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Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement

(Weitergeleitet von KGSt)

Die Einrichtung Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) ist ein von Städten, Gemeinden und Landkreisen gemeinsam getragener Fachverband für kommunales Management mit Sitz in Köln.

EntstehungsgeschichteBearbeiten

Am 1. Juni 1949 wurde die KGSt unter dem damaligen Namen Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung in Köln in der Rechtsform eines nicht rechtsfähigen Vereins unter Mitwirkung von Reinhard Karl Julius Badenhoop gegründet. Im Mai 1951 beschloss der Hauptausschuss des Deutschen Städtetages, dass sich ein Sonderausschuss insbesondere mit Rechtsform und Haushalt der KGSt befassen sollte.[1] Eine Folge war die erste Satzung im Mai 1956. Zum November 2005 erfolgte die Umbenennung der KGSt in den heutigen Namen Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement.

Seit der Gründung sind KGSt und Städtetag in einen gemeinsamen Gebäude. Zuerst war dies in der Lindenallee 13–17 in der Villenkolonie Köln-Marienburg. Nachdem der Städtetag im Jahre 2009 das unter Denkmalschutz stehende Gereonshaus erworben hatte, zog im März 2011 gemeinsam mit ihm in dieses renovierte Gebäude in der Gereonstraße 18–32 im Kölner Stadtteil Altstadt-Nord.

Selbstverständnis und ErfolgeBearbeiten

Die KGSt ist kein Kommunaler Spitzenverband (dazu zählen allein der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund und ihre jeweiligen Landesverbände), sondern sieht sich als kommunaler Fachverband für Managementthemen. Die KGSt hat ein stetiges Mitgliederwachstum und kommt inzwischen auf über 2000 ordentliche Mitglieder und hat um die 50 eigene Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente).[2]

Die KGSt besitzt seit dem Jahre 1952 für die Organisationsarbeit und für betriebswirtschaftliche Themen der kommunalen Verwaltungen eine übergeordnete Bedeutung, indem wesentliche Grundzüge der Verwaltungsorganisation für alle Städte und Gemeinden in Deutschland erarbeitet wurden. Im Jahre 1953 thematisierte sie Stellenplan und Stellenbewertung. Bereits 1963 legte sie ein Grundlagenpapier „Zwischengemeindliche Zusammenarbeit“ zur interkommunalen Zusammenarbeit vor. Ab 1990 entwarf sie das wegweisende Neue Steuerungsmodell (NSM) für die Kommunen und entwickelte es ständig weiter. Darunter versteht man die deutsche Variante des New Public Management (NPM). Diesem fehlte zwar die erforderliche finanzwirtschaftliche Komponente; aufbauend darauf hat dann aber 2003 die Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder die Einführung des neuen kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens (Doppik und Produkthaushalt) beschlossen (auch bekannt unter den Kürzeln NKF, NKR, NKRS).

AufgabenBearbeiten

Die KGSt befasst sich insbesondere mit Führung, Steuerung und Organisation der Kommunalverwaltung. Kernaufgaben der Arbeit der KGSt sind:

  • Gutachten und Berichte, d. h. Studien zu möglichen Optimierungsmöglichkeiten in der kommunalen Organisation.
  • Seminare und Fachkonferenzen zu unterschiedlichsten Fachthemen.
  • Newsletter zu neuen Entwicklungen und Trends, wie das monatlich erscheinende KGSt®-Journal.
  • Interkommunaler Erfahrungsaustausch, d. h. Schaffung von Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Kommunen und Moderation von Prozessen der Interkommunalen Zusammenarbeit. Dies geschieht zum einen über die klassische Gremienarbeit und zum anderen über eine Wissensdatenbank, die Mitgliedern kostenlos zur Verfügung steht. Weitere Datenbanken ergänzen dieses Angebot, z. B. die Datenbank Stellenbewertungen.
  • Vergleichsringe, in denen Kommunen untereinander ihre Kosten und Leistungen in unterschiedlichen Fachbereichen (z. B. Sozialamt, Feuerwehr, Kfz-Zulassung) auf Basis von Kennzahlen vergleichen können.

Alle drei Jahre organisiert die KGSt zudem das KGSt®-FORUM, den mit über 3000 Besuchern größten Kommunalkongress, auf dem aktuelle Arbeitsergebnisse und Zukunftsthemen präsentiert und erörtert werden.

Eine Besonderheit bei der Erstellung von Gutachten und Berichten ist die Einbindung von Fachleuten der jeweils betroffenen Aufgabengebiete aus verschiedenen Kommunen („mit den Kunden für die Kunden“). Dieses Vorgehen soll ein hohes Maß an Praxisnähe bei den Veränderungsvorschlägen gewährleisten.

Auch weiterreichende Vorschläge zum Neuen Steuerungsmodell und zur Verwaltungsmodernisierung werden als die erfolgreichsten Projekte in der Geschichte der KGSt angesehen.[3]

WeblinksBearbeiten

  • kgst.de – Offizielle Website der KGSt

EinzelnachweiseBearbeiten