Just Eat Takeaway

Essens-Bestellplattform

Just Eat Takeaway (anfänglich Citymeal) ist ein international operierender Onlineanbieter von Lieferdienstleistungen für Gastronomien mit Sitz in Amsterdam. Das 1999 gegründete Unternehmen organisiert über seine Onlineportale die Bestellung und Auslieferung der von Partnergastronomien offerierten Mahlzeiten und ist unter verschiedenen Namen in zwölf europäischen Ländern (Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich) sowie Israel und Vietnam vertreten.

Just Eat Takeaway.com

Logo
Rechtsform Naamloze Vennootschap
ISIN NL0012015705
Gründung 1999
Sitz Amsterdam (Niederlande)
Leitung Jitse Groen[1]
Mitarbeiterzahl 5.423 (Ende 2019, VZÄ)[2]
Umsatz 415,88 Mio. (2019)[2]
Branche Onlinedienste, Lieferdienst
Website takeaway.com/
Stand: 4. Juni 2020

Ehemaliges Logo

GeschichteBearbeiten

 
Jitse Groen, 2015

Im Rahmen eines Familienfestes wollte der 21-jährige Student Jitse Groen 2000 im Internet Essen bestellen und konnte nur eine Restaurantliste in Amsterdam finden. So kam er auf die Idee, ein Onlineportal zu entwickeln, das verschiedene Lieferdienste bündelt. Groen erwarb am selben Tag die Domäne Thuisbezorgd.nl (für niederländisch thuis bezorgd, auf Deutsch etwa Hauszustellung).[3] Noch im selben Jahr ging der Lieferservice online. 2008 wurde das Unternehmen auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig.[4]

2010 wurde Thuisbezorgd.nl in Takeaway.com umbenannt und das Unternehmen ging in Frankreich und dem Vereinigten Königreich an den Markt. Bei einer Finanzierungsrunde 2012 erhielt Takeaway.com 13 Millionen Euro von Prime Ventures.[5] 2014 folgte die Übernahme des deutschen Wettbewerbers Lieferando.de[6] für 50 Millionen Euro.[7]

2018 übernahm Takeaway.com das schweizerische Onlineportal Foodarena.ch vom Wettbewerber Delivery Hero.[8] Ende 2018 gab Takeaway.com bekannt, auch dessen deutsche Dienste Lieferheld.de, Foodora und Pizza.de zu übernehmen.[6] Der Kaufpreis lag bei knapp 1 Milliarde Euro.[9]

Mit dieser Übernahme ging im April 2019 auch der Dienst McDelivery an Lieferando.de über.[10][6]

Seit Juni 2019 ist Just Eat Takeaway Teil des AEX-Index.[11]

Ende Juli 2019 kündigte Takeaway.com an, den britischen Wettbewerber Just Eat zu kaufen.[12] Anfang August 2019 wurde die Übernahme bekannt gegeben. Die Aktionäre von Just Eat erhielten pro Anteil 0,09744 Takeaway.com-Aktien.[13] Die Fusion hatte einen Wert von knapp 5,5 Milliarden Euro. Mit gut 52 Prozent erhielten die Just-Eat-Aktionäre die Mehrheit am neuen Unternehmen, während die bisherigen Takeaway.com-Aktionäre knapp 48 Prozent behielten. Der neue Konzern soll Just Eat Takeaway.com heißen.[14] Im Januar 2020 gab es die Nachricht, dass die britische Wettbewerbsbehörde die Übernahme überprüfen wird.[15]

Am 11. Juni 2020 wurde die Übernahme von Grubhub durch Just Eat Takeaway bekannt.[16][17][18][19]

DienstBearbeiten

Takeaway.com agiert als Vermittler zwischen Kunde und Restaurant. Der Kunde kann via stationärem Onlineportal oder mobiler App Gerichte bestellen. Das bestellte Essen wird direkt zum Kunden geliefert. In Großstädten geschieht dies über Lieferanten von Takeaway.com, dann kann die Lieferung per GPS-Verbindung verfolgt werden, in Kleinstädten übernehmen die Auslieferung die Restaurants meist selbst. Der Kunde kann zwischen verschiedenen Zahlungsmethoden wählen, entweder bar oder online (per Kreditkarte, Sofortüberweisung, PayPal oder Bitcoin). Für jede vermittelte Bestellung erhält Takeaway.com eine Provision vom Restaurant. Die Vermittlerdienste stehen jedoch wegen der Höhe der Provisionen in der Kritik.[20]

TochtergesellschaftenBearbeiten

Takeaway.com ist in zwölf europäischen und zwei asiatischen Ländern vertreten:

