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KPMG Deutschland

Deutsche Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1870 (2008)
Sitz Berlin
Leitung Klaus Becker
(Sprecher des Vorstands)
Mitarbeiterzahl 10700
Umsatz 1,83 Milliarden Euro (2018)
Branche Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung
Website www.kpmg.de

KPMG Deutschland (offiziell KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) ist ein internationales Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmens- bzw. Managementberatung mit Sitz in Berlin. Die Gesellschaft ist Gründungsmitglied der KPMG Europe LLP.

KPMG Deutschland beschäftigt rund 10.700 Mitarbeiter an 25 Standorten.

UnternehmenBearbeiten

 
Das National Office (Deutschlandzentrale) von KPMG in Deutschland in der Klingelhöferstraße, Berlin. Der Bau wurde von dem Architekten Nicholas Grimshaw gestaltet.

KPMG Deutschland betreut Mandanten jeder Größe und aller Branchen. Das Unternehmen ist in die drei Geschäftsbereiche Audit (Wirtschaftsprüfung), Tax (Steuerberatung) und Advisory (Unternehmens- und Managementberatung) gegliedert. Darüber hinaus gibt es auch die KPMG Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, assoziiert mit der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Für wesentliche Wirtschaftsbranchen hat KPMG bereichsübergreifende Spezialisierung vorgenommen, mit der beispielsweise (Familien-)Unternehmen, Staat und öffentliche Hand sowie das Finanzwesen beraten werden sollen.

2002 machte der Audit-Bereich sowohl nach Anzahl der Mitarbeiter als auch nach Umsatzsumme – 40 Prozent des Umsatzes stammt aus Prüfungsaufträgen – den größten Teil des Unternehmens aus. Jedoch werden nur zehn Prozent des Gewinns im Auditbereich erwirtschaftet. Rechts-, Steuer- und Managementberatungen machten dagegen 90 Prozent des Gewinns aus.[1]

Im Geschäftsjahr 2014 erwirtschaftete KPMG Deutschland einen Gesamtumsatz von 1,38 Milliarden Euro.[2] KPMG prüft die Jahresabschlüsse von 16 der 30 Unternehmen aus dem DAX.[3]

Standorte sind Augsburg, Berlin, Bielefeld, Bremen, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Freiburg im Breisgau, Hamburg, Hannover, Jena, Karlsruhe, Kiel, Köln, Leipzig, Mainz, Mannheim, München, Nürnberg, Regensburg, Saarbrücken, Stuttgart und Ulm.

Die größte Niederlassung befindet sich mit über 2000 Mitarbeitern im größten Bürogebäude Deutschlands, The Squaire, in Frankfurt am Main. Hier befindet sich auch der Hauptsitz der KPMG Europe LLP.

LeitungBearbeiten

KPMG Deutschland in der PresseBearbeiten

FlowtexBearbeiten

Im Flowtex-Skandal testierte KPMG die Bilanzen des Unternehmens. Den Vorwurf, die Fälschungen des Bestands an Bohrern zumindest fahrlässig übersehen zu haben, wies KPMG zurück. Die anschließenden staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen erhärteten den Vorwurf nicht. KPMG zahlte 2001 dennoch außergerichtlich 100 Mio. DM an die betrogenen Gläubiger,[4] insbesondere vor dem Hintergrund, dass eine Vielzahl der Gläubiger ebenfalls Mandanten der KPMG waren.

BundesverteidigungsministeriumBearbeiten

KPMG wurde im Juni 2014 damit beauftragt, die Großprojekte und Arbeitsabläufe des Bundesministeriums der Verteidigung zu kontrollieren.[5]

Rheinland-PfalzBearbeiten

Bei den Verkaufsverhandlungen sowohl des defizitären Nürburgrings wie auch des Flughafens Frankfurt-Hahn durch das Land Rheinland-Pfalz sollen die KPMG-Berater potentielle Käufer als seriös eingestuft haben, die dies tatsächlich nicht waren.[6] Ein im April 2017 veröffentlichtes Gutachten wies KPMG und Minister Roger Lewentz eine Vielzahl „grober und gröbster Versäumnisse“ nach. Die KPMG war auf einen Hochstapler hereingefallen.[7]

Klardenker OnlineportalBearbeiten

Ferner hat KPMG in Deutschland eine eigene Redaktion für Wirtschaftsnachrichten aufgebaut. Auf dem Klardenker-Portal[8] erscheinen für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft relevante Nachrichtenthemen sowie Meinungsartikel des Unternehmens.

SonstigesBearbeiten

Das Unternehmen sieht sich mit Kritik seitens der „Initiative Klassenkampf“ konfrontiert, wonach bei Unternehmensumstrukturierungen auch Methoden des Union Busting angewendet werden. So werden laut den Kritikern beispielsweise Firmenaufsplittungen mit dem Ziel empfohlen, Betriebsräte zu vermeiden.[9]

Cum-ExBearbeiten

Nach Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung waren KPMG-Berater über eine mögliche Rechtsverletzung der Varengold Bank durch Cum-Ex-Geschäfte bereits seit 2009 informiert.[10][11]

WeblinksBearbeiten

  Commons: KPMG Deutschland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wirtschaftsprüfer: "Alle Big Five in Skandale verwickelt" boerse-express.com, 13. April 2002, Link zum Archiv der Waybackmachine
  2. Einfach. KPMG. KPMG Kurzprofil, 27. Februar 2015, S. 2,abgerufen am 19. Juli 2016 (pdf; 2,8 MB).
  3. Transparenzbericht 2015. KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, 31. März 2015, S. 33–35, abgerufen am 19. Juli 2016 (pdf; 601 kB).
  4. Dagmar Dehmer: Wer den Schaden hat. Der Tagesspiegel, 4. Juni 2005, abgerufen am 19. Juli 2016.
  5. Christoph Hickmann: Unternehmensberater durchleuchten Verteidigungsministerium. In: Süddeutsche Zeitung. 19. Juni 2014, abgerufen am 19. Juli 2016: „Die Unternehmensberatung KPMG soll den Rüstungssektor im Verteidigungsministerium durchleuchten. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung (Freitagausgabe) bekommt die Gesellschaft den Auftrag, die wichtigsten Rüstungsvorhaben zu analysieren und die Strukturen und Prozesse im Ministerium sowie den nachgeordneten Behörden auf ihre Tauglichkeit hin zu überprüfen.“
  6. Mario Thurnes: Die Frage zum Verkaufsflop Hahn: Wer hat uns beraten? – KPMG gerät ins Schussfeld der Kritik. Allgemeine Zeitung, 1. Juli 2016, abgerufen am 19. Juli 2016.
  7. Susanne Höll: Hochnotpeinliche Rechnung. Die Regierung von Rheinland-Pfalz verkauft den Flughafen Hahn – trotzdem bleibt der SPD nur ein Gefühl der Schmach. In: Süddeutsche Zeitung vom 27. April 2017, S. 5.
  8. KPMG Klardenker. Abgerufen am 19. Juli 2016.
  9. Union Busting: Wenn Unternehmen Arbeitnehmerrechte torpedieren. (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stuttgarter-tagblatt.de Stuttgarter Tagblatt, 27. Februar 2015, abgerufen am 19. Juli 2016.
  10. tagesschau.de: "Cum-Ex"-Skandal: Fehler im Prüfsystem? Abgerufen am 26. Februar 2019.
  11. Die unheimliche Macht der Berater. Abgerufen am 26. Februar 2019.