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John Aler (* 4. Oktober 1949 in Baltimore, Maryland) ist ein amerikanischer Konzert- und Opernsänger (Tenor). Seine sehr lyrische, biegsame, edel timbrierte und elegant geführte Stimme, mit der er mühelos und stimmschön in höchste Höhen steigt, prädestinierte ihn für Rollen im Belcanto-Fach eines tenore di grazia, in Werken von Mozart, Rossini, Donizetti, Bellini, und Händel. Mindestens ebenso bekannt sind seine Interpretationen französischer Werke von Rameau, Gluck, Adam, Auber, Bizet und Berlioz.[1]

Inhaltsverzeichnis

BiografieBearbeiten

John Aler wuchs in Baltimore auf und besuchte römisch-katholische Schulen, wo er Knabensopran im Chor sang. Seine Mutter war von italienischer Abstammung, hatte Gesang studiert, und brachte ihn schon früh in Kontakt mit Sendungen aus der Metropolitan Opera und Aufnahmen von Jussi Björling und Richard Tucker.[1]

Aler studierte mit Rilla Mervine und Raymond McGuire an der Catholic University of America in Washington D.C., wo er 1982 seinen Master-Abschluss machte. Nach einem Wettbewerb der Baltimore Opera hatte er auch sieben oder acht Unterrichtsstunden mit der legendären Rosa Ponselle, die er „inspirierend“ fand.[1] Er studierte außerdem von 1972 bis 1976 mit Oren Brown am American Opera Center der Juilliard School in New York, mit Marlene Malas, und am Berkshire Music Center in Tanglewood.[2]

1977 machte er sein Opern-Debüt als Ernesto in Donizettis Don Pasquale am American Opera Center, und gewann im selben Jahr zwei erste Preise beim Concours International de Chant in Paris.[3] An der New York City Opera debütierte er 1981 als Don Ottavio in Mozarts Don Giovanni; und sang dort in der gleichen Spielzeit auch den Arturo in Bellinis I puritani.[4]

John Aler ist einer der anerkanntesten lyrischen Tenöre auf internationalen Bühnen. In der Oper hatte er Auftritte an den meisten europäischen Opernhäusern, wie dem Royal Opera House Covent Garden, der Deutschen Oper Berlin, der Wiener Staatsoper, der Bayerischen Staatsoper, den Salzburger Festspielen, dem Glyndebourne Festival, in Hamburg, Genf, Madrid, Lyon und Brüssel; und in Amerika an den Opernhäusern von St. Louis, Santa Fe, Washington D.C. und Baltimore.[2][4] Darüber hinaus hat er auch in Städten wie Santiago de Chile, Tokio und Sydney gesungen.[1]

Als vielgefragter Solist ist er mit diversen Orchestern aufgetreten: In Amerika mit dem New York Philharmonic Orchestra, dem Cleveland Orchestra, dem Philadelphia Orchestra, dem Boston Symphony Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra; und in Europa u. a. mit den Berliner Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Orchestre National de France, dem BBC Symphony Orchestra und der London Sinfonietta, mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Dutoit, John Eliot Gardiner, Erich Leinsdorf, Kurt Masur, Zubin Mehta, Roger Norrington, Seiji Ozawa, Simon Rattle, Esa-Pekka Salonen, Leonard Slatkin und David Zinman u. v. a.[2]

John Aler sang 1998 zusammen mit Kurt Masur und dem Israel Philharmonic Orchestra bei den Feierlichkeiten zum 50sten Jahrestag der Gründung des Staates Israel in der Avery Fisher Hall.[2]

Er hat zahlreiche Aufnahmen gemacht, mit Werken aus dem Bereich Oper, Oratorium und Lied, von Händel bis Strawinsky; ein Schwerpunkt liegt dabei auf selten gespielten französischen Werken.

Seit Herbst 2010 unterrichtet John Aler Gesang an der School of Music der George Mason University (GMU) in Fairfax (Virginia).[5]

Diskografie (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d A Tenor unafraid of Heights, he has found them. Interview mit John Aler. In: The New York Times, 15. Dezember 1996, abgerufen am 3. Dezember 2017.
  2. a b c d John Aler bei Bach Cantatas (englisch)
  3. Kurzbiografie von John Aler im Milken Archive of Jewish Music, abgerufen am 3. Dezember 2017.
  4. a b Kurzbiographie von John Aler im Booklet zur CD Gluck: Iphigénie en Tauride, mit Diana Montague u. a., Orchestre de l’Opéra de Lyon, John Eliot Gardiner, 1986 Philips, S. 55.
  5. Biografie auf der Website der George Mason University (GMU), abgerufen am 3. Dezember 2017.