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Joris Mathijsen

niederländischer Fußballspieler

Joris Mathijsen (* 5. April 1980 in Goirle, Niederlande) ist ein ehemaliger niederländischer Fußballspieler und heutiger Fußballfunktionär. Als Spieler stand der Innenverteidiger in den Niederlanden, in Deutschland beim Hamburger SV und in Spanien unter Vertrag. Er ist ehemaliger niederländischer Nationalspieler und wurde 2010 Vize-Weltmeister. Seit Sommer 2016 ist er Technischer Direktor von Willem II Tilburg.

Joris Mathijsen
Joris Mathijsen 2014.jpg
Joris Mathijsen (2014)
Personalia
Geburtstag 5. April 1980
Geburtsort GoirleNiederlande
Größe 182 cm
Position Innenverteidigung
Junioren
Jahre Station
1985–1989 VOAB
1989–1998 Willem II Tilburg
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1998–2004 Willem II Tilburg 127 (6)
2004–2006 AZ Alkmaar 51 (2)
2006–2011 Hamburger SV 148 (6)
2011–2012 FC Málaga 28 (0)
2012–2015 Feyenoord Rotterdam 57 (1)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
2004–2012 Niederlande 84 (3)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

KarriereBearbeiten

VereinBearbeiten

In den NiederlandenBearbeiten

Mathijsen spielte zunächst bei VOAB in seiner Geburtsstadt Goirle, einem Vorort der im Süden der Niederlande gelegenen Großstadt Tilburg. Als Neunjähriger wechselte er zu Willem II Tilburg und durchlief dort die weiteren Jugendmannschaften, bis er 1998/99 im Aufgebot der ersten Mannschaft in der niederländischen Eredivisie stand. 1999 hatte er seinen ersten Erstligaauftritt. Nachdem der Abwehrspieler im folgenden Jahr schon öfter eingesetzt worden war, konnte er sich im dritten Jahr endgültig durchsetzen. Von 2001 bis 2004 war er Stammspieler in der Abwehrmitte und bestritt fast alle Pflichtspiele für den Verein.

Seinen Durchbruch hatte Mathijsen nach seinem Wechsel zum AZ Alkmaar. Zusammen mit Tim de Cler und Kew Jaliens bildete er ein Abwehrtrio, das zu dieser Zeit auch zum Teil die Abwehr in der niederländischen Nationalmannschaft darstellte. In seiner ersten Saison mit den Nordholländern belegte der Verein den dritten Platz und erreichte im UEFA-Pokal das Halbfinale.

Hamburger SVBearbeiten

Am 23. August 2006 wechselte Mathijsen zum deutschen Bundesligaverein Hamburger SV.[1] Am 27. August 2006 debütierte er am dritten Spieltag im Spiel gegen Hertha BSC in der Anfangself. Am 20. Oktober 2007 erzielte Mathijsen im Spiel gegen den VfB Stuttgart sein erstes Bundesligator und zugleich den 2500. Treffer des HSV in der Bundesliga. Beim Hamburger SV war er Stammspieler und bestritt 148 Spiele, in denen er sechs Tore erzielte. Außerdem absolvierte er sechs Spiele in der UEFA Champions League 2005/06 und erreichte mit den Norddeutschen in den Saisons 2008/09 und 2009/10 das Halbfinale im UEFA-Pokal bzw. der UEFA Europa League.

FC Málaga und Karriereende in den NiederlandenBearbeiten

Im Sommer 2011 wechselte Mathijsen zum FC Málaga. Er unterschrieb beim spanischen Erstligisten einen Zweijahresvertrag mit Option auf ein weiteres Jahr.[2] Bei den Andalusiern blieb er jedoch nur eine Saison, bestritt in dieser 28 Ligaspiele und drei Pokalspiele und erreichte mit seiner Mannschaft den vierten Platz, im Pokal schied Malaga im Achtelfinale gegen Real Madrid aus.

Zur Saison 2012/13 wechselte er zurück in die Niederlande zu Feyenoord Rotterdam. Er unterschrieb dort einen Vertrag über drei Spielzeiten.[3] In der Saison 2013/14 wurde er mit Feyenoord Vizemeister. In seiner letzten Saison erreichte er mit der Mannschaft – nach zweimaligem Scheitern in der Qualifikation in den Vorsaisons – schließlich die Gruppenphase der Europa League 2014/15 und wurde dort in einem Spiel eingesetzt. Bis Ende der Saison 2014/15 absolvierte er für Feyenoord insgesamt 57 Ligaspiele (ein Tor). Nach Saisonende verließ Mathijsen den Verein und beendete zum Jahreswechsel 2015/16 seine aktive Karriere.[4]

NationalmannschaftBearbeiten

Wenige Monate nach seinem Wechsel zum AZ Alkmaar kam Mathijsen am 17. November 2004 zu seinem Debüt in der Nationalmannschaft. Er stand im niederländischen Aufgebot für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland und kam dort zu drei Einsätzen. Auch bei der EM 2008 gehörte er zum Kader und bestritt zwei der drei Gruppenspiele. Als Gruppensieger traf die Niederlande im Viertelfinale auf Russland und schied durch eine 1:3-Niederlage n. V. aus; Mathijsen kam in dieser Partie zum Einsatz.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 verpasste er nur das Achtelfinalspiel; im Finale verlor er mit der Mannschaft mit 0:1 n. V. gegen Europameister Spanien. Zwei Jahre später stand er bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine im niederländischen Kader und schied mit der Mannschaft als Gruppenletzter aus dem Turnier aus. Er hatte zwei der drei Gruppenspiele bestritten.

Mathijsen bestritt von 2004 bis 2012 insgesamt 84 Spiele für die niederländische Nationalmannschaft und erzielte drei Tore. Seinen letzten Einsatz absolvierte er am 11. September 2012 beim 4:1-Sieg im WM-Qualifikationsspiel in Budapest gegen Ungarn.[5]

Nach seiner Karriere als SpielerBearbeiten

Im Sommer 2016 übernahm Mathijsen den Posten des Technischen Managers von Willem II Tilburg; er unterschrieb bei seinem ehemaligen Jugendverein einen Dreijahresvertrag.[6] Ein Jahr später wurde er zum Technischen Direktor des Vereins befördert.[7] Seine Vertragslaufzeit wurde im Mai 2018 bis 2022 verlängert.[8]

ErfolgeBearbeiten

FamilieBearbeiten

Mathijsen ist verheiratet und Vater zweier Söhne,[9] die beide in Hamburg zur Welt kamen.[10]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Joris Mathijsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. kicker online (Hrsg.): HSV holt Mathijsen. 23. August 2006, abgerufen am 28. August 2012.
  2. Hamburger Sport-Verein e.V. (Hrsg.): Joris Mathijsen wechselt zum FC Malaga. In: Hamburger SV. 2011, archiviert vom Original am 20. Juni 2011; abgerufen im Jahr 2011.
  3. Mathijsen wordt Feyenoorder (niederländisch) (Memento des Originals vom 13. August 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.feyenoord.nl
  4. Carrière Mathijsen eindigt stilletjes: ‘Tot oktober heb ik nog wel gekeken’, voetbalzone.nl, 17. Dezember 2015, abgerufen am 15. September 2018 (niederländisch)
  5. Vgl. die Spieldaten auf der Webpräsenz des niederländischen Fußballverbandes
  6. Joris Mathijsen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Willem II Tilburg. Willem II, 14. Juni 2016, archiviert vom Original; abgerufen im Jahr 2016 (niederländisch).
  7. JORIS MATHIJSEN VAN MANAGER NAAR TECHNISCH DIRECTEUR. In: Willem II Tilburg. Willem II, 20. Juni 2017, abgerufen am 13. Juli 2019 (niederländisch).
  8. Wilber Hack: Willem II breekt contract met Joris Mathijsen open. In: Brabantse Dagblad. De Persgroep Nederland, 18. Mai 2018, abgerufen am 13. Juli 2019 (niederländisch).
  9. Tweede zoon voor Mathijsen, De Telegraaf vom 29. Juli 2010, gesichtet am 1. Dezember 2010
  10. Abschiedsinterview