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Johannes Müller (Prähistoriker)

deutscher Prähistorischer Archäologe

Johannes Müller (* 29. November 1960 in Wolfhagen) ist ein deutscher Prähistorischer Archäologe.

Müller wurde 1986 an der Universität Freiburg i. Br. mit einem Thema zu nordschottischen Megalithanlagen magistriert, 1990 ebenfalls in Freiburg i. Br. promoviert mit einer Arbeit zur Neolithisierung des Adriaraumes. 1991/92 erhielt er das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts. Anschließend war er wissenschaftlicher Assistent an der Freien Universität Berlin, wo er 1998 mit einem Thema zum Neolithikum des Mittelelbe-Saale-Gebiets habilitiert wurde. 2000 bis 2004 war er Inhaber der Professur für ur- und frühgeschichtliche Archäologie an der Universität Bamberg. Seit 2004 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Urgeschichte und Direktor des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel. Müller ist Mitglied der Zentraldirektion des Deutschen Archäologischen Instituts und der Römisch-Germanischen Kommission Frankfurt.

Müllers Hauptinteressen galten und gelten sozialarchäologischen Fragestellungen, der Landschaftsarchäologie, zeitlich vor allem dem Neolithikum und der Bronzezeit. Die Entstehung sozialer Unterschiede im Neolithikum und die Rekonstruktion von demographischen Entwicklungen bilden wesentliche Aspekte seiner Forschungen.

Feldforschungen wurden und werden von ihm in Mitteleuropa, Südosteuropa und im nordpontischen Raum durchgeführt. Müller ist Sprecher der Exzellenzinitiative "Graduate School: Human Development in Landscapes". Weiterhin ist er Koordinator des DFG-Schwerpunktprogrammes "Frühe Monumentalität und soziale Differenzierung", in dessen Rahmen u. a. Grabungen zur Großsteingräbern und trichterbecherzeitlichen Siedlungen in Norddeutschland durchgeführt werden. Eines seiner Forschungsgebiete widmet sich dem Spätneolithikum in Zentral- und Ostbosnien. Im Rahmen dieses Projektes führte er Ausgrabungen im Visoko-Becken (Zentralbosnien), u. a. in Okolište durch. Zu weiteren wichtigen Ausgrabungen zählen das Erschließen der schnurkeramischen Siedlung (Wattendorf-Motzenstein) bei Bamberg und einer frühbronzezeitlichen befestigten Siedlung (Bruszczezwo) in der Woiwodschaft Großpolen. Müller ist als Projektleiter beteiligt an Feldforschungen und Ausgrabungen in der Ukraine, hier steht die Tripolje-Siedlung Maidanetske im Fokus der Untersuchungen. Im Rahmen des DFG-Sonderforschungsbereiches "TransformationsDimensionen: Mensch-Umwelt Beziehungen prähistorischer und archaischer Gesellschaften", dessen Sprecher Müller ist, werden Analysen und Ausgrabungen in verschiedenen Gebieten Europas durchgeführt.

Publikationen (Auswahl)Bearbeiten

  • Johannes Müller (Hrsg.): Okolište. Teil: 1. Untersuchung einer spätneolithischen Siedlungskammer in Zentralbosnien. Bonn 2013, ISBN 978-3-7749-3839-7
  • Johannes Müller, Timo Seregély (Hrsg.): Endneolithische Siedlungsstrukturen in Oberfranken : Wattendorf-Motzenstein: eine schnurkeramische Siedlung in der nördlichen Frankenalb. Teil II, Bonn 2008, ISBN 978-3-7749-3553-2
  • Johannes Müller (Hrsg.): Alter und Geschlecht in ur- und frühgeschichtlichen Gesellschaften : Tagung Bamberg 20.–21. Februar 2004. Bonn 2005, ISBN 3-7749-3364-2
  • Johannes Müller: Soziochronologische Studien zum Jung- und Spätneolithikum im Mittelelbe-Saale-Gebiet (4100 - 2700 v. Chr.) : eine sozialhistorische Interpretation prähistorischer Quellen. (Habilitationsschrift 1998) Rahden/Westf. 2001, ISBN 3-89646-503-1
  • Johannes Müller, Reinhard Bernbeck (Hrsg.): Prestige - Prestigegüter - Sozialstrukturen. Beispiele aus dem europäischen und vorderasiatischen Neolithikum. Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte, Archäologische Berichte 6., Holos-Verlag, Bonn 1996

WeblinksBearbeiten