Jux (Spiegelberg)

Ortsteil der Gemeinde Spiegelberg

Jux ist ein Gemeindeteil und Dorf von Spiegelberg im Rems-Murr-Kreis.

Jux
Gemeinde Spiegelberg
Koordinaten: 49° 1′ 49″ N, 9° 26′ 19″ O
Höhe: 470 m ü. NHN
Fläche: 2,67 km²
Eingemeindung: 1. September 1971
Postleitzahl: 71579
Vorwahl: 07194

Geographische LageBearbeiten

Das Dorf Jux liegt, jeweils in Luftlinie, etwa einen Kilometer südwestlich der Ortsmitte des Gemeindesitzes Spiegelberg und etwa 24 Kilometer nordnordöstlich der Kreisstadt Waiblingen in den südwestlichen Löwensteiner Bergen, einem Teilnaturraum der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge.[1] Es ist der einzige Siedlungsplatz im Gemeindeteil.

Der Ort steht in einer Höhe von etwa 455–490 m ü. NHN[2] auf dem Sattel zwischen dem 533,2 m ü. NHN[3] hohen Juxkopf mit dem Juxkopfturm im Norden und dem 489,3 m ü. NHN[3] hohen Gerstenberg im Süden sowie an den beidseitigen Berganstiegen. In landschaftstypischen kurzen und steilen, nahe dem Ortszentrum einsetzenden Klingen läuft im Osten der Lochklingenbach zur „Spiegelberger“ Lauter, im Westen entwässert der Brunnenklingenbach über den Nassachbach zur Winterlauter, die aus deren größtem Nebental im Südosten der Lauter zufließt.

Das Dorf steht auf Stubensandstein (Löwenstein-Formation) im Untergrund, der auch den Großteil der beiden Berge und ihrer Abhänge einnimmt, ausgenommen insbesondere den Gipfel des Juxkopfes, der über den Knollenmergel (Trossingen-Formation) bis in den Schwarzjura aufragt. Südsüdwestlich des Dorfes liegt wenig über der Mündung des Nassachbachs in die Winterlauter am Unterhang des Gerstenberges der Wetzsteinstollen, wo bis 1923 bergmännisch Wetzsteine im Kieselsandstein (Hassberge-Formation) abgebaut wurden.[4][5]

 
Aussichtsturm auf dem Juxkopf

Die Jux erschließende K 1821 führt von Spiegelberg kommend über den Juxer Sattel und am Wetzsteinstollen vorbei ins Winterlautertal. Eine Gemeindestraße geht im Ort von dieser ab nach dem ebenfalls zu Spiegelberg gehörenden Weiler Hüttlen im Norden.

GeschichteBearbeiten

Die älteste namentliche Erwähnung von Jux im Zusammenhang mit Güterbesitz des Stifts Backnang datiert auf das Jahr 1245. Die älteste Namensform ist Juchs. 1254 wird der Ort villa Juchez und um 1260 als villa quod dicitur Juchese („Dorf, das Juchese genannt wird“) erwähnt. Um 1255 wurde der Ort dem Kloster Mariental (Steinheim an der Murr) gestiftet[6]. Zwischen 1348 und um 1700, als Jux im Zusammenhang mit der Gründung einer Glasfabrik Jux neu angelegt wurde, liegen keine Erwähnungen des Ortes vor. Bis 1797 gehörte Jux zum Oberamt Marbach und kam dann zum Stabsamt Spiegelberg, das 1807 zum Oberamt Backnang kam, und wurde 1820 eine selbstständige Gemeinde. Zur Gemeinde Jux gehörte lediglich das Dorf Jux. Am 1. September 1971 wurde die Gemeinde mit einer Fläche von 2,67 km² nach Spiegelberg eingemeindet.[7]

Landtagswahl 2021Bearbeiten

Bei der Landtagswahl fiel Spiegelberg als einzige Gemeinde in Baden-Württemberg auf, die die Partei "Alternative für Deutschland" als stärkste Partei mit 21,7 % wählte. Besonders deutlich war das Ergebnis im Ortsteil Jux, in dem 32,45 % für die AfD stimmten.

LiteraturBearbeiten

  • Jux. In: Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Backnang (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 53). H. Lindemann, Stuttgart 1871, S. 207–209 (Volltext [Wikisource]).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wolf-Dieter Sick: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 162 Rothenburg o. d. Tauber. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1962. → Online-Karte (PDF; 4,7 MB)
  2. Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte auf: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) (Hinweise).
  3. a b Höhe nach grauer Beschriftung auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte auf: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) (Hinweise).
  4. Theo Simon: Gesteine, Böden, Landschaft, in: Theo Müller (Schriftl.): Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald, Stuttgart, Schwäbischer Albverein, 4. überarb. Aufl., 2006
  5. Geologie nach den Layern zu Geologische Karte 1:50.000 auf: Mapserver des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) (Hinweise)
  6. "Der erwählte Bischof Heinrich von Speyer bestätigt die Gründung des noch zu bauenden Klosters in Steinheim durch den edlen Ritter Berthold von Blankenstein und seine Gattin Elisabeth, die Schenkung des Patronats der Kirche in Steinheim und anderer genannter Besitzungen insbesondere des Ortes Jux an dieses Kloster und verleiht demselben die Augustiner Regel unter Hinzufügung verschiedener weiterer Rechte und Begünstigungen", Württembergisches Urkundenbuch Band V., Nr. 1316, Seite 83-84, 31. Dezember 1254. Im: Landesarchiv Baden-Württemberg [abgerufen am 18. Februar 2017]
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 446.

WeblinksBearbeiten