Josef Daimer

Gemeindearzt und ein Pionier des Alpinismus im Tauferer Ahrntal

Josef Daimer (* 30. Juli 1845[1] in Sand in Taufers, Südtirol; † 29. Jänner 1909 in Wien-Währing) war ein österreichischer Ministerialbeamter. Bekannt wurde er als Pionier des Alpinismus im Tauferer Ahrntal.

Traueranzeige

LebenBearbeiten

Daimers Vater Josef Alexander Daimer (1811–1873) war 1839 während der Choleraepidemie in Südtirol als Gerichtsarzt nach Taufers gekommen und Gemeindearzt in Sand geworden.[2] Sohn Josef studierte an der Leopold-Franzens-Universität ebenfalls Medizin und wurde Mitglied des Akademischen Gesangsvereins.[3] 1872 wurde er im Corps Rhaetia recipiert.[4] Als begeisterter Bergsteiger begründete er 1873 die Sektion Taufers des Österreichischen Alpenvereins; es handelte sich um die fünfte Sektion Tirols. Er ließ Wanderwege und Schutzhütten erbauen und schrieb den ersten Gebietsführer zum Tauferer Ahrntal. Geführt von Bergführer Stephan Kirchler, gelang ihm und seinem Bruder Karl am 4. September 1874 die Erstbesteigung der 3253 m hohen III. Hornspitze am Hauptkamm der Zillertaler Alpen. Die Errichtung der Chemnitzer Hütte durch die Sektion Chemnitz des Deutschen Alpenvereins im Jahre 1895 war seiner Initiative und Tatkraft zu verdanken. Die Hütte befindet sich am Neves-Stausee auf 2419 m zwischen Lappach (Mühlwald) und Weißenbach (Ahrntal). Daimer starb mit 63 Jahren als k.k. Ministerialrat im Ministerium des Inneren und wurde am 31. Jänner 1909 auf dem Döblinger Friedhof beerdigt.

Daimer war Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Gesundheitspflege. Für seine Verdienste wurde er zum Hofrat ernannt. Eine Hauptstraße in Sand in Taufers trägt seinen Namen. Am 24. Juli 2009 wurde im Gedenken an seinen 100. Todestag am Naturparkhaus von Sand in Taufers eine Gedenktafel enthüllt.

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Meteorologische Beobachtungen der Alpenvereins-Stationen im Jahre 1879. In: Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins 1880, S. 47–64.
  • mit Rudolf Seyerlen: Die Rieserferner-Gruppe. In: wie vor, S. 381–427.
  • mit Rudolf Seyerlen: Die Zillerthaler Gebirgsgruppe. In: ebd. 1882, S. 371–413.
  • Handbuch der österreichischen Sanitäts-Gesetze und Verordnungen, 2 Bde., Leipzig 1896–1898. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

EhrungenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Ingrid Beikircher: Dr. Josef Daimer (1845–1909) und die Alpingeschichte des Tauferer Ahrntales. Festschrift. Sand in Taufers 2009.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Südtirol: www.alpenverein.it/de/geschichte-der-sektion-1862-1900-36_143179.html, accessdate: 11. November 2016
  2. Traueranzeige Josef Alexander Daimer (schwemberger.at)
  3. Albin Kulhanek: Chronik des AGV Innsbruck 1863–1906. Innsbruck 2003, S. 43.
  4. Kösener Corpslisten 1960, 74/74