Land Webseite Vormals Bemerkung
Belgien takeaway.com/be pizza.be englisch (insbesondere Essen) mitnehmen
Bulgarien takeaway.com/bg bgmenu.com auch heute noch unter dem Namen bgmenu.com
Deutschland lieferando.de pizza.de, foodora.de, lieferservice.de, lieferheld.de spanische Endung -ando; zu Lieferndes
Frankreich just-eat.fr pizza.fr
Israel 10bis.co.il hebräisch 10 bis im Sinne von gib mir einen Bissen
Luxemburg takeaway.com/lu pizza.lu
Niederlande thuisbezorgd.nl
Österreich lieferando.at lieferservice.at
Polen pyszne.pl polnisch für köstlich
Portugal takeaway.com/pt pizza.pt
Rumänien takeaway.com/ro oliviera.ro
Schweiz eat.ch takeaway.com/ch, lieferservice.ch
Vereinigtes Königreich just-eat.co.uk pizza.co.uk
Vietnam vietnammm.com mit dem Laut mmmhm um wohlschmeckend mit vollem, geschlossenem Mund auszudrücken

Lokale Marken werden sukzessiv durch die Dachmarke Takeaway.com ersetzt, z. B. pizza.de und lieferheld.de.

AnteilseignerBearbeiten

Stand: 6. Oktober 2020[21]
Anteil Anteilseigner Sitz
18,06 % Morgan Stanley New York City
11,13 % Gribhold B.V. Amsterdam
10,02 % Delivery Hero Berlin
06,34 % EuroPacific Growth Fund Boston
04,87 % BlackRock New York City
04,34 % Cat Rock Capital Management Greenwich, CT
03,04 % AKO Capital London

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://corporate.takeaway.com/about-us/managing-board/
  2. a b Takeaway.com: Annual Report 2019. Abgerufen am 4. Juni 2020. (PDF; 9 MB)
  3. Geschichte Takeaway.com. Website Lieferservice – Wir über uns. Abgerufen am 30. September 2012.
  4. Wettkampf der Lieferdienste. Website Deutsche Startups. Abgerufen am 30. September 2012.
  5. Pizza aus Holland. Website Deutsche Startups. Abgerufen am 30. September 2012.
  6. a b c Paol Hergert: Nach dem Aus von Deliveroo in Deutschland könnte es für Lieferservice-Kunden teuer werden. Abgerufen am 20. November 2019.
  7. „Es ist absurd, mit wie viel Geld sich Lieferheld die Marktführerschaft erkauft“. 16. März 2015, abgerufen am 17. April 2019.
  8. Delivery Hero: Delivery Hero sells Swiss operations. 22. Juni 2018, abgerufen am 26. Juni 2018 (englisch).
  9. Für eine knappe Milliarde Euro: Delivery Hero verkauft deutsches Lieferdienstgeschäft. In: Spiegel Online. 21. Dezember 2018 (spiegel.de [abgerufen am 4. Januar 2019]).
  10. McDonald's Lieferservice McDelivery jetzt auf Lieferando.de verfügbar. In: finanznachrichten.de. 23. April 2019, abgerufen am 27. Mai 2019.
  11. Amsterdam’s Takeaway.com now included in Euronext’s AEX-Index: Here’s what you need to know about The Netherland’s best growing companies 12. Juni 2019
  12. Martin Hock: Lieferdienste: Fusion beflügelt Aktienkurse. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 6. August 2019]).
  13. Reuters: "Lieferando"-Eigentümer Takeaway.com schluckt britische Just Eat. Abgerufen am 20. November 2019.
  14. Bastian Benrath: Takeaway und Just Eat: Ein großer Dienst für ganz viel Hunger. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 6. August 2019]).
  15. Übernahme von Just Eat durch Takeaway.com vor neuer Hürde 23. Januar 2020
  16. Ruinöser Konkurrenzkampf der Lieferdienste Warum der Grubhub-Deal nicht nur Uber in Not bringt, von Jonas Rest und Marleen Gründel, Manager Magazin 11. Juni 2020
  17. Internet:Essenslieferdienst Just Eat Takeaway schluckt Grubhub, dpa via Süddeutsche Zeitung 11. Juni 2020
  18. Just Eat Takeaway schluckt GrubHub - GrubHub-Aktie stark, Just Eat-Aktie bricht zweistellig ein, Finanzen.net 11. Juni 2020
  19. Just Eat Takeaway könnte bei Grubhub-Übernahme Uber zuvorkommen, Onvista 10. Juni 2020
  20. Eva Fischer: Teures Geschäft mit Lieferando, Pizza.de & Co – Der Kampf der Pizzabäcker orange.handelsblatt.com, Handelsblatt, 22. August 2016, abgerufen 16. Juni 2019.
  21. Shareholder information. Abgerufen am 6. Oktober 2020 (englisch).