Hauptmenü öffnen

Johannes Henn (* 28. August 1980 in München) ist ein deutscher theoretischer Teilchenphysiker.

Inhaltsverzeichnis

ForschungsaktivitätenBearbeiten

Johannes Henn befasst sich unter anderem mit Streuamplituden in der Quantenfeldtheorie, mit denen sich Beschleunigerexperimente präzise beschreiben lassen. Dieses Forschungsfeld verknüpft theoretische und experimentelle Physik und hat zum Ziel, Elementarteilchen als Grundbausteine der Materie zu erforschen und zu verstehen, nach welchen Naturgesetzen sie miteinander wechselwirken.

Er entdeckte eine versteckte Yang-Symmetrie der N=4 supersymmetrischen Yang-Mills-Theorie.[1] Diese Symmetrie erklärt viele einfache Eigenschaften von Streuamplituden und legt nahe, dass diese Theorie die erste nichttriviale Quantenfeldtheorie in vier Dimensionen ist, die exakt lösbar ist. Insbesondere gelang es Henn dadurch, eine exakte Formel für 4- und 5-Teilchenstreuprozesse in der N=4 supersymmetrischen Yang-Mills-Theorie zu beweisen.[2] Weiterhin zeigte er, dass in dieser Theorie gebundene Zustände aufgrund von verborgenen konformen Symmetrien, ähnlich wie beim quantenmechanischen Kepler-Problem (mit dem Runge-Lenz-Vektor als Erhaltungsgröße) und dem Wasserstoffatom, exakt lösbar sind.[3]

Henn entwickelte außerdem eine innovative Methode für die Berechnung von Feynman-Integralen[4], basierend auf Differentialgleichungen. Dadurch lassen sich die Eigenschaften der auftretenden speziellen Funktionen besser verstehen. Die neue Methode ist mittlerweile zum Standard geworden und hat viele Anwendungen gefunden, zum Beispiel in der Phänomenologie von Elementarteilchen.

Wissenschaftlicher WerdegangBearbeiten

Seine wissenschaftliche Laufbahn begann Henn mit einem Physikstudium, das er an der Universität Augsburg, der Université de Savoie sowie an der École normale supérieure de Lyon absolvierte. Nach der Promotion am Laboratoire d'Annecy-Le-Vieux de Physique Théorique forschte er drei Jahre als Postdoc an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2011 wechselte er an das Institute for Advanced Study (IAS) in Princeton. Von dort wurde er 2015 als W3-Professor an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz berufen, wo er eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe für theoretische Physik leitete. Seit Oktober 2018 ist er Direktor am Max-Planck-Institut für Physik und Honorarprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Auszeichnungen und MitgliedschaftenBearbeiten

Für seine Forschungsaktivitäten erhielt Johannes Henn einen mit rund 2 Millionen dotierten ERC Consolidator Grant.[5] Seit 2018 koordiniert er zusammen mit seinen Physiker-Kollegen Benjamin Basso (Laboratoire de Physique) und David Kosower (Institut de Physique Théorique, CEA Saclay) ein deutsch-französisches Doktorandenkolleg.[6]

PublikationenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten