Juba II.

König von Mauretanien

Juba II. (* ca. 50 v. Chr.; † 23 n. Chr.) war König von Mauretanien von 25 v. Chr. bis 23 n. Chr.

Büste Jubas II. im Louvre.
Münze Jubas II.
Mausoleum von Juba II. und Kleopatra Selene in Sidi Rached

LebenBearbeiten

Juba wurde als Sohn des Königs Juba I. von Numidien geboren. Nach der Niederlage seines Vaters in der Schlacht bei Thapsus (46 v. Chr.) gegen Gaius Iulius Caesar und dessen Selbstmord wurde er als Kind im Triumph Caesars mitgeführt[1]. Er wuchs er in Rom in der Obhut von Octavia, der Schwester des römischen Kaisers Augustus und Witwe von Marcus Antonius auf und erhielt eine ausgezeichnete Erziehung. In dem Haushalt waren unter anderem Alexander Polyhistor und Athenodorus von Tarsus tätig[2]. 25 v. Chr. wurde Juba, nach Verleihung des römischen Bürgerrechts, von Augustus als König von Mauretanien eingesetzt. Er war als Klientel-König von Rom abhängig, Plinius betont daher, dass er als Autor berühmter war denn als souveräner Herrscher[3]. In Mauretanien förderte Juba die hellenistische Kultur durch die Gründung von Städten. Seine Hauptstadt war Iulia Caesarea, die nach hellenistischem Muster angelegt war.

Juba wurde mit Kleopatra Selene, der Tochter der berühmten Kleopatra VII. und von Marcus Antonius verheiratet, die seit 30 v. Chr. ebenfalls unter Aufsicht von Octavia aufwuchs. Das genaue Datum ist unbekannt, aber 20 v. Chr. wurde ein Denarius geprägt, der diese Hochzeit feierte[4]. Ihr Sohn erhielt den Namen Ptolemaeus, womit Kleopatra klar auf ihre ptolemäischen Wurzeln hinwies. Nach Kleopatras Tode ehelichte Juba die Witwe des 7 v. Chr. von seinem Vater hingerichteten Prinzen Alexander von Judäa, die kappadokische Prinzessin Glaphyra. Glaphyra verließ ihn jedoch bald, um den Ethnarchen Herodes Archelaos zu heiraten, einen Halbbruder ihres verstorbenen Gatten.

Jubas und Kleopatra Selenes Mausoleum, ein rundes Columbarium, befindet sich bei Tipasa[5]. Ihr Sohn Ptolemaeus folgte Juba auf den Thron.

WerkeBearbeiten

Juba schrieb unter anderem Werke über römische Geschichte, Arabien und Afrika bzw. Libyen in griechischer Sprache. In letzterem Werk dürfte er die Erfahrungen seiner Expedition zu den Kanarischen Inseln eingearbeitet haben[6]. Er verfasste auch ein Buch über die Pflanze Euphorbia, die er selbst auf dem Berg Atlas entdeckt und nach seinem Leibarzt Euphorbus benannt hatte[7]. Sie wird gewöhnlich mit Euphorbia resinifera identifiziert[8]. Das Buch wird auch von Galen erwähnt[9]. Auch Jubas Werk über Arabien enthält Beschreibungen von Pflanzen, unter anderem des Weihrauchbaumes[10].

Juba lokalisierte die Quelle des Nils im unteren Mauretanien, in einem See namens Nilides. In diesem See gab es außer den Fischen Alabeta, Coracimus and Silurus auch Krokodile[11], was die Verbindung zum Nil augenscheinlich bestätigte. Juba ließ ein Krokodil fangen und schenkte es dem Isis-Tempel in Caesarea Mauretaniae, ähnlich wie der karthagische Entdeckungsreisende Hanno, über den er ein Buch geschrieben hatte, vor ihm[12].

Für seine literarischen Leistungen erhielt Juba viel Anerkennung, so wurde ihn in Athen eine Statue errichtet[13]. Allerdings sind von den Werken nur Fragmente erhalten. Seine Abhandlungen wurden unter anderem von Plutarch, Athenäus, Appian, Strabo und Cassius Dio benutzt. Plinius der Ältere beruft sich in seiner Naturgeschichte häufig auf Jubas Werke (Bücher 5, 8, 10, 12–15, 25, 26, 28, 31–33, 36 und 37)[14].

NachlebenBearbeiten

Die kanarische Wolfsmilch Euphorbia regis-jubae ist nach Juba benannt, dies ist jedoch nicht die Art, die er entdeckt hatte (Euphorbia resinifera).

TextausgabeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • José María Camacho Rojo, Pedro Pablo Fuentes González: Iuba (Juba) II de Maurétanie. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 3, CNRS Éditions, Paris 2000, ISBN 2-271-05748-5, S. 940–954
  • Duane W. Roller: The World of Juba II and Kleopatra Selene, Royal Scholarship on Rome's African Frontier. Routledge, London/New York 2003. ISBN 0415305969
  • Michèle Coltelloni-Trannoy, Le royaume de Maurétanie sous Juba II et Ptolémée, 25 av. J.- C.-40 ap. J.-C. Etudes d'Antiquités africaines. Paris 1997. ISBN 2271052394

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Laurence Totelin, Botanizing Rulers and their herbal Subjects: Plants and political Power in Greek and Roman Literature. Phoenix 66/1-2, 2012, 136. Stable URL: https://www.jstor.org/stable/10.7834/phoenix.66.1-2.0122
  2. Jane Draycott, The sacred crocodile of Juba II of Mauretania. Acta Classica 53, 2010, 213 und Anm. 8
  3. Plinius, Naturalis historia 5.16
  4. Jean Mazard, Un denier inédit de Juba II et Cléopâtre-Sélène. Schweizer Münzblätter 121, 1981, 1-2
  5. P. de Lhotellerie, Tombeau des affranchis de Juba, roi de Maurétanie. Revue Archéologique 14/2, 1857/1858, 403-406. Stable URL: https://www.jstor.org/stable/41742461
  6. überliefert in Plinius, Naturalis historia vi,37
  7. Plinius, Naturalis historia 25.77
  8. Laurence Totelin, Botanizing Rulers and their herbal Subjects: Plants and political Power in Greek and Roman Literature. Phoenix 66/1-2, 2012, 137
  9. Laurence Totelin, Botanizing Rulers and their herbal Subjects: Plants and political Power in Greek and Roman Literature. Phoenix 66/1-2, 2012, 138
  10. Laurence Totelin, Botanizing Rulers and their herbal Subjects: Plants and political Power in Greek and Roman Literature. Phoenix 66/1-2, 2012, 139
  11. Plinius Naturalis historia 5.51; Jane Draycott, The sacred crocodile of Juba II of Mauretania. Acta Classica 53, 2010, 211-217. Stable URL: https://www.jstor.org/stable/24592511
  12. Jane Draycott, The sacred crocodile of Juba II of Mauretania. Acta Classica 53, 2010, 212
  13. J. W. Haywood Jr., Juba II – African King. Negro History Bulletin 15/8, 1952, 168. Stable URL: https://www.jstor.org/stable/44212566
  14. Laurence Totelin, Botanizing Rulers and their herbal Subjects: Plants and political Power in Greek and Roman Literature. Phoenix 66/1–2, 2012, 137

WeblinksBearbeiten

VorgängerAmtNachfolger
Bocchus II.König von Mauretanien
25 v. Chr.–23 n. Chr.
Ptolemaeus