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Johannes Kramer (Sprachwissenschaftler)

deutscher Romanist und Sprachwissenschaftler

Johannes Kramer (* 25. Oktober 1946 in Bückeburg) ist ein deutscher Romanist und Sprachwissenschaftler.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Als Schüler des Stiftisch-Humanistischen Gymnasiums zu Mönchengladbach erwarb Johannes Kramer im Februar 1966 sein Abitur. Anschließend studierte er an der Universität zu Köln Klassische und Romanische Philologie und legte in den Fächern Griechisch, Lateinisch, Italienisch, Französisch und Niederländisch 1971 sein Staatsexamen ab.

Schon 1972 erschien seine Doktorarbeit Didymos der Blinde, Kommentar zum Ecclesiastes (Tura-Papyrus Teil IV) aus dem Gebiet der Papyrologie mit griechischen Texten. Habilitiert hat sich Johannes Kramer in der Romanistik mit einer Arbeit zur Historische(n) Grammatik des Dolomitenladinischen, deren zwei Bände 1977 und 1978 erschienen. Nach der Assistentenzeit in Köln wurde Johannes Kramer 1979 schon mit 33 Jahren zum ordentlichen Professor an der Universität Siegen ernannt, von wo er 1996 an die Universität Trier berufen wurde.

Seine Lehrtätigkeiten zeichnen sich durch eine disziplinübergreifende Breite und Tiefe der Veranstaltungen aus. Seinen Schwerpunkt in der Lehre hat er von dem Italienischen auf das Spanische und Französische ausgeweitet, zum Teil auch auf das Portugiesische. Zudem bietet er auch Lehrveranstaltungen in der Klassischen Philologie an.

ForschungsschwerpunkteBearbeiten

Johannes Kramer hat im Wesentlichen zwei wissenschaftliche Standbeine, die Klassische Philologie und die Romanischen Sprachen mit besonderer Berücksichtigung der kleineren Romanischen Sprachen bis hin zum Aromunischen. Sein Forschungsinteresse ist weiterhin von einer Mannigfaltigkeit und wissenschaftlichen Reichweite gekennzeichnet, die sich auch in seinen zahlreichen Publikationen widerspiegelt. Als allgemeine Forschungsschwerpunkte können die Papyrologie, Etymologie und Wortgeschichte, Luxemburgistik (hier ist er Mitglied der Forschungsstelle für Sprachen und Literaturen Luxemburgs an der Universität Trier[1]) sowie Kreolistik und Forschungen zum Bilingualismus aufgeführt werden. Er ist auch Mitglied der Forschungsgruppe Netzwerk Mittelalter und Renaissance in der Romania.

Er gibt die Zeitschrift Romanistik in Geschichte und Gegenwart (seit 1995) und das Balkan-Archiv (seit 1976) heraus, beide mit Beiheften. Mit anderen hat er von 1985 bis 2014 28 Bände des Romanistischen Kolloquiums, das er mitbegründet hat, betreut.

Kramer ist seit 1973 verheiratet mit der Papyrologin Bärbel Kramer.

Ausgewählte WerkeBearbeiten

  • (1981) Deutsch und Italienisch in Südtirol, Heidelberg: Winter.
  • (1983) Glossaria bilinguia in papyris et membranis reperta, Bonn: Habelt.
  • (1984) Zweisprachigkeit in den Benelux-Ländern, Hamburg: Buske.
  • (1986) English and Spanish in Gibraltar, Hamburg: Buske.
  • (1988–1998) Etymologisches Wörterbuch des Dolomitenladinischen, 8 Bände.
  • (2001) Glossaria bilinguia altera, München/Leipzig: Saur.
  • (2004) Die iberoromanische Kreolsprache Papiamento. Eine romanistische Darstellung, Hamburg: Buske.
  • (2006) Lateinisch-romanische Wortgeschichten, Stuttgart: Ibidem.
  • (2007) Vulgärlateinische Alltagsdokumente auf Papyri, Ostraka, Täfelchen und Inschriften, Berlin/New York: Walter de Gruyter.
  • (2008) Italienische Ortsnamen in Südtirol/La toponomastica italiana dell’Alto Adige, Stuttgart: Ibidem.
  • (2011) Von der Papyrologie zur Romanistik, Berlin/New York: Walter de Gruyter.

FestschriftenBearbeiten

  • Becker, Lidia / Felbeck, Christine / Willems, Aline (Hgg.) (2011): Mundus vetus – mundus novus. Festschrift für Johannes Kramer zum 65. Geburtstag, München: Martin Meidenbauer.
  • Wolfgang Dahmen, Rainer Schlösser (Hg.): Sexaginta. Festschrift für Johannes Kramer, Helmut Buske Verlag, Hamburg 2007.
  • Kramer, Johannes (2006): Lateinisch-romanische Wortgeschichten, hg. von Michael Frings als Festgabe für Johannes Kramer zum 60. Geburtstag, Stuttgart: ibidem.
  • Mastrelli, Carlo Alberto (ed.) (2013): Lingua e cultura nelle Alpi. Studi in onore di Johannes Kramer, Firenze: Istituto di Studi per l’Alto Adige.

QuellenBearbeiten

  • Becker, Lidia / Felbeck, Christine / Willems, Aline (Hgg.) (2011): Mundus vetus – mundus novus. Festschrift für Johannes Kramer zum 65. Geburtstag, München: Martin Meidenbauer.
  • Dahmen, Wolfgang / Schlösser, Rainer (Hgg.) (2007): Sexaginta. Festschrift für Johannes Kramer, Hamburg: Buske.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Forschungsstelle Lux (Memento vom 6. Oktober 2016 im Internet Archive)