Jonas Boruta

litauischer römisch-katholischer Bischof

Jonas Boruta SJ (* 11. Oktober 1944 in Garliava, Litauische SSR) ist ein litauischer Ordensgeistlicher und emeritierter römisch-katholischer Bischof von Telšiai.

Jonas Boruta

LebenBearbeiten

Jonas Boruta beabsichtigte bereits 1962 den Eintritt in das Priesterseminar von Kaunas, der aber von den sowjetischen Besatzungsmacht verhindert wurde. Er studierte daher zunächst Physik und Mathematik an der Universität Vilnius. Nach seinem Abschluss 1970 war er am Institut für Physik der Litauischen Akademie der Wissenschaften tätig. Parallel studierte er ab 1975 Theologie im litauischen Untergrundseminar. 1981 trat er der Ordensgemeinschaft der Gesellschaft Jesu bei, was nach den Gesetzen der sowjetischen Besatzungsmacht illegal war. Er empfing die Priesterweihe am 5. August 1982, durfte sein Priesteramt auf Anordnung der Sowjets aber nicht ausüben. Sein 1982 beendetes Doktorstudium in Physik und Mathematik wurde ihm nie anerkannt. Er war daraufhin als Herausgeber der Untergrund-Zeitschrift Lietuvos Katalikų Bažnyčios kronika (Chronik der katholischen Kirche in Litauen) tätig. Von 1983 bis 1989 war Jonas Boruta einer der Hauptinitiatoren und Dozenten des geheimen Theologiestudiums für Angehörige litauischer Frauenorden. Mit der Wende 1989 wurde Boruta zum Provinzial der Jesuiten in Litauen ernannt und Mitglied der katechetischen Kommission im Erzbistum Vilnius.

Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 1997 zum Titularbischof von Vulturaria und zum Weihbischof im Erzbistum Vilnius. Die Bischofsweihe spendete ihm der Erzbischof von Vilnius und spätere Kardinal Audrys Bačkis am 21. Juni 1997; Mitkonsekratoren waren Sigitas Tamkevičius SJ, Weihbischof in Kaunas, und Juozas Tunaitis, Weihbischof in Vilnius. Er wurde zeitgleich zum Generalsekretär der Bischofskonferenz in Litauen und zum Präsidenten der Katholischen Akademie der Wissenschaften in Litauen bestellt. 1998 erhielt er den Orden des Vytis-Kreuzes.

Am 5. Januar 2002 erfolgte die Ernennung zum Bischof von Telšiai. Papst Franziskus nahm am 18. September 2017 seinen vorzeitigen Rücktritt an.[1]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rinuncia e successione del Vescovo di Telšiai (Lituania). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 18. September 2017, abgerufen am 18. September 2017 (italienisch).
VorgängerAmtNachfolger
Antanas VaičiusBischof von Telšiai
2002–2017
Kęstutis Kėvalas