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Joseph Schmid (Bildhauer)

deutscher Bildhauer
Von Joseph Schmid 1553 erstelltes Epitaph in der Stiftskirche von Tübingen, das den Baumeister Wilhelm von Janowitz (* 1489; † 1562) und seine Gattin Anna von Sachsenheim († 23. Februar 1553) zeigt

Joseph Schmid (* 1500; † 1555) aus Urach war ein deutscher Bildhauer im 16. Jahrhundert.

Inhaltsverzeichnis

EpitapheBearbeiten

Joseph Schmid gelang es in zahlreichen Fällen, Bestellungen für Grabmäler schon zu Lebzeiten des Dargestellten zu bekommen, zumindest für gemeinsame Grabmäler, wenn einer der beiden Ehegatten bereits gestorben war. Unter den elf nachgewiesenen Grabdenkmälern des Bildhauers waren immerhin drei, die zehn Jahre vor dem Ableben des Dargestellten aufgerichtet wurden.[1]

Epitaphe in TübingenBearbeiten

Schmid gestaltete ein Epitaph in der Stiftskirche in Tübingen, das den Witwer Wilhelm von Janowitz (* 1489; † 1562), auch Böhmer genannt, und seine Frau Anna von Sachsenheim († 23. Februar 1553) zeigt.[2][3]

Ein seiner Werkstatt zugeschriebenes Grabmal von Johann Conrad von Wernau, das in der Stiftskirche Tübingen erhalten ist, zeigt den Verstorbenen in einer uneindeutigen Stehend-Liegend-Darstellung. Er steht als Symbol der Stärke oder als Hinweis auf das ewige Leben auf einem Löwen, aber das Kissen unter seinem Kopf erweckt den Eindruck des Liegens.[4]

Epitaph in HerrnsheimBearbeiten

Das Doppelgrabmal für Wolfgang V. Kämmerer von Worms († 1549) und seine Frau, Elisabeth, geborene Vetzer[Anm. 1] von Geisspitzheim († 1534), gestaltete er in der Kirche St. Peter in Herrnsheim (heute: Worms).[5]

Epitaph in StöckenburgBearbeiten

In der Martinskirche von Stöckenburg gibt es von Joseph Schmid ein Epitaph von Wolf von Vellberg und Anna von Buttlar. Wolf von Vellberg war der Erbauer des Vellberger Schlosses, Anna war seine zweite Ehefrau. Das Epitaph im Renaissance-Stil mit sehr feiner und detailreicher Ausschmückung ist auf 1553 datiert.[6]

Bildnistafel auf Burg HochbergBearbeiten

Schmid erstellte auch über dem inneren Burgtor der Burg Hochberg eine lebensgroße Bildnistafel von Markgraf Karl II., von der heute nur noch die stümperhafte Kopie eines Freiburger Barockbildhauers nach dem »völlig ruinierten Bildnus« erhalten ist. Nach einer verlässlichen Abschrift aus dem Jahre 1730 von dem damals noch vorhandenen Original stand auf ihr folgende Inschrift: »Me primus Carolo imperante magno Hacho unde nomen mihi anno domini DCCCVIII erexit ornatiorem Carolus quondam Badae marchio regnante Friderico tertio fecit. Iam vero ob aedacem ac ruinosam vetustatem Carolus magni animi princeps Badae et Hachbergae marchio, cuius effigiem hic cernis, tum reinstaurari tum versus hostiles impetus in sui suorumque munimen et refugium prompto subjectorum auxilio praemuniri curavit gubernante Carolo V imp: aug. Ao dni MDLIIII.«[7]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Joseph Schmid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

AnmerkungenBearbeiten

  1. Es gibt auch die Namensvarianten „Fetzer“ und „Vatzer“.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans Rott: Kunst und Künstler am Baden-Durlacher Hof bis zur Gründung Karlsruhes. Karlsruhe, 1917, Seite 14.
  2. Hans Rott: Kunst und Künstler am Baden-Durlacher Hof bis zur Gründung Karlsruhes. Karlsruhe, 1917, Seite 20.
  3. Hans Rott: Kunst und Künstler am Baden-Durlacher Hof bis zur Gründung Karlsruhes. Karlsruhe, 1917, Seite 32.
  4. Stefanie A. Knöll: Die Grabmonumente der Stiftskirche in Tübingen. Beiträge zur Tübinger Geschichte, Herausgegeben von der Universitätsstadt Tübingen, Kulturamt, Band 13, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 2007. ISBN 9783806219159. Seite 32f.
  5. Anneliese Seeliger-Zeiss: Die Kämmerer von Worms genannt von Dalberg im Spiegel ihrer Grabdenkmäler. In: Kurt Andermann (Hg.): Ritteradel im Alten Reich: die Kämmerer von Worms genannt von Dalberg = Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission 31. Hessische Historische Kommission, Darmstadt 2009. ISBN 978-3-88443-054-5, S. 73–119 (106).
  6. Bernhard Peter: Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 958, Stöckenburg, Martinskirche.
  7. Hans Rott: Kunst und Künstler am Baden-Durlacher Hof bis zur Gründung Karlsruhes. Karlsruhe, 1917, Seite 21.