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John Gottman

US-amerikanischer Psychologe
Gottman mit seiner Frau

John Mordechai Gottman (* 1942) (Ph.D) ist ein US-amerikanischer Psychologe und emeritierter Professor für Psychologie an der University of Washington. Er wurde vor allem durch seine Arbeit über Ehestabilität und Beziehungsanalyse durch direkte Beobachtung bekannt.

Gottman behauptet eine Methode entwickelt zu haben, mit der mit 90 % Wahrscheinlichkeit vorausgesagt werden kann, welche neu verheirateten Paare verheiratet bleiben und welche nach 4–6 Jahren geschieden sein werden. Die Methode kann auch angeblich mit 81 % Genauigkeit voraussagen, welche Ehen 7–9 Jahre überstehen. Seine Methode zur Voraussage basiert auf Paul Ekmans Methode zur Analyse von „Mikroexpressionen“. Sie wurde in Malcolm Gladwells Buch „Blink“ und in der BBC Serie „The Human Face“ vorgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Die vier apokalyptischen Reiter der PaarbeziehungBearbeiten

Die vier apokalyptischen Reiter stehen nach John Gottman auch für die Kommunikationssünden, die eine Ehe bzw. intime Beziehung dauerhaft ruinieren und sich in vielfältiger Gestalt als prozesshaftes Geschehen zeigen und zur Trennung des Paares führen können:

  1. Kritik: Schuldzuweisungen und Anklagen, die ihren Höhepunkt in einer generellen Verurteilung des Partners finden
  2. Abwehr / Verteidigung mit Rechtfertigung (und Verleugnung der eigenen Anteile), die den Konflikt aufrechterhalten
  3. Verachtung und Geringschätzung des Partners
  4. „Mauern“, Schließen der Schotten und Rückzug.

Die Demonstration der eigenen Macht (gerade auch als Abwehr von Ohnmachtsgefühlen) wird vermutlich auf allen Stufen dieses Isolations- und Trennungsprozesses eingesetzt und wird gelegentlich, so von Bas Kast, als „fünfter Reiter“ bezeichnet.

Hierbei zeigen sich auch Geschlechtsunterschiede im Verhalten, als Kritik mehr von Frauen, Mauern mehr von Männern als „Konfliktbewältigungsmechanismus“ eingesetzt wird.

Die Gottman-Konstante (5:1)Bearbeiten

Gottman beobachtete bei unglücklich-instabilen Partnerschaften ein deutliches Überwiegen von negativen Interaktionen. Die sogenannte Gottman-Konstante[1] besagt, dass in stabil-zufriedenen Beziehungen das Verhältnis von positivem zu negativem Verhalten mindestens 5:1 betragen muss;[2] eine negative Interaktion kann durch fünf positive kompensiert werden.

Die sieben Geheimnisse der glücklichen EheBearbeiten

Aufgrund seiner Beobachtungen und Forschungen gibt Gottman sieben Grundregeln an, die eine Ehe glücklich machen können; Grundlage sei jedoch die Freundschaft, die das Herz jeder Ehe sei. Er illustriert seine sieben konkreten Vorschläge mit Beispielen, Dialogen und schlägt passende Übungen für Ehepaare vor:

  1. Bringen Sie Ihre Partner-Landkarte auf den neuesten Stand
  2. Pflegen Sie Zuneigung und Bewunderung füreinander
  3. Wenden Sie sich einander zu und nicht voneinander ab
  4. Lassen Sie sich von Ihrem Partner beeinflussen
  5. Lösen Sie Ihre lösbaren Probleme
  6. Überwinden Sie Pattsituationen
  7. Schaffen Sie einen gemeinsamen Sinn[3]

Schriften (Auszug)Bearbeiten

  • Die Vermessung der Liebe: Vertrauen und Betrug in Paarbeziehungen, 2014, Klett-Cotta Verlag, ISBN 3-608-94810-4, Klett-Cotta Verlag, Stuttgart
  • Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe, 2000, Schröder-Verlag, ISBN 3-547-73320-0; 2002/2006, Ullstein-Verlag, München/Berlin; TB 2014, 5. Auflage 2017, ISBN 978-3-548-37545-8
  • Kinder brauchen emotionale Intelligenz, 1998, Heyne-Verlag, München, ISBN 3-453-14950-5, Diana-Verlag, Zürich
  • Laß uns einfach glücklich sein, 1998, Heyne-Verlag, München, ISBN 3-453-13197-5
  • Glücklich verheiratet?, 1995, Heyne-Verlag, München, ISBN 3-453-08688-0

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. taz online Interview mit Scheidungsforscher Schmidt-Denter [1] vom 12. Juli 2014, abgerufen am 11. August 2014
  2. Jochen Peichl: Destruktive Paarbeziehungen. Das Trauma intimer Gewalt Auflage=. Klett-Cotta, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-608-89074-7, S. 117 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. John M. Gottman: Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe, Ullstein-Verlag, Berlin; TB 5. Auflage 2017, ISBN 978-3-548-37545-8, S. 64-304