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Jupiter Ascending

Science-Fiction-Film aus dem Jahr 2015

Jupiter Ascending ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film unter der Regie der Wachowski-Geschwister. In den Hauptrollen sind Channing Tatum, Mila Kunis und Sean Bean zu sehen. Premiere hatte der Film am 27. Januar 2015 beim Sundance Film Festival. US-Kinostart war der 6. Februar 2015; der deutsche Filmstart war am 5. Februar 2015.[3]

Filmdaten
Deutscher TitelJupiter Ascending
OriginaltitelJupiter Ascending
ProduktionslandVereinigte Staaten, Australien
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2015
Länge127 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
RegieDie Wachowskis
DrehbuchDie Wachowskis
ProduktionGrant Hill,
Die Wachowskis
MusikMichael Giacchino
KameraJohn Toll
SchnittAlexander Berner
Besetzung
Synchronisation

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Jupiter Jones wird im Sternzeichen des Löwen geboren, bei aufsteigendem Jupiter. Ihre Tante ist daher der Meinung, dass sie Großes leisten wird. Als sie erwachsen ist, sieht Jupiters Realität jedoch anders aus: Sie arbeitet als Putzfrau. Als sie Eizellen in einer Klinik spenden will, wird sie von Außerirdischen (später als Sucher bezeichnet) angegriffen, die sie töten wollen. Ihr kommt Caine, ein genetisch produzierter, aus Mensch und Wolf gekreuzter Ex-Militär-Jäger gerade rechtzeitig zu Hilfe. Er bringt sie zu ihrem Schutz zu seinem früheren Vorgesetzten Stinger. Dieser klärt Jupiter über ihr königliches Erbgut auf. Sie hat exakt die gleiche DNA wie die vor kurzem getötete Königin der Familie Abrasax, die eine der reichsten und mächtigsten Familien im Universum ist. Zum Besitz dieser Familie zählt unter anderem die Erde. Jupiter ist eine sogenannte „Wiederkehrerin“ und ihre genetische Disposition macht sie zur direkten Nachfolgerin der Königin, doch birgt dies nun eine große Gefahr: Der zwielichtige Balem will sie tot sehen. Er hat als Thron-Erbe unter anderem die gewinnbringende Erde erhalten und will diese nicht mit der Annahme des royalen Titels durch Jupiter kurz vor der „Ernte“ verlieren. Auch sein Bruder Titus will das Erbe der königlichen Mutter nicht kampflos aufgeben und hatte Caine angeworben, um die neue Konkurrentin aufzuspüren. Dass der Jäger sich jedoch bei ihrer ersten Begegnung in Jupiter verliebt und somit zu ihrem Beschützer wird, hatte er nicht ahnen können. Es gelingt Titus durch weitere Mitarbeiter Jupiter von der Erde in sein intergalaktisches Reich zu entführen, wohin Caine ihr unverzüglich folgt. Titus plant die genetische Zwillingsschwester seiner Mutter zu einer Hochzeit zu zwingen, um sich auf diese Weise den royalen Titel zu sichern. Jupiter erfährt nun, was die so genannte „Ernte“ eines Planeten bedeutet: Das wichtigste Handelsgut im Universum ist Lebenszeit. Diese wird in Form einer verjüngenden Flüssigkeit verkauft, die aus Menschen hergestellt wird. Ein Planet wird deshalb gezielt mit Menschen bevölkert und mit steigender Population wertvoller. Für eine Ampulle müssen 100 Menschen sterben. Angeblich will Titus dies zukünftig unterbinden, wozu er Jupiters Hilfe bräuchte. Caine kann diese Hochzeit gerade noch verhindern und Titus wahre Absichten offenlegen, denn er hatte vor Jupiter kurz nach der Trauung umzubringen, um sich allein in den Besitz des royalen Titels zu bringen.

Schockiert von dieser Nachricht, beginnt Jupiter zu begreifen, welche Verantwortung sie mit Antritt des royalen Erbes auf sich genommen hat. Um sie von Titus weg und zu sich zu locken, lässt Balem Jupiters Familie entführen. Er bietet ihr im Tausch gegen die Erde das Leben ihrer Familie. Nach langem Zögern lehnt Jupiter seinen Vorschlag aber ab, da sie ihm nicht traut. Es kommt zum Kampf, bei dem sich herausstellt, dass er damals seine Mutter, die Königin, getötet hat, um an das Erbe zu gelangen.

