Jorge Donn

argentinischer Balletttänzer
Jorge Donn, 1977

Jorge Donn (* 25. Februar 1947 in El Palomar; † 30. November 1992 in Lausanne) war ein argentinischer Balletttänzer von Weltruf.

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung in ArgentinienBearbeiten

Jorge Donn (er verwendete als Künstlernamen den Geburtsnamen seiner Mutter) wurde am 25. Februar 1947 als einer der vier Söhne von Mauricio Itovich und Rosa Donn in El Palomar in der argentinischen Provinz Buenos Aires geboren. Noch bevor er das vorgeschriebene Eintrittsalter von 8 Jahren erreicht hatte, besuchte er die Ballettschule des Teatro Colón in Buenos Aires, wo er 10 Jahre lang klassisches Ballett und auch Modern Dance (bei Renate Schottelius) studierte, was an dem klassisch orientierten Theater weniger gern gesehen wurde.

Entscheidung für EuropaBearbeiten

1963 wurde er mit 16 ins Corps de Ballet des Colón aufgenommen. Im gleichen Jahr machte Maurice Béjart mit seiner Kompanie Ballet du XXe siècle eine Tournee durch Argentinien. Nachdem Donn einen Workshop bei ihm besucht hatte, fragte er an, ob er weiter für Béjart tanzen könne. Béjart erklärte ihm, er sei gut genug, aber er habe keine freie Stelle in seinem Ensemble zu besetzen. Trotzdem leiht Donn sich Geld und folgt Béjart nach Brüssel, wo er für einen erkrankten Tänzer einspringen darf: der Beginn seiner Weltkarriere.

Zusammenarbeit mit Maurice Béjart und WeltruhmBearbeiten

Er wird bald einer der führenden Solotänzer der Kompanie und tanzt die Titelrollen in der Neunten Symphonie (1964), in Romeo und Julia (1966), Messe pour le temps présent (1967), Nijinsky, Clown de Dieu (1971), Notre Faust (1975), Bolero (1979) und in zahlreichen anderen Ballettstücken. 1976 wird er von George Balanchine eingeladen, für sein New York City Ballet zu tanzen. 1980 wird er künstlerischer Leiter des Ballet du XXe siècle.

In dem 1981 erschienenen Film Ein jeglicher wird seinen Lohn empfangen… (Les uns et les autres) von Claude Lelouch, der ihn weltweit auch einem ballettunerfahrenen Publikum bekannt machte, stellt er einen Tänzer dar, der Rudolf Nurejew nachempfunden ist. Dort tanzt er den Boléro von Maurice Ravel.

Als Béjart Brüssel verlässt, um in Lausanne zu arbeiten, sucht Jorge Donn die künstlerische Unabhängigkeit von seinem Lehrer. Er gründet seine eigene Kompanie, das Europe Ballet, das allerdings nur einige Monate Bestand hat. Er folgt schließlich Béjart an dessen Béjart Ballet Lausanne. Trotz Erkrankung (er ist HIV-positiv) steht er weiter auf der Bühne, stellt 1990 die Titelrolle in einer Neuinszenierung von Nijinsky dar und gibt weltweit Vorstellungen. 1992 stirbt er an der Immunschwäche Aids in Lausanne.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten