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Kämmereiforst ist ein Siedlungsbereich des Ortsteils Naundorf in der Gemeinde Zschepplin im Landkreis Nordsachsen.

Kämmereiforst
Ortschaft Naundorf
Koordinaten: 51° 28′ 56″ N, 12° 32′ 37″ O
Höhe: 112 m
Eingemeindet nach: Zschepplin
Postleitzahl: 04838
Vorwahl: 03423

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Kämmereiforst liegt zwischen den Städten Delitzsch und Eilenburg an der Bahnstrecke Halle (Saale)–Eilenburg. Es gibt Ortsverbindungsstraßen nach Naundorf und zum Eilenburger Ortsteil Pressen.

WaldgebietBearbeiten

Zu Kämmereiforst gehört ein etwa 267 Hektar großer Eichen-Hainbuchen-Wald als Flora-Fauna-Habitat, das als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist. Er ist der Rest eines ehemaligen Urwaldes, der das Gebiet zwischen Eilenburg und Bitterfeld bis vor etwa 1000 Jahren bedeckte. Im Waldgebiet gibt es über 500 Pflanzenarten. Es ist vor allem bekannt für seine Frühjahrsblüher mit etwa 60 geschützten beziehungsweise bestandsgefährdeten Arten, mehrere Fledermausarten (unter anderem der Mopsfledermaus) und die artenreiche Vogelwelt mit Brutgebieten von Greifvögeln.[1] Das Gebiet gehört zu den Sites of Community Importance (SCI) des europäischen Naturschutz-Netzwerks Natura 2000.

Der Forst gehörte bis 1815 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Eilenburg.[2] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam das Gebiet zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt,[3] zu dem es bis 1952 gehörte.

BahnhofBearbeiten

 
Bahnhof Kämmereiforst

Zum Ortsteil gehört der „Bahnhof Kämmereiforst“ an der Bahnstrecke Halle–Cottbus. Der Bahnhof ist etwa 1,6 Kilometer von Naundorf und 1,4 Kilometer von Pressen entfernt und wurde am 30. Juni 1872 für den Personenverkehr und am 1. August 1888 für den Güterverkehr eröffnet.[4] Der Bahnhof besitzt zwei Bahnsteiggleise. Gleis 1 ist durch den noch vorhandenen Warteraum, Gleis 2 über einen niveaugleichen Überweg erreichbar. Im Empfangsgebäude befindet sich neben dem Warteraum ein mechanisches Stellwerk der Bauart Jüdel, das die Bezeichnung „Kf“ für Kämmereiforst Fahrdienstleiter trägt.[5] In Richtung Eilenburg befindet sich das 1908[4] in Betrieb genommene mechanische Wärterstellwerk der Bauart Jüdel, das die Bezeichnung „Ko“ trägt.[5]

Die Strecke Halle–Eilenburg wird von der Linie S9 der S-Bahn Mitteldeutschland bedient.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. LSG Kämmereiforst auf navigator-leipzig-mittelsachsen.de
  2. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 56 f.
  3. Der Landkreis Delitzsch im Gemeindeverzeichnis 1900
  4. a b Jens Herbach: Verkehrsstationen H–K auf sachsenschiene.net, abgerufen am 5. April 2019
  5. a b Einträge auf der Liste deutscher Stellwerke