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Johanniskirche
Westturm der Kirche

Die evangelische Johanniskirche ist ein Sakralbau in Chemnitz, dessen Vorgängerbau auf das 13. Jahrhundert zurückgeht. Sie befindet sich am Park der Opfer des Faschismus an der Theresenstraße.

GeschichteBearbeiten

Ein Vorgängerbau wurde erstmals 1264 urkundlich erwähnt.[1] Die Kirche ist Johannes dem Täufer gewidmet und gehörte zum Benediktinerkloster St. Marien. Seinerzeit befand sie sich noch vor der Stadtgrenze des heutigen Chemnitz. Das Bauwerk wurde mehrfach zerstört, etwa von den Hussiten 1430 oder im Schmalkaldischen Krieg und wieder mehrfach aufgebaut, zuletzt nach der Reformation im Jahr 1566.

Ab 1756 existierte in der Stadt nur ein einziger Friedhof in unmittelbarer Umgebung der Kirche. Die Gemeinde hielt hier keine Gottesdienste mehr ab, sondern nutzte sie nur noch bei Bestattungen auf dem Johannisfriedhof.

Bedingt durch das mit der Industrialisierung Ende des 18. Jahrhunderts einhergehende Bevölkerungswachstum wurde die Kirche ab 1875 wieder von einer eigenen Gemeinde genutzt und stark umgebaut. 1913 entfernte man unter der Leitung des Chemnitzer Architekten Erich Basarke die neugotischen Formen und brachte Elemente des Jugendstils an, die in den 1970er Jahren wieder entfernt wurden.

Die Kirche wird seit 1997 als Jugendkirche genutzt.

ArchitekturBearbeiten

Von der ursprünglich gotischen Gestalt der Kirche sind nur noch wenige Elemente erkennbar. Die Kirche zeigt sich als weitgehend schlichter, mit einem hellgrauen Putz versehener Bau und einem quaderförmigen Grundriss. Das Satteldach ist mit schwarzem Schiefer gedeckt. An der Nordseite sind vier hohe, schlichte weiße Sprossenfenster eingelassen. Unterhalb des Westturms befindet sich ein kleiner Anbau, dessen Öffnung jedoch zugemauert ist. Darüber befinden sich zwei kleinere rechteckige Fenster, die symmetrisch über dem einstigen Zugang angeordnet sind.

Am Chor erkennt man ebenfalls einen rechteckigen Anbau mit mehreren kleineren Fenstern und einer schlichten braunen Holztür. Der Chor selbst ist mit einer Apsis versehen. Einzig hier sind noch drei spitzbogige Fenster vorhanden, die einen Hinweis auf die einstige gotische Gestaltung geben. An der Südseite finden sich ebenfalls schlichte, weiße Fenster, die hier bis zum Boden reichen. Ein weiterer, ebenfalls rechteckiger Anbau in Richtung des Westturms dient als Nebeneingang und Zugang zum Jugendcafé und dem Jugendpfarramt im 1. Stock.

Der Turm wurde aus Hilbersdorfer Porphyrtuff errichtet, mit je zwei mächtigen Lisenen. Diese sind nach oben hin zweistufig abgesetzt. Das rechteckige Dach ist mit Kupfer verkleidet und wird von einem Kreuz gekrönt. Unterhalb des Daches findet sich auf jeder Turmseite je eine spitzbogenförmige Schallöffnung für das Geläut. Darunter sind auf der Westseite zwei Fensterrosen als weiteres Relikt der Gotik zu finden. Die übrigen Seiten sind mit einer schlichten, rechteckigen Öffnung versehen.

Das Portal ist ebenfalls mit einem Spitzbogen sowie einer schlichten, dunklen doppelflügligen Holztür ausgeführt.

AusstattungBearbeiten

Von der ursprünglichen Einrichtung sind nur wenige Ausstattungsstücke erhalten geblieben, so die 1475 gegossene Glocke,[2] die als älteste Chemnitzer Glocke gilt, und der Taufstein von 1566. Den gotischen Flügelaltar verbrachte man in die Stadtkirche St. Jakobi.

OrgelBearbeiten

Die Gemeinde verkaufte 1879 die 1722 von Gottfried Silbermann erbaute Orgel nach Auligk, von dort kam sie 1957/58 zur St.-Kilian-Kirche Bad Lausick.[3] 1913 wurde eine Jehmlich-Orgel eingebaut.

WeblinksBearbeiten

  Commons: St. Johanniskirche (Chemnitz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Chemnitzer Geschichte in Zahlen (Memento des Originals vom 17. Mai 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.chemnitz.de, Webseite der Stadt Chemnitz, abgerufen am 12. Mai 2014.
  2. Johanniskirche. In: Altes-Chemnitz.de. Abgerufen am 2. Juli 2014 (Inschrift: „A. dni MCCCCLXXV zur ehre Gottes und sct. Johis ist diese Glocke gegossen.“).
  3. Frank-Harald Greß: Die Orgeln Gottfried Silbermanns. Sandstein, Dresden 2007, ISBN 978-3-930382-50-7. Zitiert im Orgelporträt (Memento des Originals vom 17. Mai 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.silbermann.org auf der Webseite der Gottfried Silbermann-Gesellschaft, abgerufen am 17. Mai 2014.

Koordinaten: 50° 49′ 54,7″ N, 12° 55′ 33,7″ O