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Küchen (Hessisch Lichtenau)

Stadtteil von Hessisch Lichtenau

Küchen ist ein Stadtteil von Hessisch Lichtenau im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis und liegt am Fuße des Hohen Meißners, an der Mündung des Steinbaches in die Wehre in Hessen.

Küchen
Koordinaten: 51° 10′ 36″ N, 9° 49′ 1″ O
Höhe: 301 m ü. NHN
Fläche: 4,58 km²[1]
Einwohner: 223 (26. Nov. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 37235
Vorwahl: 05656

GeschichteBearbeiten

 
Tafel mit dem Küchner Heimatlied

Küchen ist aus verschiedenen Wüstungen, wie Weißner, Welbach und Geisenroder, entstanden. Dies sind heute noch Flurnamen. Die erste urkundliche Erwähnung ist von 1363, als die Gebrüder von Kappel das halbe Dorf an die Herren von Hundelshausen und ein weiteres Viertel des Dorfes und des Gerichts „Kuchen“ an die von Schlutwinsdorf verkauften, die es 1383 zu einem Viertel an den Landgrafen Hermann II. (Hessen) weiterverkauften. Im Jahr 1391 wurde Küchen ein landgräfliches Lehen derer von Hundelshausen. Im Jahr 1403 versetzte Lotze von Kappel seinen Oheimen von Hundelshausen seine Rechte zu Küchen. Zehn Jahre später verkaufte Lotze von Kappel seine Rechte zu Küchen. Küchen befand sich von 1480 bis 1527 im Besitz des Klosters Germerode. Das Klostergut umfasste im Jahr 1519 zwölf Hufen. Landgraf Wilhelm VI. von Hessen-Kassel verschrieb denen von Hundelshausen im Jahr 1571 Einkünfte aus dem Vorwerk zu Küchen. Landgraf Karl von Hessen-Kassel belehnte die von Hundelshausen im Jahr 1715 mit Gütern zu Küchen.

Der Ort gehörte bis 1821 zum hessischen Amt Lichtenau und danach zum Landkreis Witzenhausen. Während der französischen Besetzung gehörte der Ort zum Kanton Bischhausen im Königreich Westphalen (1807–1813).[1]

Am 1. Januar 1974 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin zum Landkreis Witzenhausen gehörende Gemeinde kraft Landesgesetz in die Stadt Hessisch Lichtenau im neu gebildeten Werra-Meißner-Kreis eingegliedert.[3][4]

SchulgeschichteBearbeiten

 
Dorfkirche Küchen
 
Dorfkirche Küchen, Innenansicht anlässlich einer Hochzeit

Bis zur Schulreform in den 1960er Jahren in Hessen hatte Küchen eine eigene Schule. Die bis 1901 genutzte alte Schule stand neben der Kirche. Dieses Gebäude wurde von der Politischen Gemeinde Küchen übernommen, verkauft und anschließend zum Wohnhaus umgebaut. Es ist als solches heute noch erhalten. Das neue Schulgebäude wurde an der Hauptstraße errichtet. Es enthielt zwei Klassenräume, eine Wohnung für den Lehrer und einen Stall. Als Schule wurde es bis zum Ende in den 1960ern genutzt. Der bekannteste Lehrer war K. F. Deys. Er dichtete das Küchener Heimatlied war Kantor und unterrichtete viele Jahre an der Schule in Küchen. Das Gebäude wird heute als Dorfgemeinschaftshaus genutzt, die angrenzende ehemalige Scheune dient als Feuerwehrhaus. Heute gehen die Kinder nach Waldkappel in die dortige Grundschule, weiterführende Schulen ab der 5. Klasse sind dann Hessisch Lichtenau oder Eschwege.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Ew.
1961 290
1970 290
2011 243
2015 223

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Wahrzeichen des Ortes ist die im Jahre 1827 von Landbaumeister Johann Friedrich Mathei erbaute Saalkirche. Die neue Kirche wurde mitten im Ort an der Stelle gebaut, an der früher eine verfallene Holzkirche stand. In den Jahren 1999 bis 2003 wurde die Kirche vollständig renoviert. Dafür wurde die Kirche in einen Rohbau zurückgebaut und anschließend wieder neu mit alten und neuen Materialien aufgebaut. Die Kirche wird seit 1570 von dem Pfarrer aus Harmuthsachsen betreut. Zum 1. September 2011 wurde das Kirchspiel Harmuthsachsen, Hasselbach und Küchen aufgelöst. Seit dem 1. Mai 2013 ist die evangelische Kirchengemeinde Küchen in das Kirchspiel Walburg eingegliedert und wird von dem Walburger Pfarrer betreut.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Es gibt einige landwirtschaftliche Betriebe, ein Tattoo-Studio und einen Holzpellets-Handel.

Von 1899 bis 1985 lag Küchen an der Bahnlinie KasselEschwege und teilte sich die Station mit Hasselbach. Diese lag zwischen den beiden Orten auf halber Strecke. Mit der Einführung des Busverkehrs wurde die Bahnstrecke Kassel–Waldkappel durch die Lage der Haltestelle immer unattraktiver. Im Jahr 1985 wurde der Verkehr zugunsten des Linienbusses eingestellt. In den 1980er-Jahren wurde eine Ortsumgehung für die durch den Ort verlaufende B 7 gebaut, die den Ort von dem Durchgangsverkehr befreit hat. Mit dem Bau der Autobahn 44, wurde im Herbst 2010 mit dem Bau von 2 Grünbrücken zwischen Hasselbach und Küchen begonnen. Der Bau des Tunnel Küchen im Verlauf der A44 hat im Herbst 2012 begonnen. Dieser führt teilweise unter der Wohnbebauung hindurch, was beim Bau zu Schäden an Gebäuden führte.[5] Für die A44 wird die Trasse der alten Eisenbahnlinie teilweise verwendet.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Küchen, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 26. Februar 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Haushaltsatzzung Hessisch Lichtenau 2016 Vorbericht S. 16 [PDF].
  3. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Eschwege und Witzenhausen (GVBl. II 330-21) vom 28. September 1973. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1973 Nr. 25, S. 353, §§ 8 und 13 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,3 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 410.
  5. Schwere Schäden an Haus durch Bauarbeiten an der Autobahn 44, Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) vom 28. Januar 2014.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Küchen (Hessisch Lichtenau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien