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Julien Offray de La Mettrie

französischer Arzt und Philosoph

Julien Offray de La Mettrie (* 23. November 1709[1] in Saint-Malo; † 11. November 1751 in Potsdam) war ein französischer Arzt, Schriftsteller, Pamphletist und « philosophe des Lumières ».

Julien Offray de La Mettrie ließ sich als „Democritus ridens“, als lachender Demokrit,[2] von dem preußischen Kupferstecher Georg Friedrich Schmidt um 1750/1751 porträtieren. Der Stich ist mit einem Epigramm seines Freundes, des Hofschauspielers Damien Desormes, ausgestattet.[3]

« Sous ces traits vifs, tu vois le Maître
Des jeux, des ris & des bons mots
Trop hardi d’avoir de son être,
Osé débrouiller le Cahos [sic],
Sans un Sage il étoit la victime des sots. »

In diesen lebhaften Zügen siehst Du den Meister
Des Spiels, des Lachens und des Bonmots;
Er war so kühn zu wagen, die Fragen des Seins
Aus dem Chaos zu entschlüsseln
Ohne einen Weisen wäre er das Opfer der Dummmen geworden.[4]

Bekanntheit erlangte er vor allem durch sein konsequent materialistisches Menschenbild, weswegen er als enfant terrible der französischen Aufklärung galt.[5] In Anspielung auf sein monistisches, mechanistisches Weltbild und seine für die damalige Zeit kühne, unverhohlen atheistisch-naturalistische Kampfschrift « L’Homme-Machine » (Maschine Mensch) verbreitete sich sein Spitzname « Monsieur Machine ».[6] Er musste aus Frankreich und anschließend sogar aus den toleranten Niederlanden fliehen. Friedrich der Große bot ihm Asyl an und stellte ihn in Sanssouci als Vorleser ein. Er wurde auch in die Königlich Preußische Akademie der Wissenschaften zu Berlin aufgenommen.

Im preußischen Exil, in Potsdam, publizierte Monsieur Machine 1748 die Schrift, die er persönlich für sein Hauptwerk[7] hielt: Über das Glück oder Das Höchste Gut, »Anti-Seneca« (« Discours sur le bonheur ou Le Souverain Bien, Anti-Sénèque »). Die atheistischen und amoralistischen Thesen, die er im Vorwort dieses Buches vertrat: „ Wider die Religion – Negierung der Sünde“[8] riefen die allgemeine Empörung der angeblich so freigeistigen, aufgeklärten Tafelrunde des Philosophenkönigs Friedrich des Großen hervor. Es kam zur Zensur und La Mettrie fürchtete wieder um sein Leben. Im August 1751, schreibt er im Vorwort zur 3. Auflage des « Discours sur le bonheur » von seiner Befürchtung, er werde wohl wie einst Sokrates, als philosophischen Märtyrer sterben:

« Qui m'assurera qu'un jour la ciguë ne sera pas la récompense de mon courage philosophique ? »

Wer garantiert mir, dass nicht eines Tags der Schierlingsbecher der Lohn meines philosophischen Mutes sein werde?

Bernd A. Laska (Herausgeber): Über das Glück oder Das Höchste Gut (»Anti-Seneca«), S. 93.

Drei Monate später, am 11. November 1751, kommt es zu dem „sonderbaren“ Ende des berühmten Arztes de la Mettrie, das der fabulierfreudige Satiriker selbstironisch in einer gleichlautenden fiktiven Autobiographie 1750 angedeutet hatte.[9] Den Philosophen ereilt im Alter von nur 42 Jahren – bei attestiert bester Gesundheit – ein tragikomischer Tod (Pastetentod):

Die Todesursache wurde nie geklärt. Kolportiert wurde indes gern, der Hedonist sei Opfer seiner Fresslust geworden .“

– Bernd A. Laska: La Mettrie – ein gewollt unbekannter Bekannter, in: Aufklärung und Kritik, 14/2008: S.73

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

 
Herman Boerhaave
Bildnis des berühmten Universal-gelehrten, Mediziners und Botanikers auf einer Sonderbriefmarke der niederländische Post (1928).
Von 1734/1735 vervollkommnete der bereits promovierte Arzt La Mettrie bei Boerhaave in Leiden seine medizinischen Kenntnisse. Er übersetzte acht maßgebliche Werke Boerhaavens aus dem Lateinischen ins Französische.[10]

Julien Offray de La Mettrie, als Sohn eines wohlhabenden Textilkaufmanns im bretonischen St. Malo geboren, besuchte zunächst einige jansenistische Schulen, studierte von 1725 an Medizin in Paris und promovierte 1733 in Rennes.[11] Er praktizierte zunächst als Landarzt, ging dann ins niederländische Leiden, wo er bei dem damals in Europa führenden Mediziner Herman Boerhaave arbeitete und dessen Schriften aus dem Lateinischen ins Französische übersetzte. Nachdem er als Schiffschirurg China bereist hatte, kehrte er 1735 nach Saint Malo zurück und ließ sich dort als Arzt nieder. Er heiratete 1739 und wurde im Jahre 1741 Vater einer Tochter.

1742 ging er nach Paris, wo er sich als Arzt niederließ. Er fand neben seiner medizinischen Praxis noch Zeit, um kritische Essays über die fachlichen Defizite und die „Geschäftspraktiken“ der dort etablierten Ärzte zu schreiben. In den Jahren 1743 bis 1744 nahm La Mettrie in den Diensten des Herzogs Louis de Gramont am Österreichischen Erbfolgekrieg teil.

1746 wurden einige seiner provokativen Schriften, darunter „Die Naturgeschichte der Seele“ (« L'Histoire naturelle de l‘âme »), in der er die Eigenständigkeit und Unsterblichkeit der Seele leugnete, sowie seine Satiren auf die Scharlatanerie und die Unwissenheit der Ärzte[12] per Gerichtsbeschluss verboten und öffentlich verbrannt. Obwohl sie anonym erschienen waren, fühlte sich ihr Autor in Frankreich nicht mehr sicher. La Mettrie floh – ohne seine Familie – aus Frankreich in die tolerantere niederländische Universitätsstadt Leiden. Dort schrieb er das Werk, das ihn berühmt machte: « L’Homme-Machine » (1748). Dieses „skandalöse“ Traktat brachte ihn jedoch selbst in den liberalen Niederlanden, wo verbotene Bücher für ganz Europa gedruckt wurden, in Gefahr. Er musste erneut fliehen, also auch die Niederlande verlassen.[13]

 
Pierre Louis Maupertuis, ebenfalls aus Saint-Malo gebürtig, vermittelte La Mettrie an den Hof Friedrichs des Großen.

Durch Vermittlung seines Maloenser Landsmannes Maupertuis erhielt er die Einladung Friedrichs II. in dessen Potsdamer Residenz Sanssouci. Er wurde dort Leibarzt und Vorleser des Königs sowie Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und sollte völlig frei publizieren können. Bald wurde ihm jedoch eine subtile Form der Zensur auferlegt. Als er in seinem « Discours sur le bonheur » (1748), auch als « Anti-Sénèque » bekannt, das System Epikurs pries und vor überflüssigen Gewissensbissen warnte, konnte er diese „skandalöse“ Schrift, die er selbst für sein Hauptwerk hielt, im Jahre 1750 nur drucken lassen, indem er sie als Einleitung zu einer Übersetzung von Senecas De vita beata tarnte. Die Folge war eine nachhaltige Verstimmung bei Hofe, allerdings – da man Toleranz hochhielt – ohne direkte Sanktionen für La Mettrie.

Zum allgemeinen Erstaunen unternahm der König nach La Mettries frühem Pastetentod den Versuch, diesen wegen seiner Pamphlete und Satiren von der Ärzte- und Philosophenwelt geschmähten hedonistischen und sensualistischen Radikalaufklärer zu rehabilitieren, „der seiner Zeit zu weit voraus war“[14]. Dazu verfasste der Preußenkönig 1752 eigenhändig eine Laudatio, die berühmte « Éloge de La Mettrie ».[15] Darin hebt der König La Mettries fröhliches Naturell und seinen epikureischen Lebensstil hervor. Als Verdienste La Mettries lobt Friedrich II., dass er als Arzt „mutig die leuchtende Fackel der Empirie in das Dunkel der Metaphysik getragen“ habe (« Il porta hardiment le flambeau de l’expérience dans les ténèbres de la métaphysique »)[16] und dass er als « philosophe des Lumières », also als Aufklärer, die These vertreten habe, dass Denken eine Organfunktion des Körpers, dass Geistiges eine Funktion der Materie sei: « Que la faculté de penser n'étoit qu’une suite de l'organisation de la machine … ; et il ne trouva que de la mécanique où d'autres avoient supposé une essence supérieur à la matière. »[17]

Der materialistische Philosoph, ein „Meister der Ironie und der Maskarade“, rettete sich in die Rolle eines Hofnarren.

Voltaire, der zu dieser Zeit wieder am Hofe Friedrichs weilte, berichtet:

 
König Friedrich II. Tafelrunde in Sanssouci.“ Gemälde Adolph von Menzels, 1850: Friedrich II. (hinten in der Mitte) mit Voltaire (zweiter links vom König), Casanova (zweiter rechts vom König) und La Mettries (ganz vorne rechts). Handelt es sich bei der Speise, die man auf La Mettries Teller sieht, um eine Anspielung auf seinen angeblichen Hang zur Völlerei, um die verhängnisvolle „getrüffelte Fasanen-Pastete“[18], nach deren Verzehr dieser «Philosophe des Lumières» im Alter von 42 Jahren gestorben sei?

Damals lebte ein Arzt namens La Mettrie in Berlin, der freimütigste Atheist aller medizinischen Fakultäten Europas, sonst ein heiterer, witziger, unbekümmerter Mann, in der Theorie so beschlagen wie nur sonst einer seiner Kollegen und in der Praxis unbestreitbar der schlechteste Arzt auf Erden. Gottlob praktizierte er nicht. Er hatte sich über die ganze Pariser Fakultät lustig gemacht und gegen die Ärzte viel Anzügliches geschrieben, das sie ihm nicht verziehen. Sie hatten einen Haftbefehl gegen ihn erwirkt. La Mettrie hatte sich also nach Berlin zurückgezogen, wo seine Ausgelassenheit amüsierte; im übrigen schrieb und druckte er alle nur erdenklichen Frechheiten über die Moral. Seine Bücher gefielen dem König, der ihn - nicht zu seinem Arzt, aber zu seinem Vorleser machte. La Mettrie sagte dem König alles, was ihm durch den Kopf schoß; eines Tages erzählte er ihm nach dem Vorlesen, wie sehr man auf die Gunst, die ich genoß, und meine Stellung neidisch sei. Lassen Sie nur, sagte der König zu ihm, man preßt die Orange aus und wirft sie weg, wenn man den Saft getrunken hat. La Mettrie verfehlte nicht, mir dieses schöne Apophthegma zu hinterbringen, das eines Dionys von Syrakus würdig gewesen wäre.

