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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kaltenengers
Kaltenengers
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kaltenengers hervorgehoben

Koordinaten: 50° 25′ N, 7° 33′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Weißenthurm
Höhe: 63 m ü. NHN
Fläche: 3,07 km2
Einwohner: 2170 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 707 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56220
Vorwahl: 02630
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 209
Adresse der Verbandsverwaltung: Kärlicher Str. 4
56575 Weißenthurm
Website: www.kaltenengers.de
Ortsbürgermeister: Jürgen Karbach (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Kaltenengers im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte
Luftbild Kaltenengers
Rheinkilometer 601 bei Kaltenengers

Kaltenengers ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie liegt nördlich von Koblenz am Rhein und ist mit etwas mehr als 2.000 Einwohnern und einer Fläche von 3,07 km² der kleinste Ort in der Verbandsgemeinde Weißenthurm. Mit den Nachbarorten St. Sebastian und Urmitz gehört Kaltenengers zu den sogenannten Rheindörfern.

Geographische LageBearbeiten

Kaltenengers liegt gegenüber von Engers links des Rheins zwischen Koblenz und Andernach auf Höhe der Flusskilometer 600 und 601. Die relativ niedrige Lage zwischen dem Rhein und einem alten Rheinarm führt bei Hochwasser immer wieder zu starken Überschwemmungen, bei denen der Ort zeitweise fast ganz von Wasser umgeschlossen ist.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde erstmals 1302 als Klein-Engers und 1438 unter dem Namen Callen-Engers urkundlich erwähnt, ist aber vermutlich sehr viel älter. Der Name deutet darauf hin, dass der Ort wie auch die Nachbargemeinde Sankt Sebastian Teil der linksrheinischen Besitzungen des Engersgaus war, der im 8. Jahrhundert letztmals urkundlich erwähnt wurde. Von 1545 bis zur französischen Besetzung 1794 gehörte Kaltenengers zum kurtrierischen Amt Bergpflege. Nach kurzer Zugehörigkeit zum französischen Département de Rhin-et-Moselle fiel der Ort 1815 an Preußen, das ihn 1822 in die Rheinprovinz eingliederte. Seit 1946 ist Kaltenengers Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Kaltenengers besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[2]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2019 2 9 5 16 Sitze
2014 3 9 4 16 Sitze
2009 2 8 6 16 Sitze
2004 3 8 5 16 Sitze
1999 6 10 16 Sitze

* FWG = Freie Wählergruppe Kaltenengers e. V.

OrtsbürgermeisterBearbeiten

Der Ortsbürgermeister Jürgen Karbach (CDU) wurde bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 mit einer Mehrheit von 78,44 % zum dritten Mal gewählt.[3]

WappenBearbeiten

Die Gemeinde führt seit 1934 das heutige Wappen

Blasonierung: „Oben ein weißer Anker auf rotem Grund, unten ein rotes Kreuz auf weißem Grund.“
Wappenbegründung: Der Anker symbolisiert die Tradition der Rheinschifffahrt, in der früher viele Einwohner des Ortes tätig waren. Das trierische rote Kreuz steht für die lange Zugehörigkeit zum Erzbistum und Kurfürstentum Trier.

Kirche und BildungseinrichtungenBearbeiten

 
Katholische Pfarrkirche St. Sylvester, Luftaufnahme (2017)

Wie in allen ehemals kurtrierischen Orten der Umgebung ist auch in Kaltenengers die Bevölkerung überwiegend katholisch – ca. 70 Prozent gegenüber 16 Prozent Protestanten. 1869 wurde der Ort zur Pfarrei erhoben. Die Katholische Pfarrkirche St. Sylvester wurde in den Jahren 1870/71 erbaut und in den 1950er Jahren erweitert und modernisiert. Heute bildet die katholische Gemeinde einen Pfarrverband mit den benachbarten Gemeinden Urmitz und Sankt Sebastian.

Die Ortsgemeinde verfügt zudem über einen eigenen Kindergarten und eine vierklassige Grundschule.

BimsmuseumBearbeiten

 
Förderband auf dem Gelände des Bimsmuseums

Am 16. April 2014 wurde in Kaltenengers das Deutsche Bimsmuseum eröffnet. Es veranschaulicht an 29 Stationen Geschichte und Technik der Bimssteinproduktion von ihren Anfängen um die Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Die Herstellung des sogenannten rheinischen Schwemmsteins war bis in jüngste Zeit eine der Haupterwerbsquellen im Neuwieder Becken und hat wesentlich zu dessen Wandel vom Agrarland zur Industrieregion beigetragen. Das Museum wurde von ehrenamtlichen Helfern am Ortsrand von Kaltenengers auf dem Gelände einer früheren Bimsfabrik aufgebaut und ist Teil des regionalen Vulkanparks Eifel. Träger und Initiator ist der Verein „Kulturelles Erbe der Bimsindustrie“.

VerkehrBearbeiten

Über die Landesstraße 126 und die Kreisstraße 65 besteht Anschluss an die B 9. Über eine Buslinie und seit 2006 auch wieder über den Haltepunkt Urmitz Rheinbrücke der Deutschen Bahn in der Nähe der gleichnamigen Urmitzer Rheinbrücke ist der Ort im Personennahverkehr an die benachbarten Städte Koblenz und Neuwied angeschlossen. Ein Fußgänger- und Fahrrad-Steg an der Brücke verbindet den Ort mit dem rechtsrheinischen Neuwieder Stadtteil Engers. Eine früher existierende Personenfähre zwischen Kaltenengers und Engers stellte 1974 ihren Betrieb ein.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Weißenthurm, Verbandsgemeinde, zweite Ergebniszeile. Abgerufen am 10. November 2019.