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GeografieBearbeiten

Königsmoos liegt im Donaumoos.

Die Gemeinde besteht aus drei Gemarkungen und hat neun amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Königsmoos gehörte zum Rentamt München und Moosgericht des Kurfürstentums Bayern. Der größte Teil der Gemeinde lag im kurbayerischen Teil des Moosgerichtes. Kleinere Teile um Untermaxfeld lagen auch im Herzogtum Neuburg-Sulzbach. Die Besiedelung des Gemeindegebiets begann erst ab 1795.

Der Gemeindeteil Stengelheim entstand bei der von Freiherr Stephan von Stengel initiierten Trockenlegung des Donaumooses und wurde nach diesem benannt.[3]

Die Gewinnung von Kulturland ist uralt. So sind bereits in der Römerzeit und im 15. und 17. Jahrhundert Bestrebungen zur Kultivierung des Donaumooses bekannt.

Im Jahre 1777 erbte Karl Theodor von der Pfalz das Kurfürstentum Bayern. Im gleichen Jahr schlug der Statthalter von Neuburg, Graf Pappenheim, die Trockenlegung des „Donaumooses“ vor. In den Jahren 1778 bis 1781 schuf der naturkundige Benefiziat Johann Jakob Lanz von Berg im Gau mit seinem „Hauptbericht“ die wissenschaftliche Grundlage für die spätere Entwässerung und Kultivierung des Donaumooses.

Im Jahre 1789 wurde unter Leitung von Stephan Freiherr von Stengel eine Kommission gebildet, zu der auch Johann Georg von Aretin und Adrian von Riedl gehörten, die das Moos im Besonderen durch Anlage des Hauptkanals und des Militärkanals, entwässerten. Rund 250 km Kanäle wurden großteils in 2 Jahren gezogen. Von Berg im Gau nach Altmannstetten sowie von Pobenhausen und Reichertshofen nach Lichtenau wurden die ersten befestigten Straßen angelegt.

Im Jahre 1791 begann, aufgrund der vorwiegend mineralischen Böden, die Besiedelung von Osten her. Auf Vorschlag von Freiherr von Aretin wurden die Kolonien nicht in Form eines gewöhnlichen Dorfes, sondern als Straßendörfer angelegt. Die Gemeinde Königsmoos entstand am 1. Januar 1975.

Fusion und EingemeindungenBearbeiten

Die Gemeinde Königsmoos entstand am 1. Januar 1975 durch den freiwilligen Zusammenschluss der drei Gemeinden Klingsmoos (738 Einwohner nachdem am 1. Januar 1974 ein Zugang von 185 Einwohnern von Sandizell nach Klingsmoos erfolgte), Ludwigsmoos (480 Einwohner) und Untermaxfeld (1150 Einwohner).[4] Ausgangspunkt für die Namensgebung war, dass die Orte Unter- und Obermaxfeld nach König Max I. Joseph und Ludwigsmoos nach König Ludwig I. benannt worden waren. Klingsmoos hieß ursprünglich Theresienfeld, benannt nach der Königin Therese von Bayern, der Gattin Ludwigs I.

Am 1. Januar 1977 kamen Gebiete aus dem Markt Pöttmes, Landkreis Aichach-Friedberg, und den Gemeinden Langenmosen und Wagenhofen hinzu. Am 1. Januar 1978 wurde die Gemeinde Walda aufgelöst. Ein Gebiet mit 63 Einwohnern kam zu Königsmoos. Größere Gebietsteile wurden in die Gemeinde Ehekirchen eingegliedert.[4] Schließlich kamen am 1. Mai 1978 noch Teile der aufgelösten Gemeinden Dinkelshausen und Hollenbach hinzu. Zum gleichen Zeitpunkt trat die Gemeinde Berg im Gau Gebietsteile ab.[5]

Bis zum Abschluss der Gebietsreform am 1. Mai 1978 kamen im Detail noch aus folgenden Donaumoosrandgemeinden Gebietsteile zu Königsmoos:

am 1. Januar 1977

  • 199 Einwohner aus dem Markt Pöttmes (Teil von Klingsmoos)
  • 166 Einwohner aus der Gemeinde Langenmosen (Teil von Ludwigsmoos)

am 1. Januar 1978

  • 63 Einwohner aus der Gemeinde Walda (Teil von Klingsmoos)

am 1. Mai 1978

  • 14 Einwohner aus der Gemeinde Rohrenfels (Stengelheim)
  • 6 Einwohner aus der Gemeinde Oberhausen (Achhäuser)
  • 77 Einwohner aus der Gemeinde Hollenbach (Achhäuser)
  • 61 Einwohner aus der Gemeinde Dinkelshausen (Achhäuser)
  • 217 Einwohner aus der Gemeinde Berg im Gau (Obergrasheim und ein Teil von Stengelheim und Ludwigsmoos)

5 Einwohner (Grabmühle) wurden am 1. Januar 1977 an die Gemeinde Langenmosen abgegeben.

Damit war die Einwohnerzahl zum 1. Mai 1978 auf 3207 angewachsen und die Gesamtfläche auf 4083 ha.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 2841 Einwohner
  • 1970: 3195 Einwohner
  • 1987: 3226 Einwohner
  • 1991: 3403 Einwohner
  • 1995: 3743 Einwohner
  • 2000: 3911 Einwohner
  • 2005: 4184 Einwohner
  • 2010: 4361 Einwohner
  • 2015: 4619 Einwohner

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit 1. Mai 2008 Heinrich Seißler aus Untermaxfeld (Freie Wähler); er ist der Nachfolger von Auguste Schmid aus Klingsmoos.

Gemeinderat in der Wahlperiode 2008–2014Bearbeiten

Von den 16 Sitzen entfallen auf:

Gemeinderat in der Wahlperiode 2014–2020Bearbeiten

Von den 16 Sitzen entfallen auf:

GemeindesteuernBearbeiten

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2011 insgesamt 2347 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 479 T€.

PartnergemeindenBearbeiten

Königsmoos unterhält Gemeindepartnerschaften mit den beiden deutschen Gemeinden Großkarolinenfeld bei Rosenheim (seit 12. Januar 2001) und Hergenfeld in Rheinland-Pfalz (seit dem 3. Oktober 2010).

Großkarolinenfeld liegt wie Königsmoos in einem ehemaligen Niedermoor und wurde – wie Königsmoos – auf Veranlassung des Kurfürsten Karl Theodor Ende des 18. Jahrhunderts durch pfälzische Kolonisten besiedelt und urbar gemacht.

Hergenfeld ist der Geburtsort des an der Kultivierung des Donaumooses maßgeblich beteiligten kurfürstlichen Forstkammerdirektors Johann Peter Kling, dem Namensgeber des Königsmooser Teilorts Klingsmoos.[6]

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 2011 nach der amtlichen Statistik 423 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort und 1835 Beschäftigte am Wohnort. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden 104 landwirtschaftliche Betriebe; landwirtschaftlich genutzt waren 3653 ha der Gemeindefläche. Der Ort gehört zur Planungsregion Ingolstadt.

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2011):

  • Kindergärten: 125 Kindergartenplätze mit 120 Kindern
  • Volksschulen: eine mit 13 Lehrern und 181 Schülern

DonaumoospegelBearbeiten

 
Der Donaumoospegel verdeutlicht die Absackung des Moorbodens

Beeindruckend zeigt sich die Absenkung der ehemaligen Moorfläche im Donaumoos am Donaumoospegel. Dieser ist ein Eichenpfahl, der am 4. Oktober 1860 in den Boden eingeschlagen wurde und 2006 etwa 2,85 Meter aus dem Boden ragte. Dies entspricht in etwa der Absackung des Bodens seit 1836, denn beim Einschlagen des Pfahles war die von 1836 bis 1860 festgestellte Sackung um 1,18 Meter berücksichtigt worden.[7]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Königsmoos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Königsmoos in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 12. September 2019.
  3. Zur Benennung von Stengelheim im Andenken an Stephan von Stengel
  4. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 601.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 602.
  6. Partnergemeinden auf der Gemeindewebseite von Königsmoos
  7. Information der Gemeinde Königsmoos über den Donaumoospegel