Kösliner Konsistorium

Das Kösliner Konsistorium, auch Hinterpommersches Konsistorium zu Köslin[1] oder Evangelisches Konsistorium Köslin, war im 18. und 19. Jahrhundert eine Gerichts- und Verwaltungsbehörde der evangelisch-lutherischen Kirche (Konsistorium) in dem zu Preußen gehörenden Hinterpommern.

Es wurde im Jahre 1747 durch Ausgliederung des östlichen Hinterpommerns, des Gebiets der sogenannten Hinterkreise,[2] aus dem Bezirk des in Stettin sitzenden Pommerschen und Camminschen geistlichen Konsistoriums gegründet. Sitz des Konsistoriums war die Stadt Köslin. Sein räumlicher Zuständigkeitsbereich entsprach dem des im Jahre 1721 gebildeten Kösliner Hofgerichts, er umfasste den Bereich der evangelisch-lutherischen Synoden Belgard, Bublitz, Kolberg, Körlin, Köslin, Neustettin, Rügenwalde, Schlawe und Stolp.

Dem Kösliner Konsistorium war auch das für die Lande Lauenburg und Bütow gebildete Lauenburger Konsistorium unterstellt. Nach dessen Aufhebung im Jahre 1773 wurde sein Bereich zunächst dem Westpreußischen Konsistorium zu Marienwerder unterstellt, ab 1804[3] dann dem Kösliner Konsistorium.

Mitglieder des Kösliner Konsistoriums waren der jeweilige Präsident des Kösliner Hofgerichts, zwei weltliche Räte und ein geistlicher Rat.

Das Kösliner Konsistorium wurde im Jahre 1815 im Rahmen der Umgestaltung der Konsistorien in Preußen zugunsten des neuerrichteten Konsistoriums der Provinz Pommern aufgehoben.

Akten des Konsistoriums befinden sich heute im Archiwum Państwowe w Szczecinie (Staatsarchiv Stettin)[4], ein kleiner Teil (0,1 lfm) im Landesarchiv Greifswald.[5]

LiteraturBearbeiten

FußnotenBearbeiten

  1. Handbuch über den Koniglich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1804. Johann Friedrich Unger, Berlin, S. 298. (Online)
  2. Martin Wehrmann: Geschichte von Pommern. Band 2. 2. Auflage. Verlag Friedrich Andreas Perthes, Gotha 1921, S. 256. (Nachdruck: Augsburg 1992, ISBN 3-89350-112-6)
  3. Handbuch über den Koniglich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1804. Johann Friedrich Unger, Berlin, Anhang S. 66. (Online)
  4. Archivführer Stettin beim BKGE (siehe Ziff. III.)
  5. Heiko Wartenberg: Archivführer zur Geschichte Pommerns bis 1945. Verlag Oldenbourg, Oldenburg 2008, S. 87. (Online)