Caine ist Jupiter in der Zwischenzeit zum Planeten, auf dem sich Balems Produktionsanlage befindet, gefolgt. Durch den Absturz seines Fluggerätes beschädigt er die Außenhülle der Stätte, und es dringen giftige und hochexplosive Gase ein. Auf der Suche nach Jupiter rettet Caine ihre Familie und bringt sie auf ein Raumschiff der Weltraumpolizei in Sicherheit. Balem und Titus sterben im Kampf gegen Jupiter, die dann in letzter Sekunde aus dem flammenden Inferno von Caine gerettet wird.

Nach dem überstandenen Abenteuer im Weltraum sieht man Jupiter in ihrem normalen Alltag auf der Erde beim Putzen und beim Abendessen mit ihrer Familie, die sich, aufgrund einer Gehirnwäsche, an die Geschehnisse im Weltall nicht erinnern kann. Im Anschluss daran hat sie ein Date mit Caine. Auf dem Dach eines Wolkenkratzers fragt er sie, ob sie ihrer Familie je verraten wird, dass ihr jetzt die Erde gehört. Sie verneint. Dagegen ist sie sich sicher, dass Caine der Richtige für sie ist und ihr immer treu zur Seite stehen wird. Gemeinsam fliegen sie über die Stadt und genießen ihre heimliche Freiheit.

HintergrundBearbeiten

An der Realisierung des Films waren Grant Hill sowie die Geschwister Lana Wachowski und Lilly Wachowski beteiligt. Die Dreharbeiten für den Film fanden in Spanien, den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich statt.[4]

Während der Dreharbeiten wurde eine „Panocam“ genannte Konstruktion verwendet, an der sechs Kameras nebeneinander angebracht waren. Sie wurde an einem Hubschrauber befestigt und konnte nahezu 180° abdecken. Während der Postproduktion konnten die Regisseure so die überlappenden Szenen verwenden, ohne dass der Hubschrauber seine Flugbahn hätte verändern müssen.[4]

Natalie Portman war ursprünglich für die Hauptrolle vorgesehen, aus Termingründen musste sie jedoch absagen.[3]

Die Produktionskosten des Films betrugen mindestens 150 Millionen US-Dollar. Während er an den amerikanischen Kinokassen floppte, war er auf internationalen Märkten deutlich erfolgreicher, insbesondere in China und Russland.[5]

RezeptionBearbeiten

KritikenBearbeiten

Quelle Bewertung
Metacritic
Kritiker           
Publikum           [6]
Moviepilot
Kritiker           
Publikum           [7]
Rotten Tomatoes
Kritiker           
Publikum      [8]
IMDb           [9]

In der Kritik von Spiegel Online heißt es, der Film sei „grandios gescheitert“. Während die Technik überzeuge, fehle es sowohl an einer schlüssigen und interessanten Story als auch an glaubwürdigen Charakteren. „Statt die gesellschaftskritischen Gedankenspiele auszuformulieren und logisch nachvollziehbar zu machen, sowohl inhaltlich als auch technisch und räumlich, konzentriert sich die Handlung darauf, ihre Damsel in Distress immer wieder in lebensbedrohende Situationen zu bringen und daraus zu erretten, natürlich immer in letzter Sekunde.“[10]

Auch bei Kino-Zeit sah Christopher Diekhaus das ähnlich und schrieb: „Zwar greifen die Matrix-Schöpfer mit ihrem thematisch ambitionierten Weltraum-Epos nach den Sternen, verfangen sich am Ende aber in einer etwas fahrigen Geschichte, die erstaunlich viele unfreiwillige Lacher produziert.“[11]

Dietmar Dath von der FAZ wertete: „Die Dia- und Monologe des Films sind […] oft hanebüchener Quatsch […] und die meisten schönen Bilder werden so schnell aufgebaut und wieder abgerissen, dass man gar keine Zeit hat, sich hineinzuwerfen - aber beides stört gar nicht so sehr, wenn man mal verstanden hat: Was hier redet, sind diese Bilder, und dass dabei alles so schnell geht, ist schlicht ein Versuch, das Prinzip ‚flinker, überraschender Wortwechsel‘ aus den besten reinen Dialogfilmen direkt ins Visuelle zu übertragen.“[12]

epd-Film kam zu dem Urteil: „Es ist ein Spektakel, das in seinen besten Momenten so selbstvergessen wirkt, als tobten sich Kinder am gigantischen Hollywood-Zauberkasten aus, ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Angst vor blankem Trash. Aber eben nur in den besten Momenten.“ Dagegen seien „Die visuellen Effekte, deren Aufwand für die kurzfristige Kinostart-Verschiebung um ein halbes Jahr verantwortlich sein soll, und das Szenenbild sind so gigantomanisch wie detailverliebt“. Ansonsten fehle aber die „erzählerische Spannkraft, sodass all die Überladenheit den Betrachter nurmehr ermüdet.“[13]

Die NZZ dagegen lobt den Film als „eine bildstarke Reflexion über Existenz und Religion“.[14]

Der film-dienst meinte, Jupiter Ascending sei ein „visuell bombastischer Science-Fiction-Film, der technisch durchaus reizvoll“ erscheine, jedoch „allzu schnell seinen rauschhaft bunten Oberflächen“ erliege, während die „pathetische Handlung nicht mehr als eine muffige Rettungsgeschichte“ biete.[15]

Bei Rotten Tomatoes konnte Jupiter Ascending anfänglich nur 25 Prozent der Kritiker überzeugen.[16] In John Greens Roman Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken wird der Film als „wirklich bescheuert und cool zugleich“ sowie „total albern, aber toll“ bezeichnet.[17]

AuszeichnungenBearbeiten

Goldene Himbeere 2016

Gewonnen

Nominiert

Deutsche SynchronisationBearbeiten

Deutscher Synchronsprecher[18] Rolle
Anja Stadlober Jupiter Jones
Daniel Fehlow Caine Wise
Torsten Michaelis Stinger Apini
Tobias Nath Balem Abrasax
Patrick Roche Titus Abrasax
Marieke Oeffinger Kalique Abrasax
Benedikt Gutjan Advocate Bob
Elisabeth Günther Aleksa
Axel Malzacher Chicanery Night
Caroline Combrinck Diomika Tsing
Jan Odle Ibis
Jacqueline Belle Katharine Dunlevy
Lea Kalbhenn Kiza
Walter von Hauff Legitimationsminister
Claus Brockmeyer Malidictes
Torben Liebrecht Maximilian Jones
Mogens von Gadow Minister für Stempel und Siegel
Matthias Klie Phylo Percadium
Benedikt Weber Vladie

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freigabebescheinigung für Jupiter Ascending. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Januar 2015 (PDF; Prüf­nummer: 149 484 K).
  2. Alterskennzeichnung für Jupiter Ascending. Jugendmedien­kommission.
  3. a b Jupiter Ascending. filmstarts.de, 16. August 2014, abgerufen am 17. August 2014.
  4. a b Jupiter Ascending. Internet Movie Database, abgerufen am 17. August 2014.
  5. http://www.hollywoodreporter.com/news/global-box-office-jupiter-ascending-779980
  6. Jupiter Ascending bei metacritic.com. Stand: 2. Juli 2015.
  7. Jupiter Ascending bei moviepilot Stand: 2. Juli 2015. Stand: 2. Juli 2015.
  8. Jupiter Ascending bei Rotten Tomatoes. Stand: 2. Juli 2015.
  9. Jupiter Ascending bei imdb.com. Stand: 2. Juli 2015.
  10. Andreas Borcholte: Blockbuster „Jupiter Ascending“: Das Spektakel-Debakel. Spiegel Online, 5. Februar 2015, abgerufen am 5. Februar 2015.
  11. Christopher Diekhaus: Rehabilitierung verpasst bei kino-zeit.de, abgerufen am 24. Juni 2019.
  12. Dietmar Dath: Migrantin küsst Hund bei faz.net, abgerufen am 24. Juni 2019.
  13. Filmkritik bei epd-Film.de, abgerufen am 24. Juni 2019.
  14. Hay: «Jupiter Ascending». Neue Zürcher Zeitung, 5. Februar 2015, abgerufen am 5. März 2015.
  15. Jörg Gerle: Jupiter Ascending. film-dienst, 4/2015, abgerufen am 7. April 2015.
  16. Jupiter Ascrending. In: Rotten Tomatoes. Zugriff: 22. Juni 2015. 51 von 204 Bewertungen, Stand: 22. Juni 2016
  17. München/Wien 2017. S. 178.
  18. Deutsche Synchrondatei. Zugriff: 22. Juni 2015.