine, die im Steinbruch beim Christianswuhr aber auch am Isteiner Klotz zu sehen sind. Schon Hinterm Böscherzen erscheinen die Korallenkalke des Oberjura und in der Wolfsschlucht zeigen sie sich in pittoresken Felsgebilden – Resultat früher Verkarstung. An den Hängen des Feuerbachtales zwischen Riedlingen und Riedlinger Bad und am Böscherzen unterlagert allerdings noch Mitteljura die Korallenkalktafeln von Behlen und Hoher Schule[7].

Der Heuberg ist großflächig mit Hangschutt bedeckt, in dem sich hangabwärts gewanderte Gerölle (Fließerde) aus dem Älteren Eiszeitalter befinden. In der Heuberg-Tongrube ist eine noch ältere, vermutlich pliozäne Schotterdecke eines früheren Flusssystems aufgeschlossen[8]. Noch älter ist die Kappe von Küstenkonglomeraten und Tonen auf dem Heißbühl (eozän/oligozän)[9]. Ebenfalls in der Tertiärzeit oder schon früher entstanden die Tuffschlote bei Feuerbach (Gewanne Holen und Obere Rindlen). Auf dem Behlen und der Hohen Schule erinnern aufgelassene Erzgruben an das Vorkommen eozäner Bohnerze. Diese sind als Konkretionen bei der Verwitterung eisenhaltiger Gesteine entstanden und in Hohlräumen des verkarsteten Korallenkalks erhalten geblieben.

Der für die Tonwerke wichtige Opalinuston wurde lange Zeit bei Sankt Johannis Breite abgebaut.

An einer von Bad Bellingen über Hertingen-Tannenkirch, Hammerstein, Egisholz streichenden Verwerfung wurden die um Kandern anstehenden Jurakalke in die Tiefe, in den NW-SO streichenden Bamlacher Graben, versenkt. So ändert sich die Landschaft südlich der Verwerfung deutlich. Hier breitet sich um Mappach, Maugenhardt, Schallbach ein sanftwelliges Hügelland aus, in dem eine dicke Löss-(Lehm-)decke den tieferen Untergrund verschleiert. Spärliche Einblicke in den tertiären Untergrund enthüllen oligozäne (Rupel-/Chatt-)Sedimente: Melettaschichten, graue tonige Flachmeersedimente, entstanden, als sich das Meer aus dem Oberrheingraben zurückzog, und Elsässer (Brack-und Süßwasser-)Molasse, entstanden bei zunehmender Aussüßung des Meeresarmes (Aufschluss am Fischinger Läufelberg).

Löss wurde in den pleistozänen Kaltzeiten aus den vegetationslosen Schotterfeldern des Rheines verweht und in den benachbarten Gebieten deponiert. Der fruchtbare Löss wird verwittert zu weniger fruchtbarem, weniger wasserdurchlässigem Lösslehm. Im Bamlacher Graben dominiert der Löss, im Jurabergland dagegen der Lösslehm.

GeschichteBearbeiten

Archäologische Funde zeigen, dass das Gebiet des heutigen Kandern bereits in vorgeschichtlicher, keltischer und römischer Zeit besiedelt war. Vermutlich waren es die Tonvorkommen, welche den Ort schon damals für eine Siedlung attraktiv machten. Der Name Kandern ist eine germanische Bildung und bedeutet an der Kander liegend. Der Name der Kander selbst – des Baches, der Kandern durchfließt – stammt vom keltischen kander für glänzend.

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung als Cancer erfolgte am 5. Dezember 776 in einer Urkunde des Lorscher Codex anlässlich der Schenkung einer Lantsuint und deren Söhnen Richbert und Zenzo an das Kloster Lorsch.[10] Auch in weiteren Urkunden des Codex wird Kandern genannt.[11] Die Annalen des Klosters halten zur gleichen Zeit Eisenlieferungen aus Kandern fest, die demnach bereits im 8. Jahrhundert Bedeutung für Kandern gehabt haben. Eisenabbau und -verarbeitung prägten den Ort das ganze Mittelalter und gewährleisteten einen gewissen Wohlstand und begrenzte Freiheit.

Kandern wuchs aus ursprünglich drei Ortschaften zusammen:

  • Kandern, im Bereich der evangelischen Kirche gelegen,
  • Minder-Kandern im Tal des Lippisbaches, etwa beim heutigen Schwimmbad, und
  • einer Siedlung im flachen Talgrund der Kander bei der Papiermühle.

Mehrere Klöster hatten auf der Gemarkung Besitzungen und bestimmten so Kanderns frühe Geschichte. Zentral war dabei das Kloster St. Gallen in der heutigen Schweiz, das als mächtige Reichsabtei im frühen Mittelalter große Besitzungen in der Region erwarb. Durch die Niederlage im Investiturstreit geschwächt, musste das Kloster St. Gallen seine Besitzungen an andere Klöster aus der Region abtreten, unter anderem das Basler Kloster St. Alban.

Kandern war Hauptort der Landgrafschaft Sausenberg, die 1503 an die Markgrafen von Baden kam.

In der Schlacht bei Schliengen am 24. Oktober 1796 erstreckten sich die Kämpfe bis nach Kandern, das abends von österreichischen Truppen unter General Nauendorf eingenommen wurde.

 
Tod des Generals Friedrich von Gagern im Gefecht bei Kandern 1848
 
Gedenkstein für die auf der Scheideck Gefallenen

Seit 1802 wurden in Kandern verschiedene Märkte abgehalten. Besonders bekannt wurde der Kandermer „Rossmärt“, ein Pferdemarkt, der, verbunden mit reitsportlichen Veranstaltungen, über die engere Umgebung hinaus bekannt wurde. 1810 wurde der Stadt vom badischen Großherzog das Stadtrecht verliehen, obwohl der Ort damals nur wenig mehr als 1300 Einwohner hatte. Zudem wurde die Stadt Sitz eines Bezirksamtes, das allerdings schon 1819 wieder aufgelöst wurde.

1848 fand auf dem Scheideckpass bei Kandern ein Gefecht zwischen badischen Revolutionären unter Friedrich Hecker und hessischen Truppen unter Friedrich von Gagern statt, in dessen Verlauf von Gagern getötet, die Revolutionäre jedoch geschlagen wurden (siehe Gefecht auf der Scheideck).

Bis 1972 gehörte Kandern zum Landkreis Müllheim und kam nach dessen Auflösung zum Landkreis Lörrach. Die heutige Stadt wurde am 1. März 1974 durch Vereinigung der Stadt Kandern mit den bis dahin selbstständigen Gemeinden Feuerbach, Holzen, Riedlingen, Sitzenkirch, Tannenkirch und Wollbach neu gebildet.[12]

ReligionenBearbeiten

Die Reformation wurde in Kandern – wie in der gesamten Markgrafschaft Baden-Durlach – 1556 eingeführt. Seither ist die Stadt überwiegend evangelisch geprägt.

StadtteileBearbeiten

FeuerbachBearbeiten

 

Feuerbach wurde erstmals 1275 im Liber decimationis des Bistums Konstanz urkundlich erwähnt. Das Dorf war seit 1297 im Besitz des Johanniterordens, kam aber über verschiedene Zwischenbesitzer 1470 an die Markgrafen von Hachberg. 1503 kam der Ort dann mit der gesamten Markgrafschaft an Baden.

HolzenBearbeiten

  Holzen wurde erstmals 1249 urkundlich erwähnt.

RiedlingenBearbeiten

  Die früheste urkundliche Erwähnung von Riedlingen stammt aus dem Jahr 972, Gräberfunde weisen aber auf eine Siedlung in frühalemannischer Zeit hin.

SitzenkirchBearbeiten

  Die erste urkundliche Erwähnung Sitzenkirchs erfolgte 1120, als es zum Kloster St. Blasien gehörte.

TannenkirchBearbeiten

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Tannenkirch 1179. Das Dorf Tannenkirch ist untergliedert in die Ortsteile Tannenkirch, Ettingen, Gupf und Uttnach. Aufgrund der Lage am Südrand eines Hügels und des gemäßigten (fast mediterranen) Klimas mit hohem Sonnenanteil und geringen Niederschlägen ist es ein idealer Ort für Weinanbau. Um die Tradition des Weinanbaus Besuchern näherzubringen, wurde ein Weinlehrpfad eingerichtet. Tannenkirch besitzt einen eigenen Kindergarten und eine Grundschule.

WollbachBearbeiten

  Wollbach wurde erstmals 767 urkundlich erwähnt. Das Dorf Wollbach ist untergliedert in die Ortsteile Wollbach, Hammerstein, Egisholz, Nebenau und Egerten.

Die Kirchen der OrtsteileBearbeiten

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Dem Gemeinderat gehören neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden 21 Mitglieder an (2014: 18). Die Kommunalwahl vom 26. Mai 2019 führte bei einer Wahlbeteiligung von 63,2 % (2014: 51,3 %) zu folgendem Ergebnis:[13]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze Ergebnis 2014
CDU 24,8 % 5 28,1 %, 5 Sitze
Freie Wähler 32,1 % 7 35,4 %, 7 Sitze
SPD 20,2 % 4 18,3 %, 3 Sitze
GRÜNE 22,9 % 5 18,2 %, 3 Sitze
 
Das Wappen Kanderns auf dem Blumenplatz
 
Straße mit Kirche in Kandern von August Macke
 
Geburtshaus Johann August Sutters

BürgermeisterBearbeiten

  • um 1848: Johann Jakob Kammüller
  • um 1919: Friedrich Götz
  • bis 1957: Wilhelm Stump, SPD
  • 1957–1966: Friedrich Kiefer, parteilos
  • 1966–1974: Otto Rausch, SPD
  • 1974–1989: Erwin Fünfgeld, CDU
  • 1989–1996: Karl-Friedrich Klein, parteilos
  • 1996–2013: Bernhard Winterhalter, CDU
  • 2013–2020: Christian Renkert, CDU
  • seit 2020: Simone Penner, parteilos

WappenBearbeiten

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold eine rote Kanne (Deckelkanne).“

StädtepartnerschaftBearbeiten

Kandern unterhält auf Grund der gemeinsamen Töpfereitradition seit 1985 partnerschaftliche Beziehungen zu Soufflenheim im Elsass in Frankreich.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseenBearbeiten

Kandern verfügt über ein Heimat- und Keramikmuseum. Hier befindet sich auch eine Kopie der „Goldenen Sau von Kandern“, ein Trinkgefäß als Tierfigur, das der badische Markgraf Georg Friedrich von Baden-Durlach 1605 dem Forsthaus Kandern gestiftet hatte. Das Gefäß fasst ca. 1,5 Liter. Damals wurde auch das Willkommbuch angelegt, in das sich jeder eintragen musste, der aus der Sau trank.

BauwerkeBearbeiten

  • Blumenplatz: ein von weitgehend einheitlichen, klassizistischen Reihenhäusern umrahmter Marktplatz
  • Geburtshaus Johann August Sutters in der ehemaligen Papiermühle
  • Von der Sausenburg aus dem 13. Jahrhundert sind heute noch der alte Ringwall und einzelne Mauerreste vorhanden.
  • Die evangelische Stadtkirche zeigt ein gutes Beispiel für den Klassizismus des Friedrich Weinbrenner. Sein Schüler Christoph Arnold agierte als Architekt des 1825–27 entstandenen Gebäudes. Der Turm steht auf der Vorderseite, ist aber eingerückt, so dass nur die Turmspitze aus dem Langhaus hervorragt. Die Vorderseite zeigt eine monumentale Rundbogennische, die u. a. den Haupteingang bereithält. Bemerkenswert auch der Innenraum, der durch zwei Säulenreihen in drei Schiffe gegliedert wurde. Dank dieser Konzeption darf der Innenraum zu den schönsten Werken des Weinbrenner-Klassizismus gezählt werden.
  • Die Katholische Kirche St. Franz von Sales von 1860/61 ist die einzige katholische Kirche in der Stadt und deren Stadtteile.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Bahnhof Kandern, Endstation der Kandertalbahn und Standort diverser alter Eisenbahnwagen
 
Blumenplatz
 
Kandern, Bereich Waldeckstrasse

Bis in das 19. Jahrhundert wurde in Kandern Bohnerz abgebaut. Heute lohnt sich dieser Abbau wirtschaftlich nicht mehr.

Aufgrund seiner Tonvorkommen gilt Kandern bis heute als Töpferstadt, auch wenn es die großen Unternehmen wie die Tonwerke Kandern und die Fayence-Manufactur Kandern GmbH heute nicht mehr gibt. Namhafte Keramiker wirkten hier (siehe Persönlichkeiten).[14]

VerkehrBearbeiten

Kandern ist ein Knotenpunkt von drei Landstraßen. Die L132, L134 und L135 kreuzen sich im Stadtgebiet, wobei die L134 (Kandertalstraße) in 14 km Entfernung die Anschlussstelle Binzen/Dreispitz der Bundesautobahn 98 erreicht, mit Anschluss an die Bundesautobahn 5 und die Bundesstraße 3. Darüber hinaus gelangt man über die Lucke nach Lörrach oder über die Wittlinger Höhe zum Lörracher Ortsteil Haagen.

Auf der Strecke der früheren Kandertalbahn nach Haltingen verkehrt derzeit die Chanderli-Museumsbahn. Das Depot der Museumsbahn befindet sich in Kandern und kann besichtigt werden. Eine Initiative strebt allerdings die Integration dieser Strecke in das Netz der Regio-S-Bahn an.[15]

BildungBearbeiten

Das August-Macke-Schulzentrum beherbergt eine Haupt- und Realschule. Außerdem gibt es in der Kernstadt und in Tannenkirch je eine Grundschule. In Wollbach besteht neben einer Förderschule auch eine Außenstelle der Grundschule Kandern. Zusätzlich gibt es zwei kommunale und zwei evangelische Kindergärten sowie einen privaten Kindergarten mit Waldorfpädagogik.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Volker G. Scheer: Kandern. Stadt seit 1810. Ereignisse, Personen und Bilder der Kanderner Stadtgeschichte seit der Stadterhebung und bekannte und bedeutende Personen aus der älteren Geschichte Kanderns, Todtnauberg: Scheer, 2. erweiterte und ergänzte Auflage 2006, 520 S., 367 Abb., ISBN 3-00-016504-5
  • Adolf Kußmaul: Neuntes Buch. In Kandern. In: Jugenderinnerungen eines alten Arztes. Stuttgart, 1899, S. 449–495 Digitalisat der UB Heidelberg
  • Giselher Haumesser: Zur Geschichte Kanderns und seiner Teilorte. In: Das Markgräflerland, Heft 2/1990, S. 5–25 Digitalisat der UB Freiburg
  • Albert Eisele: Als Kandern 1810 Stadt wurde. In: Die Markgrafschaft, Heft 6/1953, S. 10–12 Digitalisat der UB Freiburg
  • Albert Eisele: Allerlei Burgen rings um Kandern. In: Die Markgrafschaft, Heft 3/1959, S. 4–6 Digitalisat der UB Freiburg

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2019 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Stadt Kandern vom 1. Oktober 2001 (PDF; 71 kB)
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 843–848
  4. LGRB Kartenviewer. Abgerufen am 26. April 2021.
  5. O.F. Geyer u. a.: Die Hochrheinregionen zwischen Bodensee und Basel. In: Sammlung geologischer Führer. Band 94. Berlin, Stuttgart 2004, S. 391–397.
  6. O. Wittmann u. a.: Geologische Karte 1:25000 von Baden Württemberg, Blatt 831 Lörrach. 2. Auflage. Stuttgart 1994, S. 59–63.
  7. O.F. Geyer u. a.: wie Anm. 4. S. 396–397.
  8. O. Wittmann u. a.: wie Anm. 5. S. 46–48.
  9. Kartenviever LGBR Info. Abgerufen am 30. April 2021.
  10. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 2679, 5. Dezember 776 – Reg. 1320. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 203, abgerufen am 15. Januar 2018.
  11. Ortsliste zum Lorscher Codex, Kandern, Archivum Laureshamense – digital, Universitätsbibliothek Heidelberg.
  12. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 521.
  13. Vorläufiges Ergebnis der Gemeinderatswahlen 2019 beim Statistischen Landesamt
  14. Stadt Kandern - Stadtrundgang. Abgerufen am 8. April 2014.
  15. badische-zeitung.de/kandern/kandern-als-vorreiter-fuer-die-s-bahn--101755577.html
  16. Horst Kerstan. Abgerufen am 8. April 2014.

WeblinksBearbeiten

Commons: Kandern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Kandern – Reiseführer