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Käpt’n Rauhbein aus St. Pauli

Deutscher Spielfilm

Käpt’n Rauhbein aus St. Pauli ist ein deutscher Spielfilm von Rolf Olsen aus dem Jahre 1971, der letzte der St.-Pauli-Filmreihe mit Curd Jürgens in der Titelrolle.

Filmdaten
OriginaltitelKäpt’n Rauhbein aus St. Pauli
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1971
Länge91 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieRolf Olsen
DrehbuchRolf Olsen
ProduktionHeinz Willeg
MusikGert Wilden
KameraFranz X. Lederle
SchnittRenate Willeg
Besetzung

HandlungBearbeiten

Kapitän Markus Jolly, als alter Haudegen der sieben Weltmeere kurz Käpt’n Rauhbein genannt, läuft mit seinem Schiff vorzeitig in Hamburg ein und kann es kaum erwarten, seine Ehefrau mit seiner Heimkehr zu überraschen. „Seit vier Jahren verheiratet“, sagt er zu seinem Bootsmann Oliver Kniehase, „und nur fünf Monate zu Hause“. Das kann auf die Dauer nicht gut gehen. Geht’s auch nicht. Kaum betritt Jolly die Wohnung, muss er seine Alte im Bett und in den Armen eines Anderen entdecken. Markus packt seine Siebensachen und will gehen. Die untreue Gemahlin eilt ihm hinterher. Es kommt zu einem kurzen Disput, bei dem Jolly sie wegstößt. Seine Frau verliert den Halt, stürzt durch das Treppengeländer und in die Tiefe, wo sie tot liegen bleibt. Da man ihm keine Schuld nachsagen kann, wird der Käpt’n in einem anschließenden Prozess freigesprochen. In Jolly reift die Erkenntnis, dass er keine Landratte ist, sondern zurück auf sein Schiff, auf das Meer, seine eigentliche Heimat, gehört. Und so sticht er mit neuem Auftrag und neuer Ladung an Bord wieder in See. Er und seine Crew sollen diesmal Medikamente und Alkohol nach Puerto Negro, einer versifften Bananenrepublik irgendwo in der Karibik, befördern. Dort herrscht jedoch das totale Chaos: Die Polizei machte lange Finger und ist korrupt, und brutale Gangster beherrschen das tropenheiße Land.

Kaum angekommen, wird die Fracht von den Ganoven gestohlen und die Besatzung unter falschem Verdacht von der bestechlichen Polizei inhaftiert. Um wenigstens den Fusel vor dem Zugriff der Staatsmacht zu retten, hatte Jolly ihn teils über Bord gekippt, teils an die Bevölkerung verteilt. Zu allem Überfluss wurde Bootsmann Kniehase, der die Medikamente an den Empfänger ausliefern sollte, klammheimlich bestohlen. Am Zielort sind plötzlich die Medizinkisten leer. Jetzt gelten Kniehase und Jolly auch noch als Betrüger und Diebe. Kniehase schwingt daraufhin die Fäuste und wird verletzt ins Gefängnis von Puerto Negro eingeliefert. Dort verarztet ihn eine Ärztin des Deutschen Roten Kreuzes, Dr. Karin Andersen. Während der gleichfalls verhaftete Jolly und sein Kumpel Kniehase sich selbst befreien können, gerät Dr. Andersen mit fünf Kolleginnen in die Fänge des finsteren Bandenchefs Rodrigo. Jolly und Kniehase können nicht mehr auf das beschlagnahmte Schiff zurück, und so bleibt nur noch der Pintenbetreiber Nico, Käpt’n Rauhbeins alter Kumpel von früher, als letzter Rettungsanker.

Jolly und Kniehase überlegen, wie sie aus dem ganzen Schlamassel herauskommen können. Da hat Käpt’n Rauhbein eine Idee: Er verkleidet sich als Steward und heuert auf der Luxusjacht einer reichen Touristenschar der internationalen Oberschicht an, Kumpel Kniehase wird derweil in einer Obstkiste verstaut und verschickt und soll auf diese Weise der Polizei entkommen. Später soll er wieder auf Jolly treffen. Bald zeigt sich, dass Käpt’n Rauhbein seinen Spitznamen zurecht verdient, denn an Bord der Luxusjacht benimmt er sich als Prolet und Haudegen ohne Manieren. Für die vornehmen Leuten von Welt, darunter die ältliche Lady Scarlett und der versnobte Armin von Prossnitz, natürlich äußerst „shocking“, denn der neue „Steward“ weiß weder den feinen Herrschaften die passenden Cocktails zu reichen noch artgerecht einen Hummer zu kredenzen. Als Jolly einer in Schockstarre verharrenden Dame eine fette, schwarze Tarantel vom Bauch entfernt und sie, sachte auf seinem Arm transportierend, den Meereswellen überantwortet, hat der ungehobelte Klotz jedoch bei den Upperclass-Reisenden ein Stein im Brett und man kommt seinem Wunsch nach, an einer bestimmten Stelle an der Küste vor Anker zu gehen. Denn von dort aus wollen der Kapitän und sein Bootsmann Dr. Andersen und deren Kolleginnen aus der Hand der Verbrecher und Entführer befreien.

Die Überraschung für Kapitän Markus Jolly ist groß, als sich ausgerechnet sein alter Freund Nico als Drahtzieher hinter den Gangsterbande entpuppt. So kommt es zum unvermeidlichen Showdown, bei dem so mancher Schurke sein Leben lassen muss. Schließlich bekommt Käpt’n Rauhbein auch sein Schiff mitsamt Ware zurück. Sehnsüchtig winkend blicken die befreiten Damen ihm hinterher, wohlwissend, dass Jollys einzige Seemannsbraut das weite Meer ist.

ProduktionsnotizenBearbeiten

Käpt’n Rauhbein aus St. Pauli entstand vom 19. April bis zum 1. Juni 1971 in Hamburg, an der Nordsee, in San Felice und in Porto und erlebte seine Uraufführung am 26. August 1971.

Johanna von Koczian, ein Filmstar der ausgehenden 1950er und frühen 1960er Jahre, gab hier mit der weiblichen Hauptrolle ihre Abschiedsvorstellung beim Kinofilm.

Jürgens schmettert in einer Karibikbar ein Seemannslied mit dem Titel Überall ist es schön auf dieser Welt.

KritikBearbeiten

„Dürftig gestaltete Kolportagegeschichte mit deutlichem Hang zur detaillierten Schilderung von Brutalitäten.“

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten