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Julien Wanders

Schweizer Langstreckenläufer
Julien Wanders Leichtathletik

Julien Wanders Grand 10 Berlin 2014.jpg
Wanders 2014 beim Grand 10 in Berlin

Nation SchweizSchweiz Schweiz
FrankreichFrankreich Frankreich
Geburtstag 18. März 1996 (23 Jahre)
Geburtsort GenfSchweiz
Karriere
Disziplin Langstreckenlauf
Verein Stade Genève
Trainer Marco Jäger
Status aktiv
Medaillenspiegel
Schweizer Meisterschaften 3 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Schweizer Meisterschaften
0Gold0 Genf 2016 5000 m
0Gold0 Zürich 2017 1500 m
0Gold0 Zofingen 2018 1500 m
letzte Änderung: 14. Juli 2018

Julien Wanders (* 18. März 1996 in Genf) ist ein schweizerisch-französischer Langstreckenläufer. Er vertritt international die Schweiz und hält die Europarekorde im 10-km-Strassenlauf und über die Halbmarathon-Distanz. Ausserdem ist er im 5-km-Strassenlauf Weltrekordhalter.

KarriereBearbeiten

Julien Wanders startet für den Leichtathletikverein Stade Genève. Am 18. Dezember 2016 stellte Wanders mit einer Zeit von 28:22 Minuten am 10-km-Strassenrennen in Houilles einen neuen Schweizer Rekord über 10 km Strasse auf. Die alte Bestmarke von Markus Ryffel aus dem Jahr 1986 unterbot er dabei um drei Sekunden.[1] Am 19. März 2017 gab Wanders bei der Stramilano sein Debüt über die Halbmarathon-Distanz. Mit einer Zeit von 1:01:43 pulverisierte er den alten U23-Rekord von Viktor Röthlin um fast dreieinhalb Minuten und verpasste den bestehenden Schweizer Rekord von Tadesse Abraham um nur 59 Sekunden. Im Elite-Rennen wurde er Vierter und liess dabei Lauf-Grössen wie den damaligen Marathon-Europameister Daniele Meucci hinter sich.[2]

Am 8. Oktober 2017 verbesserte er in Durban seinen eigenen Schweizer Rekord über 10 km Strasse um zehn Sekunden und beendete das Rennen hinter den beiden Ugandern Joshua Cheptegei und Stephen Kissa.[3] Dieser Rekord hielt jedoch weniger als drei Monate bestand. Am 31. Dezember desselben Jahres drückte er bei der Corrida de Houilles die Bestzeit um weitere 11 Sekunden runter, das Rennen gewann er vor dem Äthiopier Jemal Yimer Mekonnen.[4] Mit dieser persönlichen Bestzeit pulverisierte der Doppelbürger nicht nur den Schweizer, sondern auch den französischen Rekord.[5] Der französische Rekord wurde aber im Nachhinein nicht anerkannt, da Wanders als Junior bereits die Schweiz international vertreten hatte. Durch eine nicht rückwirkend geltende Regeländerung können sich Doppelbürger wie Wanders allerdings ab dem 1. April 2018 in französische Rekordlisten eintragen, auch wenn sie ein anderes Land international vertreten.[6]

Sein mittlerweile hohes Leistungsniveau stellte Wanders auch 2018 unter Beweis: Den Mitja Marató de Barcelona absolvierte er am 11. Februar 2018 als Zweiter in 1:00:09 h und unterbot damit den Schweizer Halbmarathonrekord von Tadesse Abraham um 33 Sekunden. Mit dieser Zeit hätte er erneut auch den französischen Rekord gebrochen. Etwas mehr als einen Monat später lief er schliesslich überraschend in einem stark international besetzten Feld an den Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Valencia mit einer Zeit von 1:01:03 h auf den starken achten Rang. An den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin trat Wanders über 5000 sowie 10'000 m an, die er auf dem achten respektive siebten Rang beendete.

Am 14. Oktober 2018 verbesserte Wanders beim City Surf Run in Durban den acht Jahre alten Europarekord über 10 km von Mo Farah um 12 Sekunden auf 27:32 min und beendete den Lauf als Zweiter hinter Joshua Cheptegei, der mit 27:16 min einen neuen Streckenrekord aufstellte.[7] Am 30. Dezember 2018 verbesserte er seinen Rekord erneut als Sieger der Corrida de Houilles auf 27:25 min.[8]

Europarekord
Halbmarathon, Ra’s al-Chaima, 8. Februar 2019[9]
Distanz Split Gesamtzeit
5 km 14:13 min 14:13 min
10 km 13:58 min 28:11 min
15 km 13:46 min 41:56 min
20 km 14:08 min 56:03 min
21,0975 km 3:10 min 59:13 min

Am 8. Februar 2019 gelang Wanders beim RAK-Halbmarathon in Ra’s al-Chaima mit 59:13 Minuten ein weiterer Europarekord. Er war erst der 5. Europäer, der über die Halbmarathondistanz eine Zeit unter einer Stunde lief.[10] 10 Tage darauf gewann er trotz zwischenzeitlicher Krankheit ein 5-km-Strassenrennen in Monaco in 13:29 Minuten. Mit dieser Zeit stellte er außerdem den ersten offiziellen Weltrekord über die 5-km-Distanz auf, da der Weltverband IAAF diesen Rekord erst seit 2019 führt und in den vorherigen Jahren erzielte schnellere Zeiten deshalb nicht gezählt wurden.[11]

Persönliche BestleistungenBearbeiten

(Stand: 3. August 2019)

LiteraturBearbeiten

  • Christof Gertsch: Der Kenianer. Porträt in: Das Magazin Nr. 33, 17. August 2019, S. 16–26. (online)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Julien Wanders – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Julien Wanders läuft fantastischen Schweizer Rekord über 10 km. In: germanroadraces.de. 21. Dezember 2016, abgerufen am 9. Februar 2019.
  2. Julien Wanders mit erstklassigem Halbmarathon-Debut. In: germanroadraces.de. 19. März 2017, abgerufen am 9. Februar 2019.
  3. Wesley Botton: Joshua Cheptegei breaks new ground in Durban. The Citizen, 8. Oktober 2017, abgerufen am 8. Oktober 2017 (englisch).
  4. Julien Wanders siegt in Houilles mit Schweizer Rekord. 31. Dezember 2017, abgerufen am 1. Januar 2018.
  5. Jean-François Mourtoux: Record de France du 10 km à Houilles. 31. Dezember 2017, abgerufen am 1. Januar 2018 (französisch).
  6. Romain Donneux: Julien Wanders rayé des tablettes. In: trackandlife.fr. 8. Februar 2018, abgerufen am 11. Februar 2018 (französisch).
  7. Julien Wanders bricht Europarekord von Mo Farah. In: leichtathletik.de. 15. Oktober 2018, abgerufen am 9. Februar 2019.
  8. Julien Wanders verbessert eigenen Europarekord. In: tagblatt.ch. 30. Dezember 2018, abgerufen am 9. Februar 2018.
  9. Wanders lowers European half marathon record to 59:13 in Ras Al Khaimah. In: european-athletics.org. 8. Februar 2019, abgerufen am 9. Februar 2019 (englisch).
  10. Willkommen in der Weltklasse, Julien Wanders. In: nzz.ch. 8. Februar 2019, abgerufen am 9. Februar 2019.
  11. Der Schweizer Julien Wanders gewinnt das Strassenrennen in Monaco in Weltrekordzeit. In: nzz.ch. 17. Februar 2019, abgerufen am 19. Februar 2019.