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Joseph Mausbach
Joseph Mausbach, Abbildung aus der Festschrift zum 52. Deutschen Katholikentag in Straßburg, 1905

Carl Joseph Mausbach (* 7. Februar 1861 in Wipperfeld; † 31. Januar 1931 in Ahrweiler) war ein deutscher Theologe und Politiker (Zentrum).

Inhaltsverzeichnis

Leben und BerufBearbeiten

Joseph Mausbach besuchte von 1873 bis 1878 das Engelbert-von-Berg-Gymnasium Wipperfürth und anschließend das Apostelgymnasium in Köln, wo er das Abitur ablegte. Nach dem Abitur studierte er in Münster katholische Theologie und war dort Mitglied im wissenschaftlichen katholischen Studentenverein Unitas-Frisia, wo er Franz Hülskamp kennenlernte, der ihn in theologischer Hinsicht stark prägte. Wegen des Bismarckschen Kulturkampfes musste er 1883 nach Eichstätt wechseln, wo er 1884 zum Priester geweiht wurde. Noch im selben Jahr übernahm er eine Pfarrstelle in Köln. 1888 wurde er in Münster zum Dr. theol. promoviert und übernahm ein Jahr später eine Stelle als Religionslehrer am Gymnasium in Mönchengladbach.

Bereits 1892 wurde Mausbach als Professor für Moraltheologie und Apologetik nach Münster berufen. Er war 1899 an der Gründung des Collegium Marianum, einer Bildungsstätte für Ordensfrauen und andere weibliche Studierende beteiligt. 1912 erfolgte die Ernennung zum päpstlichen Hausprälaten. 1918 wurde er zusätzlich zum Dompropst berufen.

Von 1915 bis 1920 leitete er den Arbeitsausschuss zur Verteidigung deutscher und katholischer Interessen, der sich insbesondere gegen die antideutsche französische Agitation innerhalb der Weltkirche richtete.

PolitikBearbeiten

Mausbach war Mitglied des Zentrums. Er verlangte auch von seinen Glaubensbrüdern ein stärkeres politisches Engagement im überwiegend protestantisch geprägten Deutschland.

Mausbach war von 1919 bis 1920 Mitglied der Weimarer Nationalversammlung. Er war dort Mitglied des Ausschusses zur Vorberatung des Entwurfs einer Verfassung für das Deutsche Reich und engagierte sich insbesondere im Bereich der Vorschriften, die sich mit Religion, Kultur und Bildung befassten. Mausbach sah durch das Zugeständnis der Einführung bekenntnisfreier Schulen die konfessionell gebundenen Schulen in ihrer Wirkung gestärkt. Er war maßgeblich an der Aushandlung des Weimarer Schulkompromisses beteiligt.

WirkungBearbeiten

Mit seinen Aussagen zur Moraltheologie und zur katholischen Soziallehre hat er einen wesentlichen Beitrag zur Neubestimmung des Verhältnisses zwischen Katholischer Kirche und Republik, vor allem in Fragen der Sozialpolitik und Schulpolitik, geleistet. Mit Oswald von Nell-Breuning ist einer der bedeutendsten katholischen Sozialethiker des 20. Jahrhunderts bei Mausbach promoviert worden.

Den entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der Moraltheologie leistete Mausbach mit seinen Reformvorschlägen zur Bewältigung der Krise der Moral in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts, wobei darin die Forderung nach einer Relativierung der Kasuistik und einer theologischen Grundlegung der Moraltheologie im Mittelpunkt standen. Mit seinem Handbuch der Moraltheologie (1918–20) blieb er jedoch weit hinter seinen eigenen Vorschlägen zurück, wie er auch selbst eingestand: Er sah die Zeit für einen Neuentwurf noch nicht gekommen. Die Reformvorschläge aber blieben fast ein halbes Jahrhundert richtungsweisend für die katholische Moraltheologie.

VeröffentlichungenBearbeiten

Monografien

  • Divi Thomae Aquinatis De voluntate et appetitu sensitivo doctrina, Dissertation Münster, 1888.
  • Christentum und Weltmoral. Zwei Vorträge über das Verhältnis der christlichen Moral zur antiken Ethik und zur weltlichen Cultur, 1897.
  • Die katholische Moral, ihre Methoden, Grundsätze und Aufgaben. Ein Wort zur Abwehr und Verständigung, 1901.
  • Frauenbildung und Frauenstudium im Lichte der Zeitbedürfnisse und Zeitgegensätze. Zwei Vorträge, 1910.
  • Kulturfragen in der Deutschen Verfassung. Eine Erklärung wichtiger Verfassungsartikel, 1920.
  • Sittlichkeit und Badewesen, 1930.
  • Dasein und Wesen Gottes, Band I: Die Möglichkeit der Gottesbeweise, Band II: Der kosmologische Gottesbeweis, Verlag der Aschendorffschen Verlagsbuchhandlung, 1930.

Herausgeberschaft und Bearbeitung

  • mit Gustav Ermecke: Katholische Moraltheologie I-III, Aschendorf, Münster 1914/18.

Aufsätze (Auswahl)

  • Die neuesten Vorschläge zur Reform der Moraltheologie und ihre Kritik, in: Theologische Revue, 1902, 1–8; 41–46.
  • Vom gerechten Krieg und seinen Wirkungen, in: Hochland 12 (1914), S. 5–12.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

VorgängerAmtNachfolger
Karl SpannagelRektor der WWU Münster
1914–1915
Otto Seeck
  Commons: Joseph Mausbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien