Josif Pashko

albanischer kommunistischer Politiker

Josif Pashko (* 25. Mai 1918 in Vodica,[1] Kreis Kolonja; † 5. September 1963 in Tirana) war ein albanischer Politiker der Partei der Arbeit Albaniens.

LebenBearbeiten

Pashko, der aus einer traditionell nationalistischen Familie stammte und dessen Vater Pashko Vodica später Erzbischof der albanischen orthodoxen Kirche wurde, arbeitete ab 1939 als Grundschullehrer in der Region von Elbasan.[1] Zusammen mit seinem Vater schloss er sich 1942 den Partisanen an[1] und beteiligte sich während des Zweiten Weltkriegs am kommunistischen antifaschistischen Unabhängigkeitskrieg. Im Laufe dieser Zeit war er als Hauptmann im Bataillon Hakmarrje, der 4. Brigade sowie der 2. Division eingesetzt.

Nach der Gründung der Volksrepublik Albanien übernahm er verschiedene Ämter innerhalb der Staats- und Parteiverwaltung und war zunächst im September 1947 Vertreter der öffentlichen Anklage in einem Verfahren gegen mutmaßliche Saboteure, Hochverräter und Spione aus den Reihen der Balli Kombëtar.[2]

1950 wurde er erstmals Abgeordneter der Volksversammlung (Kuvendi Popullor) und gehörte dieser von der zweiten bis zum Ende der vierten Wahlperiode an als Vertreter von Erseka im Kreis Kolonja. In der fünften Wahlperiode, die er wegen seines frühzeitigen Todes nicht vollendete, vertrat er den Kreis Elbasan im Parlament.[3]

Am 6. September 1951 folgte er Mehmet Shehu als Minister für Staatskontrolle beziehungsweise Vorsitzender der Staatlichen Kontrollkommission im Kabinett von Ministerpräsident Enver Hoxha.[4]

Auf dem 2. Parteitag der PPSh wurde er im April 1952 Sekretär des ZK. Nach der Übernahme dieses Amtes schied er jedoch am 11. April 1952 als Minister für Staatskontrolle aus der Regierung aus.[5] Als ZK-Sekretär vertrat er die ablehnende Haltung gegen den vom Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Jugoslawiens Josip Broz Tito verfolgten eigenständigen Kurs des Titoismus und erklärte die „Titoisten“ zu Feinden Albaniens.[6]

Das Amt des ZK-Sekretärs verlor er jedoch bereits am 12. Juli 1954 und wurde in dieser Funktion von Liri Belishova abgelöst. Er blieb allerdings Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der PPSh und wurde am 20. Juli 1954 Minister für Bauwesen in der Regierung von Ministerpräsident Mehmet Shehu.[7][8]

1959 wurde nach ihm das Kombinat für Bauwesen „Josif Pashko“ benannt, welches 50 Jahre später als Unternehmen Avduli Costruzioni mehrere Niederlassungen in Albanien betrieb.[9] Pashko war zeitweise auch Mitglied des Vorstands bei der Gründung des Fußballvereins KS Dinamo Tirana 1949.[10]

Seine Ehefrau Eleni Terezi war ebenfalls Kandidatin und später Mitglied des ZK sowie von 1945 bis 1966 Abgeordnete der Volksversammlung.[11][12][8][3]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c J.F. Brown: Background Notes to Albania’s Party Congress – Special Report. In: Open Society Archives. 2. Februar 1961, abgerufen am 12. Oktober 2019 (englisch).
  2. Owen Pearson: Albania as dictatorship and democracy: from isolation to the Kosovo War 1946-1998. Centre for Albanian Studies, London 2006, ISBN 1-84511-105-2, S. 227.
  3. a b Geschichte der Volksversammlung, S. 190 (Memento des Originals vom 14. Mai 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.parlament.al (PDF; 18,3 MB)
  4. Owen Pearson: Albania as dictatorship and democracy: from isolation to the Kosovo War 1946-1998. Centre for Albanian Studies, London 2006, ISBN 1-84511-105-2, S. 432.
  5. Owen Pearson: Albania as dictatorship and democracy: from isolation to the Kosovo War 1946-1998. Centre for Albanian Studies, London 2006, ISBN 1-84511-105-2, S. 445.
  6. FASCIST TITO CLIQUE IS SWORN ENEMY OF ALBANIAN PEOPLE, in: The Current Digest of the Post-Soviet Press (Nr. 37/1952)
  7. Owen Pearson: Albania as dictatorship and democracy: from isolation to the Kosovo War 1946-1998. Centre for Albanian Studies, London 2006, ISBN 1-84511-105-2, S. 482f.
  8. a b List Of The Member Of Leading Albanian Party (20. Februar 1961) (Memento des Originals vom 28. März 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.osaarchivum.org
  9. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven:@1@2Vorlage:Toter Link/www.avduli.al Homepage von Avduli Costruzioni
  10. Historiku i Klubit Sportiv "Dinamo" (Memento des Originals vom 4. Oktober 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ksdinamo.com
  11. Cali Ruchala: Comrade Loulou and the Fun Factory
  12. The Albanian Communist Party From Its Foundation Up To Its Fourth Congress (9. Dezember 1960) (Memento des Originals vom 21. November 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.osaarchivum.org