Voltaire: Memoiren[19]

Tragikomischer „Pastetentod“Bearbeiten

Monsieur Machine verstarb kurz darauf im November 1752 im Alter von nur 42 Jahren unter ungeklärten Umständen. Ironischerweise gilt als registriertes Todesdatum der 11.11., der Beginn des Karnevals. La Mettrie starb „gerade an jenem Tag, an dem die Narren Auslauf haben – ein Treppenwitz der Geschichte, wollte man das glauben.[20]

Der Legende nach verstarb der „Prügeljunge des Materialismus“[21], der allerseits angefeindete und gehasste Herr Maschine im Alter von 42 Jahren bei attestiert bester Gesundheit an einem „gastronomischen Unfall“, nach dem Verzehr einer übergroßen, getrüffelten Fasanen-Pastete, die er:

in der Absicht, seine Genussfähigkeit zur Schau zu stellen, zu sich genommen haben soll. Die Geschichte ist vermutlich erfunden, passt aber natürlich bestens zu dem überaus negativen und gehässigen Bild, das man sich von dem radikalen Materialisten und Atheisten La Mettrie in bigotten höfischen und bürgerlichen Kreisen gemacht hatte.

Holm Tetens in seinem Nachwort zur Reclamausgabe: Julien Offray de La Mettrie. Der Mensch eine Maschine (Reclam 18146), S. 103, ISBN 978-3-15-018146-1.
 
Silberkanne mit Pastete
Stillleben von Willem Claeszoon Heda

Allerdings greift auch Voltaire in seinen Memoires die Geschichte mit der Pastete auf, wonach La Mettrie gestorben sei wie er gelebt habe: „Das freut mich sehr, sagte der König zu uns, für den Frieden seiner Seele; wir brachen in Lachen aus, und er desgleichen“. Voltaire fährt fort: „Man behauptete, er habe gebeichtet, ehe er starb; der König war entrüstet; er unterrichtete sich genau, ob das wahr sei; man versicherte ihm, es sei eine abscheuliche Verleumdung und La Mettrie sei gestorben, wie er gelebt habe: Gott und die Ärzte verleugnend. Seine Majestät war befriedigt, verfasste auf der Stelle seine Leichenrede, ließ sie bei der öffentlichen Akademie-Versammlung in seinem Namen von Darget, seinem Sekretär, verlesen und setzte einem Freudenmädchen, das La Mettrie aus Paris mitgebracht hatte, als er seine Frau und seine Kinder verließ, eine Pension von 600 Livres aus.[22]

Nicht zuletzt aufgrund von Andeutungen, die der Ironiker und Spötter La Mettrie an mehrern Stellen gemacht hat, kam immer wieder der Verdacht auf, der Provokateur sei vergiftet worden:

« Qui m'assurera qu'un jour la ciguë ne sera pas la récompense de mon courage philosophique ? »

Wer garantiert mir, dass nicht eines Tags der Schierlingsbecher der Lohn meines philosophischen Mutes sein werde?

Bernd A. Laska (Herausgeber): Über das Glück oder Das Höchste Gut (»Anti-Seneca«), S. 93.

Und der Titel seiner fiktiven autobiographischen Satire, die 1750 in Potsdam erschienen ist, spricht ebenfalls Bände: Die zu Boden gestürzte Maschine. Oder glaubwürdige Nachricht von dem Leben und sonderbaren Ende des berühmten Arztes de La Mettrie.[23]

Der Philosophenkönig Friedrich der Große schreibt indes in seiner Eloge folgendes:

Herr La Mettrie starb im Hause des Milord Tirconnel, des französischen Bevollmächtigten, dem er das Leben wiedergegeben hatte. Es scheint, dass die Krankheit, wohl wissend mit wem sie es zu tun hatte, die Geschicklichkeit besaß, ihn zuerst beim Gehirn anzupacken, um ihn desto sicherer umzubringen. Er zog sich ein hitziges Fieber mit heftigem Delirium zu. Der Kranke war gezwungen, zu der Wissenschaft seiner Collegen seine Zuflucht zu nehmen, und er fand darin nicht die Hülfe, welche er so oft, sowohl für sich als für das Publicum, in seinen eigenen Kenntnissen gefunden hatte.

– Friedrich Albert Lange: Geschichte des Materialismus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart. Zweite, verbesserte und erweiterte Auflage. Iserlhohn. Verlag von J. Baedeker 1873 – S. 359 – in fine

In einem vertraulichen Brief vom 21. November 1751 an seine Schwester, die Markgräfin von Bayreuth, berichtet der Preußenkönig über den Verzehr einer Fasanenpastete und einen Aderlass, den der Arzt La Mettrie sich selbst verordnet habe:

Hier wird erwähnt, dass sich Lamettrie durch Verzehren einer Fasanpastete eine Indigestion zugezogen habe. Als eigentliche Todesursache scheint jedoch der König einen Aderlass zu betrachten, den Lamettrie (sic) sich selbst verordnete, um den deutschen Ärzten, mit denen er in diesem Punkt im Streite lag, die Zweckmäßigkeit des Aderlasses in diesem Falle zu beweisen.

– Friedrich Albert Lange, op. cit. S. 359 – in fine

Was nun die wahre Todesursache war, wird freilich nicht mehr geklärt werden können.[24]

WerkBearbeiten

 
Automaten des berühmten zeitgenössischen Konstrukteurs Vaucansons: Mechanischer Flötenspieler, 1737, mechanische Ente und mechanischer Trommler.
 
Titelseite der berühmten Schrift « L'Homme-Machine », Leyden 1748, mit vorangestelltem Vers-Motto.[25]

Wie Preußenkönig Friedrich II. berichtet, verfasste La Mettrie 1745 sein erstes philosophisch-materialistisches Werk Histoire de l'Âme (Naturgeschichte der Seele) unter dem Eindruck eines Schlüsselerlebnisses:

Während des Freiburger Feldzugs wurde Monsieur de La Mettrie von einem heftigen Fieber befallen; für den Philosophen ist Krankheit eine Körperschule; er glaubte zu erkennen, dass das Denkvermögen nichts anderes sei als eine Folge der Organisation der Maschine und dass eine Störung der Triebfedern erheblichen Einfluss auf jenen Teil von uns ausübt, den die Metaphysiker Seele nennen. Während seiner Genesung von diesen Ideen durchdrungen, trug er beherzt die Flamme der Erfahrung in die Finsternis der Metaphysik; mit Hilfe der Anatomie versuchte er, das feine Gewebe des Verstandes zu erklären, und fand dort, wo andere ein der Materie überlegenes höheres Wesen vermutet hatten, nur Mechanik.

– zitiert nach: Richard Reschika: Julien Offray de La Mettrie oder das maschinelle Glück. Tübingen 2001, S. 44.

In diesem „häretischen“ Buch deutete der skandalöse Arzt und philosophe alles Geistige als bloße Funktion des Gehirns und bestritt die Unsterblichket der Seele, wie es schon das Motto auf dem Titelblatt, ein Zitat aus Lukrezens De rerum natura (Drittes Buch, Vers 462), verkündet:

Participem lethi quoque convenit esse.

Darum stimmt es, dass auch sie [die Seele] teilhat am Tode.

– Titelblatt auf Gallica

Er widmete die Naturgeschichte der Seele dem einflussreichen Naturforscher und Philosophen Maupertuis, der wie La Mettrie aus Saint-Malo stammte und der wenige Jahre später bei Friedrich dem Großen Asyl für ihn erwirken sollte. La Mettrie ist insbesondere durch seine Schrift mit dem eingängigen Titel « L’Homme-Machine » (1748; dt.: Maschine Mensch) in die Geschichte der Philosophie eingegangen:

« CONCLUONS donc hardiment que l'Homme est une machine ; & qu'il n'y a dans tout l'Univers qu'une seule substance diversement modifié. »

Ziehen wir also kühn den Schluss, dass der Mensch eine Maschine ist und dass es im ganzen Weltall nur eine Substanz gibt, die freilich verschieden modifiziert ist.“

Monsieur Machine beschreibt darin den Menschen als eine sich selbst steuernde biologische Maschine und leugnet den Dualismus von Leib und Seele, sowie die Willensfreiheit. Er stellt Mensch und Tier auf eine Stufe. Ausgehend von René Descartes entwickelte La Mettrie einen streng erfahrungsorientierten Materialismus, der jegliche metaphysische Vorannahmen oder Schlussfolgerungen verneint. So bestimmt er die Seele – einen zentralen Streitgegenstand der Frühaufklärung – als Resultat komplexer Körperfunktionen. Damit wich La Mettrie radikal von Descartes ab, der einen Dualismus von Geist und Materie angenommen hatte. Er war also materialistischer Monist und somit auch konsequenter Atheist, aber anders als manche seiner aufklärerischen Zeitgenossen kein gemäßigter, sondern ein rigoroser Vertreter der Radikalaufklärung.

Im Gegensatz zu fast allen prominenten Aufklärern seiner Zeit, die die Gleichwertigkeit ihrer Morallehre mit der christlichen beteuerten, verkündete La Mettrie offensiv, freilich mit den Worten eines fingierten „abscheulichen“ Menschen:

« L'univers ne sera jamais heureux, à moins qu'il ne soit athée. »

Die Welt wird nur dann glücklich sein, wenn sie atheistisch ist.

Hatte sich La Mettrie schon zuvor durch einige heftige Polemiken gegen die französischen Ärzte – die seiner Meinung nach den medizinischen Fortschritt ignorierten, solange ihre Geschäfte gut liefen – viele mächtige Feinde geschaffen, so kamen jetzt weitere hinzu, nämlich jene Aufklärer, die eigentlich seine Verbündeten gegen die klerikalen und politischen Mächte des Ancien Régime hätten sein können. Voltaire, Diderot, Holbach, auch Rousseau u. a. stellten sich gegen ihn, indem sie ihn erst über Jahrzehnte hinweg totschwiegen und dann „als einen in seinen Sitten und Anschauungen verdorbenen Menschen“ aus der Gemeinschaft der « philosophes » ausschlossen.[26] Voltaire nannte den am Hofe des aufgeklärten Herrschers Friedrich II. lebenden La Mettrie auch spöttisch den „Hofatheisten“. Es gibt keine argumentative Auseinandersetzung der aufklärerischen «philosophes» mit jenen Gedanken La Mettries, die sie so verächtlich fanden. Aus Andeutungen in zeitgenössischen Briefen geht jedoch hervor, dass La Mettries „Lehre von der Entstehung der Gewissensbisse“ (« théorie des remords »), die er in seinem « Discours sur le bonheur » (« Anti-Sénèque ») entwickelt hatte, der unverzeihliche Stein des Anstoßes war.

Bei dieser Theorie, die La Mettrie als seine einzige originäre philosophische Leistung betrachtete,[27] handelt es sich, wie erst in der jüngeren Rezeption deutlich wurde, um eine rudimentäre Theorie der – in moderner Terminologie – Über-Ich-Bildung und der dabei auftretenden Schädigungen der Persönlichkeit.[28]

WirkungBearbeiten

La Mettries Wirkung im 18. Jahrhundert war infolge der beschriebenen Ächtung durch die « philosophes » der Aufklärung trotz der elf Auflagen seiner « Œuvres philosophiques » eher beschränkt.

Friedrich Albert Lange, Verfasser einer umfangreichen Geschichte des Materialismus (1866 und 1873/75<), war der erste renommierte Autor, der La Mettrie, „einen der geschmähtesten Namen der Literaturgeschichte“, mehr als ein Jahrhundert nach seinem Tod zu rehabilitieren versuchte. Er widmete dort La Mettrie ein 33-seitiges Kapitel. In den Schriften der Aufklärungsphilosophen stellte er verbreitetes stillschweigendes Plagiieren fest, das manche Autoren auch La Mettrie vorwarfen:

In Schlossers Weltgeschichte kann man lesen, La Mettrie sei ein sehr unwissendere Mensch gewesen, welcher die Keckheit hatte, fremde Erfindungen und Wahrnehmungen für die seinigen auszugeben. Wenn nur nicht in allen Fällen, wo wir eine auffallende Ähnlichkeit der Gedanken bei La Mettrie und einem berühmteren Zeitgenossen finden, der erstere die unbestreitbare Priorität für sich hätte!

– Friedrich Albert Lange: Geschichte des Materialismus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart. Zweite, verbesserte und erweiterte Auflage. Iserlhohn. Verlag von J. Baedeker 1873. S.328

Langes Buch ist es zu verdanken, dass La Mettrie nun ernsthaft diskutiert wurde und dass sein « L’Homme-Machine » 1875 erstmals in deutscher Übersetzung erschien. Dessen eingängiger Titel sorgte einerseits für eine gewisse Popularität des Autors und mehrere Neuauflagen dieses Buches, andererseits aber auch, wegen Missachtung seiner sonstigen Schriften, für die oberflächliche Klassifizierung La Mettries als Vertreter eines kruden philosophischen Standpunkts, des „mechani(sti)schen Materialismus“.

Diese Klassifizierung hat sich über die Jahrzehnte hinweg stabilisiert und ist noch heute weit verbreitet, obwohl seit 1981, mit dem Erscheinen von Panajotis Kondylis’ Studie über die Aufklärung,[29] eine differenziertere Sicht auf La Mettrie vorliegt, deren Zusammenführung von La Mettrie mit dem Marquis de Sade unter dem Titel „Die Konsequenten“ (der Aufklärung) allerdings umstritten ist.[30] Kondylis’ Studie gab auch den Anstoß für eine vierbändige deutsche Werkausgabe La Mettries (1985ff)[31], die außer einer Neuübersetzung des bekannten « L’Homme-Machine » erstmals auch jene Schriften enthält, die La Mettrie selbst für seine wichtigeren hielt.[32]

Eine weitere Folge waren einige umfangreiche Monographien (Sutter, Christensen, Jauch; s. u.) sowie die literarische Verarbeitung zentraler Ideen La Mettries durch Martin Walser in seinem Roman Der Augenblick der Liebe.[33]

Im Rousseau-Jahr 2012 legte der deutsche Herausgeber und Übersetzer La Mettries, Bernd A. Laska, eine Studie vor, in der er argumentiert, „dass Jean-Jacques Rousseaus berühmte « illumination » (Erleuchtung) vom Oktober 1749 – die Geburt des Philosophen Rousseau – weder einem unerklärlichen Zufall zuzuschreiben ist noch eine von Rousseau nachträglich erfundene Phantasie war, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach von einem kurz zuvor erschienenen Buch ausgelöst wurde, dem « Discours sur le bonheur ou Anti-Sénèque » (Diskurs über das Glück oder Anti-Seneca) von Julien Offray de La Mettrie.“[34]

SchriftenBearbeiten

Einzelschriften (Auswahl)
  • Traité du vertige avec la description d’une catalepsie hystérique. Rennes 1737
  • Observations de médecine pratique. Paris 1743
  • Histoire Naturelle de l’Âme. 1745 (anonym)
  • École de la Volupté. 1746, 1747 (anonym)
  • Politique du Médecin de Machiavel. 1746 (anonym)
  • L’Homme-Machine. 1748 (anonym)
  • L’Homme-Plante. 1748 (anonym)
  • Ouvrage de Pénélope ou Machiavel en Médecine. 1748 (Pseudonym: Aletheius Demetrius)
  • Discours sur le bonheur ou Anti-Sénèque [Traité de la vie heureuse, par Sénèque, avec un Discours du traducteur sur le même sujet]. 1748 (anonym) (erg. Aufl. 1750, 1751)
  • L’Homme plus que Machine. 1748 (anonym)
  • Système d’Épicure. 1750 (anonym)
  • L’Art de Jouir. 1751 (anonym)
  • Die zu Boden gestürzte Maschine. Oder glaubwürdige Nachricht von dem Leben und sonderbaren Ende des berühmten Arztes de La Mettrie. Aus dem Französischen übersetzt, in drei Teilen. Frankfurt und Leipzig 1750, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.[35]
Kritische Editionen der Hauptwerke
  • Aram Vartanian (Hrsg.): La Mettrie’s L’homme machine. A Study in the Origins of an Idea, Princeton: Princeton University Press 1960
  • John F. Falvey (Hrsg.): La Mettrie. Discours sur le bonheur, Banbury, Oxfordshire: The Voltaire Foundation 1975 (Studies on Voltaire and the Eighteenth Century, vol. cxxxiv)
  • Ann Thomson (Hrsg.): La Mettrie’s Discours préliminaire. Materialism and Society in the Mid-Eighteenth Century, Genève: Librairie Droz 1981
  • Théo Verbeek (Hrsg.): Le Traité de l’Ame de La Mettrie, 2 Bde., Utrecht: OMI-Grafisch Bedrijf 1988
Ältere französische Werkausgaben
  • Œuvres philosophiques de Mr. de La Mettrie. 1751 (unvollständig)
  • Œuvres philosophiques de Mr. de La Mettrie. Nouvelle édition. 1752, 1753 (2×), 1764 (3×), 1774 (2×), 1775, 1796 (Digitalisat)
Neue französische Werkausgabe
Zweisprachige Ausgaben französisch-deutsch
  • Der Mensch eine Maschine / L’Homme-Machine. Übers. v. Theodor Lücke. Nachw. u. Anmerkungen v. Manfred Starke. Reclam, Leipzig 1965. RUB Nr. 110.
  • L’Homme-Machine / Die Maschine Mensch. Übers. u. hrsg. v. Claudia Becker, Meiner, Hamburg 2009, ISBN 978-3-7873-1931-2
  • L’Homme-Plante / Der Mensch als Pflanze. Übers. v. Gabriele Blaikner-Hohenwart / Hans Goebl. VDG – Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Weimar 2008. ISBN 978-3-89739-606-7
Deutsche Werkausgabe (hrsg., übers., m. Einleitungen v. Bernd A. Laska)

SekundärliteraturBearbeiten

Bibliographien
  • Bernd A. Laska: Die Rezeption von La Mettrie nach 1985Online Bibliographie (Stand: 29. März 2017).
  • Roger E. Stoddard: Julien Offray de La Mettrie, 1709-1751. A Bibliographical Supplement. In: Papers of the Bibliographical Society of America, 89,1 (March 1995), pp. 85-92.
    • Julien Offray de La Mettrie, 1709-1751: A bibliographical inventory. Together with a facsimile reprint of La Mettrie's long-lost thesis Epistolaris de vertigine dissertatio (Rennes, 1736). Verlag Dinter, Köln 2000, ISBN 978-3-924794-42-2.
Analysen
  • Arno Baruzzi: La Mettrie, in: Aufklärung und Materialismus im Frankreich des 18. Jahrhunderts, Paul List Verlag 1968, S. 21–62.
  • Philipp Blom: Böse Philosophen. München: Hanser Verlag 2011, darin über La Mettrie S. 63–66 und Seiten 241/242, sowie S. 299, ISBN 978-3-534-24403-4.
  • Birgit Christensen: Ironie und Skepsis: Das offene Wissenschafts- und Weltverständnis bei Julien Offray de la Mettrie, Würzburg: Königshausen & Neumann 1996. ISBN 3-8260-1271-2.
  • Helmut Dressler: Der verfemte Visionär. Anmerkungen zur Nachwirkungsgeschichte von Julien Offray de La Mettrie. In: Lichtenberg-Jahrbuch 2010, S. 303-323. Erweiterte Fassung des Essays unter dem Titel: Der erste Agnostiker. Anmerkungen zur Wirkungsgeschichte von Julien Offray de La Mettrie. – online
  • Christof Goddemeier: Julien Offray de La Mettrie (1709-1752): Lob des Selbstdenkens, in: Deutsches Ärzteblatt, 11. Dezember 2009.
  • Ronald Hinner: La Mettrie Gegenspieler Sade. Zur Aufklärung über die Aufklärung, Wien Dezember 2012 online.
  • Ursula Pia Jauch: Jenseits der Maschine, München: Hanser 1998. ISBN 3-446-19485-1.
  • Ursula Pia Jauch: Herr Maschine im Jenseits von Gut und Böse: Festvortrag in der BBAW, am 8. November 2001.
  • Panajotis Kondylis: Die Aufklärung im Rahmen des neuzeitlichen Rationalismus. Stuttgart: Klett-Cotta 1981. ISBN 3-12-915430-2 (Kap. Die Konsequenten: La Mettrie und Sade, S. 503–518, passim).
  • Friedrich Albert Lange: Geschichte des Materialismus (1866). Neuaufl. Frankfurt/Main: Suhrkamp 1974. ISBN 3-518-07670-1 (2 Bände, stw 70/71, Kap. La Mettrie, S. 344–376).
  • Bernd A. Laska: Die Negation des irrationalen Über-Ichs bei La Mettrie. La Mettrie als ‘anarchistischer’ ‘Pädagoge’, 1999: Volltext.
    • Bernd A. Laska: La Mettrie und die Kunst, Wo(h)llust zu empfinden. Porträt eines verfemten Denkers. In: Der Blaue Reiter. Journal für Philosophie. Band 16, 2003, S. 98–103: Volltext.
    • Bernd A. Laska: La Mettrie – ein gewollt unbekannter Bekannter. Zur Thematik ‘Aufgeklärter Hedonismus’ und ‘Zweite Aufklärung’, in: Aufklärung und Kritik, Sonderheft 14, 14/2008: S.64–84.
  • Richard Reschika: Julien Offray de La Mettrie oder das maschinelle Glück. In: Philosophische Abenteurer. Elf Profile von der Renaissance bis zur Gegenwart, Mohr Siebeck, (UTB), Tübingen 2001, ISBN 3-8252-2269-1, S. 41–67.
  • Lutz Rössner: Maschinenmensch und Erziehung, Frankfurt/M u. a.: Peter Lang 1990. ISBN 3-631-42370-5.
  • Bernd Schuchter: Herr Maschine oder vom wunderlichen Leben und Sterben des Julien Offray de La Mettrie. Wien : Braumüller, 2018 ISBN 978-3-99200-201-6.
  • Alex Sutter: Göttliche Maschinen, Frankfurt/M: Athenäum 1988. ISBN 3-610-08511-8.
  • Barbara I. Tshisuaka: La Mettrie, Julien Offray de. In: Werner E. Gerabek u. a. (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 819.
  • Rudolf Walther: Weder Gott noch Zufall, ein Porträt. In: Die Zeit, 19. November 2009.
  • Kathleen Wellman: La Mettrie. Medicine, Philosophy, and Enlightenment. Durham / London: Duke University Press 1992.

WeblinksBearbeiten

  Wikisource: Julien Offray de La Mettrie – Quellen und Volltexte (französisch)
Biographisches
Bibliographisches
Werke im Volltext
Titelseiten (Abbildungen)

EponymBearbeiten

Im April 1997 wurde der Asteroid (7095) Lamettrie nach ihm benannt.[36]

QuellenBearbeiten

  1. Als Geburtsdatum La Mettries findet man in der Literatur mindestens drei verschiedene Angaben. Das hier angegebene ist wahrscheinlich das korrekte. Vgl. dazu: Birgit Christensen: Ironie und Skepsis, Würzburg 1996, S. 245, Fn. 2. : „Das Geburtsdatum ist ungesichert. Die Akademie der Wissenschaften zu Berlin verzeichnet den 23. November. Vermutlich ist dies das richtige Datum, da La Mettrie es selbst angegeben haben könnte. In der Eloge Friedrichs II. erscheint als Geburtsdatum der 25. Dezember; doch der König hat sich getäuscht, wie die Akten des État-civil aux Archives de la ville de Saint-Malo belegen, die als Taufdatum bereits den 19. Dezember nennen.“
  2. Bernd Schuchter: Herr Maschine oder vom wunderlichen Leben und Sterben des Julien Offray de La Mettrie. Wien: Braumüller, 2018, ISBN 978-3-99200-201-6, S/ 32.
  3. Siehe Bildbeschreibung – Porträtsammlung der HAB.
  4. Richard Reschika: Julien Offray de La Mettrie oder das maschinelle Glück. In: Philosophische Abenteurer. Elf Profile von der Renaissance bis zur Gegenwart, Mohr Siebeck, (UTB), Tübingen 2001, ISBN 3-8252-2269-1, S. 43.
  5. Rolf Löchel: Luminose Botanik. Julien Offray de La Mettrie erkennt den Menschen als Pflanze.literaturkritik.de , 8. August 2009.
  6. Arno Baruzzi: La Mettrie, in: Aufklärung und Materialismus im Frankreich des 18. Jahrhunderts, Paul List Verlag 1968, S. 23.
  7. Bernd A. Laska (Herausgeber): Über das Glück oder Das Höchste Gut (»Anti-Seneca«), LSR-Quellen Bd2, 2. Auflage Nürnberg 2004, ISBN 3-922058-30-2 (Einleitung)
  8. Helmut Dressler: Der verfemte Visionär. Anmerkungen zur Nachwirkungsgeschichte von Julien Offray de La Mettrie. In: Lichtenberg-Jahrbuch 2010, S. 303-323. Erweiterte Fassung des Essays unter dem Titel: Der erste Agnostiker. Anmerkungen zur Wirkungsgeschichte von Julien Offray de La Mettrie. – online, S. 21
  9. Titelbild der Satire – auf SLUB.
  10. Bernd Schuchter: Herr Maschine oder vom wunderlichen Leben und Sterben des Julien Offray de La Mettrie. Wien : Braumüller, 2018, S. 45.
  11. Bis vor kurzem nahm man – wohl aufgrund eines immer wieder reproduzierten Lesefehlers – Reims als Promotionsort an. Nun wurde jedoch La Mettries Dissertation aufgefunden, die von der Universität Rennes akzeptiert wurde. Vgl. Roger E. Stoddard: Julien Offray de La Mettrie. A bibliographical inventory. Together with a facsimile reprint of La Mettrie’s long-lost thesis, Epistolaris de vertigine dissertatio. (Rennes, 1736). Köln: Dinter 2000, S. 82
  12. Zum Beispiel: die Farce « Les Charlatans démasqués ou Pluton vengeur de la société de médecine », 1762, und « Politique du médecin de Machiavel, ou Le chemin de la fortune ouvert aux médecins », 1746
  13. Julien Offray de La Mettrie: Philosophie und Politik. Herausgegeben und eingeleitet von Bernd A. Laska, LSR-Quellen: Band 3), LSR-Verlag Nürnberg 1987, ISBN 3-922058-29-9, S. V.
  14. Christof Goddemeier: Julien Offray de La Mettrie. Lob des Selbstdenkens. In: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 106, Heft 50, 11. Dezember 2009
  15. Éloge de M. Julien Offroy La Mettrie, prononcé par Sa Majesté le Roi de Prusse, 1752: Éloge-Volltext (französisch) – auf Gallica.
  16. Éloge-Volltext (französisch), S. 10 – auf Gallica.
  17. Éloge-Volltext (französisch), S. 10/11 – auf Gallica.
  18. Rudolf Walther: Weder Gott noch Zufall, ein Porträt, in: Die Zeit, 19. November 2009: in fine
  19. Voltaire über den König von Preußen, Memoiren, hg. u. übersetzt von Anneliese Botond (Titel der Originalausgabe: Memoires pour servir à la vie de M. de Voltaire, écrits par lui-même), Frankfurt/M. (Insel Verlag), 1981 (Erstausgabe 1967), Seite 41.
  20. Bernd Schuchter: Herr Maschine oder vom wunderlichen Leben und Sterben des Julien Offray de La Mettrie. Wien : Braumüller, 2018 ISBN 978-3-99200-201-6, S. 19.
  21. Richard Reschika: Julien Offray de La Mettrie oder das maschinelle Glück. In: Philosophische Abenteurer. Elf Profile von der Renaissance bis zur Gegenwart, Mohr Siebeck, (UTB), Tübingen 2001, ISBN 3-8252-2269-1, S. 63.
  22. Voltaire über den König von Preußen, Memoiren, hg. u. übersetzt von Anneliese Botond (Titel der Originalausgabe: Memoires pour servir à la vie de M. de Voltaire, écrits par lui-même), Frankfurt/M. (Insel Verlag), 1981 (Erstausgabe 1967), Seite 42, 109
  23. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  24. vgl. Ursula Pia Jauch: Jenseits der Maschine. München: Hanser 1998, S. 567.
  25. Als Motto sind der Schrift sechs Schluss-Zeilen eines Vers-Briefes Voltaires an Monsieur La Falulère de Genonville, 1719, vorangestellt
    (vollständiger französischer Brieftext, in fine):

    Est-ce là ce rayon de l’essence suprême
    Qu’on nous peint si lumineux ?
    Est-ce là cet Esprit survivant à nous-même ?
    Il naît avec nos sens, croît, s’affaiblit
    comme eux.
    Hélas ! il périra de même.

    Gibt es ihn, den Lichtstrahl des höchsten Wesens,
    Den man uns so leuchtend ausmalt?
    Gibt es ihn, den Geist, der uns selbst überlebt?
    Er wird mit unseren Sinnen geboren, wächst und erschlafft
    wie sie
    Und ach, er wird genauso vergehen!

  26. Denis Diderot (1782): Essay über die Herrschaft der Kaiser Claudius und Nero sowie über das Leben und die Schriften Senecas. In: Philosophische Schriften II. Berlin (Ost): Aufbau-Verlag 1961, S. 429
  27. In: Über das Glück, oder Das Höchste Gut („Anti-Seneca“). Nürnberg: LSR-Verlag 1985, S. 11
  28. Bernd A. Laska: Die Negation des irrationalen Über-Ichs bei La Mettrie. Nürnberg: LSR-Verlag 1999
  29. Panajotis Kondylis: Die Aufklärung im Rahmen des neuzeitlichen Rationalismus. Stuttgart: Klett-Cotta 1981, S. 490–536
  30. Vgl. Bernd A. Laskas Einleitung zu Der Mensch als Maschine, S. xxiv, sowie Ursula Pia Jauch: Jenseits der Maschine, München: Hanser, S. 348
  31. Die vierbändige deutsche Werkausgabe: La Mettrie im LSR-Projekt – herausgegeben von Bernd A. Laska, LSR-Verlag 1985–1988
  32. Dies waren Über das Glück und Die Kunst, Wollust zu empfinden, von denen er selbst noch Übersetzungen ins Deutsche veranlasste, die jedoch kaum Verbreitung fanden und bis ins 20. Jahrhundert als verschollen galten und der « Discours prélimaire aux œuvres philosophiques » (bei Laska als Philosophie und Politik betitelt).
  33. vgl. dazu: Bernd A. Laska: Warum ausgerechnet La Mettrie? Über den „eigentlichen Helden“ in Martin Walsers Roman »Der Augenblick der Liebe« . In: literaturkritik.de, Jg. 6, Nr. 10, Oktober 2004, S. 60–71
  34. Bernd A. Laska: 1750 – Rousseau verdrängt La Mettrie. Eine ideengeschichtliche Weichenstellung. In: Aufklärung und Kritik. Zeitschrift für freies Denken und humanistische Philosophie. 19. Jg. 2012, Band 4/2012, S. 174–185; frz. Version: « 1750 – Rousseau évince La Mettrie. D’une orientation des Lumières lourde des conséquences ». In: Rousseau Studies, Revue annuelle, [octobre] 2013, p. 313–326.
  35. Julien Offray de La Mettrie: Die zu Boden gestürzte Maschine: Maschinentexte aus Sanssouci, Bd. I. Herausgegeben, mit Anmerkungen und einem Nachwort versehen von Ulrich Richtmeyer. Kulturverlag Kadmos Berlin, Auflage 15. März 2019, Reihe »Maschinentexte aus Sanssouci«, ISBN 978-3-86599-415-8, Verlags-Seite.
  36. Minor Planet Circ. 29672