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John Scofield

amerikanischer Jazz-Gitarrist und Komponist
John Scofield (2011)
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
I Can See Your House from Here (mit Pat Metheny)
  US 181 23.04.1994 (2 Wo.)
Out Louder (mit Medeski, Martin & Wood)
  US 188 14.10.2006 (2 Wo.)
Sco-Mule (mit Gov’t Mule)
  DE 37 06.02.2015 (1 Wo.)
  AT 52 06.02.2015 (1 Wo.)
  CH 50 01.02.2015 (1 Wo.)
  US 96 14.02.2015 (1 Wo.)
Country for Old Men
  CH 90 02.10.2016 (1 Wo.)
Combo 66
  CH 85 07.10.2018 (1 Wo.)

John Scofield (* 26. Dezember 1951 in Dayton, Ohio) ist ein US-amerikanischer Jazz-Gitarrist und Komponist.

Inhaltsverzeichnis

Leben und SchaffenBearbeiten

John Scofield wurde in Dayton in Ohio geboren und wuchs in Wilton in Connecticut auf. Er begann mit elf Jahren Gitarre zu spielen und spielte in Bands an der High School sowie in verschiedenen Rock- und Bluesgruppen. Nachdem er durch einen Lehrer mit der Musik von Wes Montgomery, Jim Hall und Pat Martino in Berührung kam, beschäftigte er sich mit Jazz. Von 1970 bis 1973 studierte er Jazz am Berklee College of Music in Boston. Zu seinen dortigen Lehrern gehörte neben Mick Goodrick auch Gary Burton, mit dem Scofield später gemeinsam spielte.

Erste Aufmerksamkeit in der Jazz-Szene konnte Scofield erregen, als Goodrick ihn als Ersatzmann für ein Konzert mit Gerry Mulligan und Chet Baker in die Carnegie Hall vermittelte. Der Durchbruch gelang als Mitglied der Billy Cobham/George Duke-Band. In der Folge spielte er mit zahlreichen namhaften Jazzmusikern wie Charles Mingus, Herbie Hancock, Chick Corea, Joe Henderson (So Near, So Far (Musings for Miles), 1992 und Porgy and Bess, 1997), Pat Metheny, McCoy Tyner, Bennie Wallace und Jim Hall. Seit Ende der 1970er Jahre tourte er im Trio mit Steve Swallow und Adam Nussbaum, mit dem ihm der Durchbruch gelang.

1982 begann eine dreieinhalb Jahre währende Zusammenarbeit mit Miles Davis, die durch einen improvisierten und funkigen Jazz gekennzeichnet war. In Marc Johnsons Projekt Bass Desires trat er mit seinem Gitarrenkollegen Bill Frisell auf. Nachdem Scofield 1989 einen Vertrag bei Blue Note Records unterzeichnet hatte (bis 1996, dann bei Verve), gründete er mit dem Saxophonisten Joe Lovano, einem Freund aus der Zeit am Berklee College, eine meist als Quartett oder Quintett agierende Band, die zu den exponiertesten Vertretern des Funk-Jazz zählt. Seit 1998 spielt John Scofield im Quartett mit Joe Lovano (ts), Dave Holland (b) und Al Foster (dr), trat aber auch mit Medeski, Martin & Wood auf, 2012 mit Steve Swallow und Bill Stewart.

Nach dem Urteil des Jazz-Journalisten Richard Cook[2] zählt Scofield mit Bill Frisell und Pat Metheny zu den bedeutendsten und einflussreichsten Jazzgitarristen seit Wes Montgomery. Mit Metheny nahm Scofield 1994 ein Duo-Album auf. 2016 wurde er für sein Album Past Present mit dem Grammy Award in der Kategorie Jazz Instrumental Album ausgezeichnet.

 
John Scofield beim Moers Festival 2006

Sound und SpielweiseBearbeiten

Scofields Sound ist geprägt durch einen oftmals leicht angezerrten Sound und mittels Legatospielweise gebundener Melodiebögen.

Der extensive und äußerst gekonnte Einsatz von Inside-Outside-Spiel, d. h. gezieltem Gegeneinanderstellen tonartfremdem Materials und tonartnahem Materials, hat diese Spielweise unter Jazzgitarristen popularisiert und ist eng mit seinem Namen verbunden.

BilderBearbeiten

DiskografieBearbeiten

  • 1977: East Meets West
  • 1977: John Scofield / Live
  • 1978: Rough House
  • 1979: Who’s Who?
  • 1980: Bar Talk
  • 1980: Four Keys
  • 1980: Spoons (Who’s Who), Sampler
  • 1981: Out Like a Light
  • 1981: Shinola
  • 1982: Solar (mit John Abercrombie)
  • 1984: Electric Outlet
  • 1986: Still Warm
  • 1987: Blue Matter
  • 1987: Pick Hits - Live
  • 1988: Loud Jazz
  • 1990: Flat Out
  • 1990: Time on My Hands
  • 1991: Meant to Be
  • 1991: East Coast Blow Out (mit Jim McNeely, Marc Johnson, Adam Nussbaum & WDR Big Band)
  • 1992: Grace Under Pressure
  • 1993: Quartet
  • 1993: What We Do
  • 1994: Hand Jive
  • 1994: I Can See Your House from Here (John Scofield & Pat Metheny)
  • 1995: Groove Elation
  • 1996: Quiet
  • 1998: A Go Go (DE: Gold im Jazz-Award)[3]
  • 1999: Shortcuts (Jazzpar Combo 1999 - mit Hans Ulrik, Lars Danielsson, Peter Erskine)
  • 2000: Bump
  • 2001: Works for Me
  • 2002: Überjam
  • 2003: Oh!
  • 2003: Up All Night
  • 2004: En route
  • 2005: That’s What I Say
  • 2007: This Meets That
  • 2009: Piety Street
  • 2010: 54
  • 2011: A Moment’s Peace – (Emarcy)[4]
  • 2013: Überjam Deux (Decca/Emarcy)
  • 2015: Sco-Mule (Gov’t Mule featuring John Scofield)
  • 2015: Past Present
  • 2016: Country for Old Men
  • 2017: Hudson (mit Larry Grenadier, John Medeski und Jack DeJohnette)
  • 2018: Combo 66 (Verve, mit Gerald Clayton, Vicente Archer, Bill Stewart)

QuellenBearbeiten

  1. Chartquellen: DeutschlandÖsterreichSchweizUSA
  2. R. Cook Jazz Encyclopedia London 2007; vgl. W. Kampmann Reclams Jazzlexikon Stuttgart 2003.
  3. Gold-/Platin-Datenbank des Bundesverbandes Musikindustrie, Abruf vom 23. Juni 2016
  4. The Guardian vom 19. Mai 2011: „A Moment's Peace“ – Review (engl.)

WeblinksBearbeiten

  Commons: John Scofield – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien